Neue Hinweise auf Wiederansiedlung in der Hammeniederung / Überfahrenes Jungtier nahe Tietjens Hütte aufgefunden

Der Fischotter kehrt zurück

Landkreis Osterholz. Auf tragische Weise hat sich jetzt bestätigt, dass der Fischotter offenbar nicht nur ins Umfeld der Hammeniederung zurückgekehrt ist, wie Naturschützer vermuten. Die Otter scheinen sich in dem Gebiet auch wieder fortzupflanzen, teilte Tasso Schikore von der Biologischen Station Osterholz (Bios) mit.
09.11.2016, 00:00
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Der Fischotter kehrt zurück
Von Brigitte Lange
Der Fischotter kehrt zurück

Gut zu erkennen: die Schwimmhäute zwischen den Zehen der Fischotter-Pfote.

Tasso Schikore Bios

Landkreis Osterholz. Auf tragische Weise hat sich jetzt bestätigt, dass der Fischotter offenbar nicht nur ins Umfeld der Hammeniederung zurückgekehrt ist, wie Naturschützer vermuten. Die Otter scheinen sich in dem Gebiet auch wieder fortzupflanzen, teilte Tasso Schikore von der Biologischen Station Osterholz (Bios) mit. Dies legt ein Jungtier nahe, das auf der Kreisstraße 9 kurz hinter Tietjens Hütte in Richtung Lilienthal von einem Auto erfasst wurde. Eine Zeugin des Unfalls brachte das tote Tier zur Bios. Dass es sich tatsächlich um ein junges Fischotter-Männchen handelte, bestätigten später Untersuchungen des Kreis-Veterinäramts.

Laut Schikore war die Frau auf dem Heimweg von Osterholz in Richtung Lilienthal, als sie im Scheinwerferlicht ihres Wagens ein marderartiges Tier mit krummen Rücken am Straßenrand kauern sah. „Als sie anhielt, um nachzugucken, überfuhr das nächste Auto das über die Straße laufende Tier“, berichtet der Biologe. Die Frau habe das getötete Tier mitgenommen, es fotografiert und die Bilder an die Biologische Station übermittelt. Am folgenden Morgen brachte sie den Kadaver zu den Biologen. „Mit 3,8 Kilogramm, 60 Zentimeter Kopf-Rumpflänge und 35 Zentimeter Schwanzlänge erwies sich der Otter als junges Männchen“, sagt Schikore. Nicht zu übersehen seien die Schwimmhäute zwischen den Zehen und das wasserabweisende Fell gewesen. „Es war der erste Otter, den wir bei der Bios auf den Tisch bekamen.“

Der Fischotter, so Schikore, sei auf Feuchtgebiete als Lebensraum angewiesen. Wegen seiner starken Verfolgung war sein Bestand landesweit stark zurückgegangen. „Der Otter war in vielen Regionen Niedersachsens nahezu verschwunden – auch in der Hammeniederung; nach 1989 wurde er dort lange Zeit nicht gesichtet“, sagt er. Erst seit einigen Jahren deute sich eine Wiederbesiedelung an. Aber auch dies war bisher nur durch die Funde dreier Altiere belegt, die in den vergangenen vier Jahren überfahren worden waren.

Dass der Otter zurückkommt, hänge mit der Renaturierung der flussnahen Bereiche an Hamme und Wümme zusammen: „Am Niederender See, am Breiten und am Schmalen Wasser finden sich nun wieder deckungs- und nahrungsreiche Zonen für den nach wie vor seltenen und anspruchsvollen Fischotter.“ Für Schikore durchaus ein Erfolg des Naturschutzes.

Für den Biologen steht fest, dass sich nun Naturschutzbehörde und -verbände Gedanken machen müssen, wie die „offenkundige Gefahrenstelle“ bei Tietjens Hütte entschärft werden kann. „Dies kann zum Beispiel durch eine Leitvorrichtung Richtung Hammebrücke bewirkt werden, denn unter der lässt sich der Weg an der Hamme gefahrlos für den Fischotter fortsetzen.“

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