Tag der Fotografie

Bilderwelten im Fokus

Der Tag der Fotografie bietet im Landkreis Osterholz erstmalig ein Forum für Vorträge und Vernetzung. Hobbyfotografen und solche, die es werden wollen, sind für den 28. September ins Kreishaus eingeladen.
16.09.2019, 17:59
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Von Bernhard Komesker
Bilderwelten im Fokus

Werben für den ersten Tag der Fotografie am 28. September: Ursula Villwock und Bernd Lütjen sowie die neue Foto-Ausstellung im Kreishaus-Foyer.

Bernhard Komesker

Landkreis Osterholz. Mit dem Tag der Fotografie bietet der Landkreis Osterholz demnächst erstmals eine Plattform für Hobbyfotografen und solche, die es werden wollen. Ursula Villwock plant für Sonnabend, 28. September, eine kleine nichtgewerbliche Messe im Kreishaus. Zwischen 10 und 17 Uhr können sich Fotofreunde dort informieren, präsentieren und miteinander vernetzen. Die Kreis-Kulturbeauftragte hat festgestellt, dass eine große und wachsende Zahl von Menschen mit Digitalkameras unterwegs ist – vom einfachen Smartphone bis hin zur professionellen Spiegelreflex. Und die Ergebnisse können sich allemal sehen lassen, wie regelmäßige Wettbewerbe des Landkreises und auch unserer Zeitung eindrucksvoll beweisen.

Nachdem sich Villwock im Mai bei einigen Wettbewerbsteilnehmern erkundigt hatte, lagen ihr binnen einer Woche mehr als 50 Zusagen für den ersten Fotografie-Tag vor. Nun präsentieren sich am 28. September fünf verschiedene Fotogruppen aus der Region sowie gut 15 Einzelpersonen. Die Foto-Arbeiten von 75 verschiedenen Urhebern sind dazu ab sofort bis zum 11. Oktober in einer Ausstellung im Kreishaus-Foyer zu sehen.

Landrat Bernd Lütjen zeigt sich beeindruckt – nicht nur von der schieren Zahl der Foto-Fans, sondern auch von der Vielfalt und der Qualität der Beiträge. „Das ist schon gewaltig.“ Kunden und Mitarbeiter machten oft und gerne an den Ausstellungswänden im vorderen Foyer Halt, und er selbst ebenfalls. Es sei eine tolle Entwicklung, dass sich immer mehr private Fotogruppen zusammenfinden, denen der Landkreis schon seit einiger Zeit auch Ausstellungsmöglichkeiten im Kreishaus biete.

Ein Teil des Booms sei gewiss dem technischen Fortschritt und den digitalen Möglichkeiten des Bilder-Zeitalters geschuldet. Heute muss niemand eine Dunkelkammer besitzen oder gespannt auf die Negativ-Entwicklung aus dem Oldenburger Großlabor warten. Unabhängig davon, sagt Ursula Villwock, gelängen heute auch Foto-Amateuren immer wieder Aufnahmen, die denen von ausgebildeten Profis in nichts nachstünden. Das erfolgreich gestartete Worpsweder RAW-Festival mache da folgerichtig auch keine großen Unterschiede, so Villwock weiter. Einzelheiten werden die RAW-Macher Jürgen Strasser und Rüdiger Lubricht am 28. September in ihrem Rückblick auf die 2017er-Auflage des Festivals erläutern.

Dazu präsentieren sich die Fotogruppe Ritterhude, der Fotostammtisch Osterholz-Scharmbeck, die Fotogruppe Moorpixel, die Worpsweder Fotogruppe 16, die Fotofreunde Vegesack und der Bremer Photohaven. Sie bieten die Gelegenheit zu einem unverbindlichen Kennenlernen und bringen dazu Laptops, Stelltafeln und Fotobücher mit; ihre Mitglieder informieren über Kameras, Objektive und Software ebenso wie über Motivwahl und Spezialbereiche: Tiere oder Landschaften, Makro- oder Schwarz-Weiß-Aufnahmen, Industrie- und Architekturfotografie oder die sogenannte HDR-Fotografie, die impressionistisch anmutende Ergebnisse zeitigt.

Jens Welsch vom Kunstverein Osterholz stellt überdies Vereins-Workshops zu Foto-Themen vor. Und bei einem Porträt-Shooting mit anschließender Bildbearbeitung am Computer können die Besucher Alexander Kopp und Ingmar Janner (Fotogruppe 16) über die Schulter schauen. Trotz des Messe-Charakters sei der Tag eine nichtkommerzielle Veranstaltung, betonen Villwock und Lütjen. Hauptzielgruppe seien nicht die professionellen Fotografen: „Niemand soll damit einen finanziellen Mehrwert erzielen“, so der Landrat. Interessierte Laien und Anfänger seien ganz besonders willkommen.

Lütjen sagt, er freue sich stets über die Ergebnisse von Foto-Safaris in der Region. Solche Bilder von Landschaften und Bauwerken, Flora und Fauna schmückten zuletzt regelmäßig auch den jährlich erscheinenden Landkreis-Kalender. Villwock, die zunächst an eine geschlossene Veranstaltung im kleinen Kreis gedacht hatte, bis die Resonanz sie eines Anderen belehrte, sieht in dem Foto-Tag „auch ein Zeichen der Wertschätzung“ für die Teilnehmer und Akteure.

Nicht nur werden beide Foyers und der Große Sitzungssaal benötigt; in zwei angrenzenden Räumen ist auch ein Rahmenprogramm aus zwölf begleitenden Vorträgen und Präsentationen geplant. Da geht es um verschiedene Möglichkeiten der digitalen Bildbearbeitung und besagte HDR-Fotografie, um „Kreative Unschärfe“ und um Datensicherung. Susanne Stelljes vom Kulturamt der Stadt stellt Handyfotografie für Einsteiger vor, die Instagram nutzen wollen; Hartmut Sonnenburg gibt Auskünfte über gesetzeskonforme Straßenfotografie.

Dazu informiert Ulrich Reiß, früher Landesverbandsvorsitzender im Deutschen Verband für Fotografie, über Wettbewerbe und Besprechungen. Und es stellt sich der Sieger des Landkreis-Wettbewerbs 2018, Rolf Mühlisch, mit Tierbildern aus Asien und den USA vor. Das Kreishaus-Bistro wird am 28. September ebenfalls geöffnet sein. Einzelheiten zum Tagesprogramm sind unter www.landkreis-osterholz.de zu finden.

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