'Rialto Salon Quartett' spielt im Kulturhof Heyerhöfen Tangos, Märsche sowie Opern- und Operetten-'Hits' Bei der Habanera singen alle mit

Beverstedt. 'Brave Mädchen kommen in den Himmel. Die anderen vier spielen im Rialto Salon Quartett' - diese Ankündigung ließ Großes erwarten von den vier Künstlerinnen, die am vergangenen Sonntag im Kulturhof Heyerhöfen gastierten.
19.10.2010, 05:00
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Von Katja Glaser

Beverstedt. 'Brave Mädchen kommen in den Himmel. Die anderen vier spielen im Rialto Salon Quartett' - diese Ankündigung ließ Großes erwarten von den vier Künstlerinnen, die am vergangenen Sonntag im Kulturhof Heyerhöfen gastierten.

Das 'Rialto Salon Quartett' - Ute Stemberg (Flöte), Anne Carolin Lenk (Cello), Anne Winkelmann (Klavier) und Besa Dervishi (Violine) - legte los, kaum dass es die Bühne betreten hatte. Zum Auftakt gab es einen Straußschen Walzer - ein Klassiker, der keiner Ankündigung bedurfte. Die studierten Musikpädagoginnen glänzten über die instrumentale Virtuosität hinaus mit Vielseitigkeit und Esprit und zogen ihr Publikum sofort in ihren Bann.

Nach dem ersten Stück trat Ute Stemberg nach vorn und ermunterte lächelnd das Publikum: 'Wenn Sie mitsingen möchten, können Sie das gern tun.' Vorerst machte sich neben der Erheiterung über den charmanten Scherz aber noch ein wenig Verwirrung im Publikum breit - wie sollte man bei Instrumentalstücken mitsingen? Diejenigen Zuhörer, die das Repertoire der Musikerinnen kannten, lächelten wissend - war ihnen doch klar, dass auch noch Stücke wie 'O Sole Mio' und die 'Habanera' aus George Bizets Oper 'Carmen' auf dem Programm standen, die zum Mitsingen geradezu einladen.

Lob für das Publikum

Vorerst blieb es allerdings still im Saal, während das 'Rialto Salon Quartett' die Gäste mit zwei Tangos verwöhnte: Zuerst erklang der 'Tango Tzigane' von Jacob Gade, danach folgte der weltberühmte 'Libertango' von Astor Piazzolla.

Der Tango, der laut dem argentinischen Komponisten Enrique Santos Discépolo 'ein trauriger Gedanke, den man tanzen kann' ist, rief allerdings bei den Gästen des Kulturhof Heyerhöfen eine ganz andere Stimmung hervor: 'Ich hoffe, Ihnen hat das Zuhören genauso viel Freude gemacht wie uns das Spielen', meinte Anne Carolin Lenk, die Cellistin des Quartetts, zum Publikum. Und die Stimmung bei den argentinischen Rhythmen hätte besser nicht sein können. Nach dem Dauerapplaus, der den Tangos folgte, kündigte Pianistin Ella Winkelmann ein Potpourri aus der Operette 'Die Czardasfürstin' von Emmerich Kálmán und - endlich - die 'Habanera' aus der Oper 'Carmen' an, auf die sich offenbar schon einige Konzertgäste ganz besonders gefreut hatten.

Das weltberühmte Stück von George Bizet kannte wirklich jeder der Anwesenden, und jetzt wurde auch begeistert mitgesungen. 'Sie machen das ganz toll mit dem Mitsingen, es macht richtig Freude, für Sie zu spielen', lobte Flötistin Ute Stemberg die Gästen lächelnd. Auch die folgenden Instrumentalstücke wurden gut aufgenommen: Josef Rixners spanischer Marsch fand ebenso Anklang wie die Schnellpolka 'Im Kahlenberger Dörfle' von Philipp Fahrbach. Ganz besonders hob sich jedoch die wunderschöne Barcarole 'Belle Nuit' aus Jacques Offenbachs Oper 'Hoffmanns Erzählungen' hervor - ein Stück, das unter anderem durch Roberto Benignis Film 'La Vita É bella' zu Weltruhm gelangte. Hier konnte man die Leidenschaft und die Freude an der Musik bei jedem Saitenstrich, jedem Tastenanschlag heraushören - aber vor allem sah man den vier Künstlerinnen an, dass die Unterhaltung und der Zuspruch des Publikums ihnen der schönste Lohn war. Es darf wohl als gesichert gelten, dass das 'Rialto Salon Quartett' in

Bälde wieder den Kulturhof Heyerhöfen mit seinen Klängen verzaubern wird.

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