Corona-Schnelltests

Testcenter eröffnet am Marktplatz

Die Betreiber mehrerer Corona-Testzentren in Bremen eröffnen nun eine Filiale in Osterholz-Scharmbeck. Philipp Thiekötter und Jan Patrick Wolters bieten ihre Dienste im ehemaligen Schuhgeschäft „Lisanne“ an.
28.04.2021, 05:50
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Testcenter eröffnet am Marktplatz
Von Bernhard Komesker
Testcenter eröffnet am Marktplatz

Philipp Thiekötter öffnet an diesem Mittwoch das neue Testcenter am Marktplatz.

CARMEN JASPERSEN

Landkreis Osterholz. Philipp Thiekötter, der in Vegesack mehrere Gastronomie-Betriebe hat, nutzt seit Januar die pandemiebedingte Zwangspause und baut Corona-Testzentren in der Region auf. Neben sechs Standorten im Bremer Stadtgebiet etabliert der Wirt nun eine weitere Filiale in Osterholz-Scharmbeck. Im früheren Schuhgeschäft „Lisanne“ am Marktplatz 4 soll der Betrieb an diesem Mittwoch starten. Geboten werden bis zu zwei kostenlose Bürgertestungen pro Woche - ohne Voranmeldung und täglich außer sonntags von 9 bis 17 Uhr.

Er habe sein Service- und Hygienekonzept beim Landkreis Osterholz eingereicht und die förmliche Beauftragung des Gesundheitsamts in der Tasche, erzählt Thiekötter, der die Angebote mit seinem Geschäftspartner Jan Patrick Wolters aufbaut. Thiekötter ist überzeugt: „Die Tests sind das, was uns noch eine ganze Zeit begleiten wird.“ Ob Lockdown oder Lockerung: Die Bedeutung eines negativen Testergebnisses mit anerkannter Bescheinigung werde eher noch steigen, sei es als Eintrittskarte oder um blank liegende Nerven zu beruhigen.

Bisher sind diese Ad-hoc-Nachweise in Osterholz-Scharmbeck nur in zwei Apotheken und drei Arztpraxen zu bekommen - sogenannte Points of Care (PoC) mit geschultem Personal. Sie gelten im Vergleich zu den Laien-Selbsttests für daheim als zuverlässiger. Die Dienstleistung von Thiekötters Team ist dem Angebot qualifizierter Pharmazeuten und Mediziner gleichgestellt. Und auch für den Selbstschutz seiner Beschäftigten sei alles getan.

Ergebnis nach zehn bis 15 Minuten

Die Mitarbeiter entnehmen einen Nasenabstrich des Probanden, und der Antigen-Schnelltest liefert nach zehn bis 15 Minuten das Ergebnis. Die Bescheinigung kann man gleich mitnehmen; sie wird zudem mit den Kontaktdaten des Kunden in einer verschlüsselten Datenbank gespeichert. Anders gehe es nicht, wenn man unerkannte Infektionen frühzeitig aufdecken wolle, erklärt der Mann vom Testzentrum und versichert: „Bei einem negativen Ergebnis werden die Daten nach einer Weile automatisch gelöscht.“ Durch die Abrechnung mit der Kassenärztlichen Vereinigung und die Kooperation mit dem Gesundheitsamt gehe auch bei der Datensicherheit alles mit rechten Dingen zu.

Bei einem positiven Ergebnis muss die Behörde ohnehin informiert werden; dann erfolgt zur Abklärung ein noch genauerer PCR-Test - inklusive Rachenabstrich, der im Genlabor untersucht wird. „Es ist ganz wichtig, dass sich die Leute dann auch sofort nach Hause begeben und nicht erst mal einkaufen gehen“, betont Thiekötter und appelliert damit an die soziale Verantwortung des einzelnen. Er habe es immer wieder erlebt, dass jemand im Testzentrum bei einem positiven Schnelltest aus allen Wolken fiel, weil er bis dahin keinerlei Symptome hatte und eine Infektion nicht für möglich hielt.

Mit diesem Hinweis liegt der Betreiber ganz auf der Linie der Gesundheitsämter. Die Vorsitzende der Ärzteschaft im öffentlichen Dienst, Ute Teichert, hat vergangenen Woche vor falschen Schlüssen gewarnt. Manch einer beschaffe sich nach einer positiven Testung woanders weitere Tests, um das Ergebnis zu überprüfen, statt sich sogleich in Quarantäne zu begeben, so Teichert. Bis zum Beweis des Gegenteils aber seien positiv Getestete potenziell infektiös. Die Sprecherin der Amtsärzte befürchtet: „Da laufen uns viele Infizierte unter dem Radar weg.“ Auch negativ getestete Kontaktpersonen von Infizierten wähnten sich gern in trügerischer Sicherheit. Dabei sei dies allenfalls ein Indikator für ein paar Stunden

Auf Nachfrage sagt Thiekötter, es werde Wert auf Aufklärung der Kunden gelegt. Das Standbein der Testzentren habe er sich letztlich aus Eigennutz geschaffen: Er wolle, wie wohl alle, schnellstmöglich durch die Pandemie. Darum setze er alles daran, alsbald sein Kerngeschäft, der Gastronomie, wieder aufnehmen zu können. In den drei Kabinen seien theoretisch 250 bis 300 Tests pro Tag möglich.

Idealer Anlaufpunkt

Im Rathaus der Stadt ist man froh und glücklich über die Zwischennutzung des 180-Quadrameter-Geschäfts. Wirtschaftsförderer Frank Wätjen erklärt per Pressemitteilung, die temporäre Covid-19-Teststation bilde einen idealen Anlaufpunkt für Bürger und Betriebe. Die Verwaltung sehe sich damit auch „besser gewappnet für Öffnungsschritte“, falls beispielsweise die Außengastronomie wieder für Gäste öffnen darf, die einen negativen Schnell-Test vorweisen können.

Der Landkreis Osterholz aktualisiert die Liste aller Anlaufstellen für die sogenannten Bürgertests regelmäßig unter www.landkreis-osterholz.de/corona-schnelltest.

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