Kranichschutz Deutschland kommt zum Jahrestreffen nach Bredbeck / Exkursionen und Fachvorträge

Den Vogel des Glücks immer im Blick

Kranichfreunde aus ganz Deutschland trafen sich am Wochenende im Tagungshaus Bredbeck. Sie tauschten sich über aktuelle Ereignisse aus und besuchten Rastplätze in der Region. Ausrichter war der Kranichschutz Deutschland. Die Organisation der Tagung hatte die Biologische Station Osterholz (Bios) übernommen.
03.11.2014, 00:00
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Von Peter von Döllen
Den Vogel des Glücks immer im Blick

Kraniche

Maren Arndt

Kranichfreunde aus ganz Deutschland trafen sich am Wochenende im Tagungshaus Bredbeck. Sie tauschten sich über aktuelle Ereignisse aus und besuchten Rastplätze in der Region. Ausrichter war der Kranichschutz Deutschland. Die Organisation der Tagung hatte die Biologische Station Osterholz (Bios) übernommen.

In Deutschland waren Kraniche schon auf der roten Liste gefährdeter Tiere auf vorderen Plätzen zu finden. Der Bestand ging zurück. Das ist noch nicht lange her. Jetzt sind die Großvögel zurück. Ausgerechnet der steigende Maisanbau, den Naturschützer im Allgemeinen sehr skeptisch betrachten, kommt dem Kranich zugute. Aber auch die Moorschutzprogramme helfen ihm. Die Zahl der Kraniche, die auf ihrem Weg zu den Überwinterungsplätzen rasten, nimmt offenbar ständig zu – auch in unserer Region. Zwei nahe liegende Gebiete, in denen Graukraniche rasten, sind das Günnemoor und das Huvenhoopsmoor. Das Günnemoor bietet wiedervernässte Fläche und Grünflächen, die als Vorsammelplätze dienen.

Seit langer Zeit hat der Kranich einen großen Fankreis. Die Vögel, die eine Spannweite von 2,20 Meter erreichen können, sind Sympathieträger. Viele Kranichfreunde helfen dem „Kranichschutz Deutschland“ bei der Zählung, Beobachtung und Schutz der Tiere. „Was nicht erfasst ist, kann nicht geschützt werden“, sagte Günter Nowald, Geschäftsführer der Kranichschutz Deutschland gGmbH. Seit den 1970er-Jahren gab es jeweils eigene Kranichschutzprojekte von NABU und WWF. „In der ehemaligen DDR kümmerten sich die Mitglieder des ’Arbeitskreises zum Schutz vom Aussterben bedrohter Tierarten in der DDR’ jahrzehntelang um eine intensive Kranicherfassung“, erläuterte Nowald. Nach der Wiedervereinigung gründeten die Kranichschützer gemeinsam mit der „Lufthansa Umweltförderung” 1991 die Arbeitsgemeinschaft „Kranichschutz Deutschland“. Einmal jährlich veranstaltet die Organisation eine mehrtägige Tagung. Sie dient dem Austausch, der Vermittlung neuester Informationen und dem Kennenlernen. Die Tagung ist aber noch mehr. Nowald: „Sie ist auch ein Dankeschön an unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter und Helfer.“ Ohne sie wäre die Arbeit nicht möglich. „Die Tagung findet meistens in Kooperation mit einer örtlichen Gruppe statt“, eröffnete Nowald. Den Teilnehmern bieten sich so Möglichkeiten unterschiedliche Regionen mit ihrer Natur kennenzulernen.

In diesem Jahr fand die Tagung im Tagungshaus Bredbeck statt. „Wir waren einfach mal dran“, fand Gunnar Siedenschnur von der Biologischen Station Osterholz (Bios). Und Kollege Tasso Schikore glaubt: „Wir haben ja auch einiges zu bieten.“ Siedenschnur hat seine Diplomarbeit über Kraniche geschrieben und nimmt seit langer Zeit an den Tagungen teil. „Dann kam die Anfrage vom Kranichschutz“, informierte er.

Mehr als 100 Teilnehmer aus ganz Deutschland waren der Einladung nach Osterholz-Scharmbeck gefolgt. Sie erlebten an drei Tagen mehrere Workshops, Vorträge, Gespräche und zwei Exkursionen zu den regionalen Kranichgebieten. Eine gute Gelegenheit, die Region positiv zu präsentieren, meinte der stellvertretende Bürgermeister Klaus Sass.

„Wir waren für die Organisation vor Ort zuständig. Dazu gehörte die Streckenführung der Exkursion, die Abstimmung mit dem Tagungshaus und ähnliche Dinge. Das war schon aufwendig“, sagte Siedenschnur. Dazu kamen Kleinigkeiten, wie die Dekoration der Räume. „Die Reaktionen waren sehr positiv,“ freute sich Schikore.

Für das inhaltliche Programm war die Arbeitsgemeinschaft zuständig. Ein Thema war beispielsweise der Kranichtourismus – ein Balanceakt. Einerseits kann die Beliebtheit der Kraniche für den Naturschutz nützlich sein. Andererseits kann er ausufern und die Tiere stören. Die Frage dabei lautet, wie die Besucherströme künftig in die richtigen Bahnen geleitet werden können.

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