CDU-Kreisvorsitzende erwartet jetzt ein positives Wirken des neuen Stadtverbandsvorstandes, um den Schaden für die Partei zu begrenzen Brunhilde Rühl: Das hat mich auch persönlich sehr getroffen

Landkreis Osterholz. In der CDU der Kreisstadt rumort es nach der Abwahl des bisherigen Vorstandes kräftig. Viele Mitglieder haben aus Unverständnis und Verärgerung noch am Abend der Wahl ihren Austritt aus der Partei angekündigt. Vier Austritte werden bisher aus CDU-Kreisen bestätigt - unter den Ausgetretenen sind ehemalige Mitglieder des Stadtrates. Kreisvorsitzende Brunhilde Rühl kämpft derweil um jedes von den Vorgängen verschrecktes Mitglied. 'Ich habe einige gebeten, sich das noch einmal zu überlegen. Ich bleibe doch im Herzen ein Christdemokrat, auch wenn mir in der Partei einmal etwas richtig gegen den Strich geht', sagte Brunhilde Rühl Anfang der Woche auf Nachfrage des OSTERHOLZER KREISBLATT.
20.10.2010, 05:00
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Von Harry Laube

Landkreis Osterholz. In der CDU der Kreisstadt rumort es nach der Abwahl des bisherigen Vorstandes kräftig. Viele Mitglieder haben aus Unverständnis und Verärgerung noch am Abend der Wahl ihren Austritt aus der Partei angekündigt. Vier Austritte werden bisher aus CDU-Kreisen bestätigt - unter den Ausgetretenen sind ehemalige Mitglieder des Stadtrates. Kreisvorsitzende Brunhilde Rühl kämpft derweil um jedes von den Vorgängen verschrecktes Mitglied. 'Ich habe einige gebeten, sich das noch einmal zu überlegen. Ich bleibe doch im Herzen ein Christdemokrat, auch wenn mir in der Partei einmal etwas richtig gegen den Strich geht', sagte Brunhilde Rühl Anfang der Woche auf Nachfrage des OSTERHOLZER KREISBLATT.

'Es ist Aufgabe einer Kreisvorsitzenden, zu schlichten, wenn es Probleme in einem Ortsverband gibt. Das habe ich auch immer so gehalten', umreißt sie ihre Herangehensweise - im Normalfall. In diesem Falle gehe es jedoch tiefer. 'Das hat mich auch persönlich sehr getroffen und betroffen.'Rühl war bis zur Neubesetzung des Stadtverbandes stimmberechtigte Beisitzerin. Gewöhnlich ist der Kreisvorsitzende nur beratend im Stadtverband tätig (kooptiert). 'Der Stadtverband Osterholz-Scharmbeck ist seit 20 Jahren mein politisches Zuhause. Da fällt ein Schlichten schon schwerer.'

Die Auswirkungen des parteiinternen Machtkampfes auf die Menschen außerhalb der Partei seien erheblich. 'Wir sind nicht irgendein Verein. Wir haben eine wirkliche Aufgabe. Ich befürchte, dass die Vorgänge im Stadtverband nicht nur meiner Partei und dem Ansehen der Beteiligten schaden wird, sondern auch der Wahrnehmung unserer Aufgaben Schaden zufügen wird. Die Menschen nehmen das so nicht hin', glaubt die Kreisvorsitzende, dass dieses Handeln bei den Menschen vor Ort Folgen haben werde.

Es helfe jedoch nicht, im Nachhinein zu lamentieren. 'Ich hoffe auf die Klugheit der Beteiligten und dass diese jetzt an die Arbeit gehen. Ich wünsche mir, dass der neue Vorstand so schnell wie möglich tatkräftig und positiv nach innen und außen gerichtet handelt', so Rühl. Die Partei müsse jetzt intern wieder zur Ruhe kommen.

Die Kreisvorsitzende sieht bis heute keinen wirklichen Grund, der die Abwahl des Stadtverbandsvorstandes in dieser Form rechtfertigen würde. Darüber sei sie mehr als verwundert. 'Dem gesamten alten Vorstand bestätige ich eine ganz hervorragende Arbeit', sagt sie und ergänzt: 'Wir brauchen so tatkräftige und intelligente Menschen, wie den bisherigen Vorsitzenden Marcus Oberstedt.' Sie sei froh, dass dieser nicht nach seiner Abwahl hingeschmissen habe, sondern seinen Weg für die Partei und ihre Mitglieder weiter engagiert gehen wolle.Siehe Seite 2

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