Das Autorinnen-Duo Liliane Skalecki und Biggi Rist aus Lilienthal und Bremen veröffentlicht nächsten Krimi

Der zweite Fall für Heiner Hölzle

Kriminalhauptkommissar Heiner Hölzle und sein Team dringen tief ein in die siebziger Jahre und in die Zeit der RAF-Terroristen. Die Idee zu diesem Kriminalroman stammt von den beiden Autorinnen Liliane Skalecki und Biggi Rist.
11.07.2013, 05:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Der zweite Fall für Heiner Hölzle

Biggi Rist (links) und Liliane Skalecki präsentieren ihren zweiten Krimi.

Usch· Usch

Kriminalhauptkommissar Heiner Hölzle und sein Team dringen tief ein in die siebziger Jahre und in die Zeit der RAF-Terroristen. Die Idee zu diesem Kriminalroman stammt von den beiden Autorinnen Liliane Skalecki und Biggi Rist.

VON ULRIKE SCHUMACHER

Lilienthal. Es klingt nicht nett, aber man muss es so sagen: Liliane Skalecki und Biggi Rist sind Wiederholungstäter. Sie haben es wieder getan, und es hat ihnen Freude bereitet. Die beiden Frauen bringen in diesen Tagen ihren zweiten Krimi auf den Markt. "Schwanensterben" hieß das erste Werk des Autorinnen-Duos aus Lilienthal und Bremen. Kriminalhauptkommissar Heiner Hölzle ermittelte darin am Rande Bremens, wo sich idyllisch gelegen die Wümmelandschaft erstreckt. Und wo – weniger idyllisch – eines Tages in einem Graben eine Leiche liegt.

"Bremen-Krimi" hatte der herausgebende Gmeiner-Verlag unter den Titel gesetzt. Ein Bremen-Krimi ist auch das neue Werk der einfallsreichen Frauen. Diesmal steht aber schon – übers Regionale hinausgehend – "Kriminalroman" unter dem Titel, weil das Thema längst nicht nur Bremen betrifft. Diesmal dringen Hölzle und sein Ermittlerteam tief ein in die siebziger Jahre und somit in die Zeit der RAF.

Bombenattentat auf Hauptbahnhof

Die Idee dazu war schon geboren, als das erste Buch noch gar nicht zu haben war. Die Geschichte zu Schwanensterben war erzählt, der letzte Punkt gesetzt, nun musste der Krimi nur noch gedruckt werden. Und den beiden Frauen kribbelte es wieder in den Fingern. Inspiriert von der Frankfurter Buchmesse entwarfen Liliane Skalecki und Biggi Rist während der Rückfahrt im Zug die ersten Handlungsstränge. Wieder sollte es in ihrem Werk zwei zeitliche Ebenen geben, die miteinander verwoben sind, erzählen die Autorinnen. Der Verlag habe angeregt, die Geschichte in den siebziger Jahren spielen zu lassen. "Das brachte uns auf die Idee, das Thema RAF zu wählen", sagt Liliane Skalecki. "Ein Thema, das ganz selten in Kriminalromanen aufgegriffen wird." Die beiden Frauen begannen, alles zu sammeln, was ihnen dazu in die Finger und zu Ohren kam, und stießen auf Erstaunliches. "1974 war Bremen betroffen", berichtet Liliane Skalecki. "Durch ein Bombenattentat auf den Hauptbahnhof." Als sie mehr darüber erfahren wollten, mussten sie bald aufgeben. Recht spärlich seien die Informationen dazu gewesen, erinnert sich Rist, die mit ihrer Kollegin erst einmal eine Fülle an Material gesammelt hat, um in dem Buch möglichst viel vom damaligen Zeitgefühl wiedergeben zu können. So ist der neue Skalecki-Rist-Krimi eine Mischung aus wahren Fällen und dichterischer Freiheit. Für den Titel reicht wieder nur ein Wort: "Rotglut".

Die Handlung pendelt zwischen 1974 und 2010, als Deutschland fiebert. Es ist Fußball-WM. Und gerade als die deutschen Kicker gegen die Engländer antreten, wird im Bremer Bürgerpark ein schwer verletzter Mann gefunden, der nicht überlebt. Kommissar Heiner Hölzle stößt bei seinen Ermittlungen auf einen Mann, der eigentlich schon seit 35 Jahren als tot gilt. Er wühlt einen alten Entführungsfall auf, und schon bald kommt ihm der Verfassungsschutz in die Quere, der sich für Hölzles Ermittlungen sehr interessiert.

Auf 377 Seiten können die Leser sich an die Fersen des Hauptkommissars heften und mit ihm Licht in den dunklen Fall bringen. 11,99 Euro kostet der soeben im Gmeiner-Verlag erschienene Krimi, für den es auf der Verlags-Homepage schon kräftig Lob gibt. "Obwohl er eine fiktive Geschichte erzählt, versteht es dieser Krimi glänzend, die Stimmung dieser Zeit einzufangen", schreibt die ehemalige Generalbundesanwältin Monika Harms. Und der Krimiautor Arno Strobel meint: "So soll ein Krimi sein." Eine erste Lesung aus seinem Werk bietet das Duo für Dienstag, 27. August, ab 19.30 Uhr in der Bremer Buchhandlung Franz Leuwer, Am Wall 171, an. Bleibt noch zu erwähnen, was man eigentlich schon ahnt: Dass Skalecki und Rist es nicht lassen können. Das Manuskript für Buch Nummer drei ist auch schon fertig und die Idee für ein viertes gerade geboren.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+