Vorbereitungen für Bundeswehr-Großübung Derby in Garlstedt

Nächste Woche beginnt eine internationale Großübung in Bremen und Niedersachsen. Auch die Bundeswehr ist dabei. In Garlstedt entsteht derzeit ein Feldlager für bis zu 1200 Soldaten.
05.04.2016, 14:57
Lesedauer: 2 Min
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Derby in Garlstedt
Von Milan Jaeger

Nächste Woche beginnt eine internationale Großübung in Bremen und Niedersachsen. Auch die Bundeswehr ist dabei. In Garlstedt entsteht derzeit ein Feldlager für bis zu 1200 Soldaten.

Auf dem Gelände der Logistikschule der Bundeswehr in Garlstedt laufen die Vorbereitungen für das Joint Derby 2016 auf Hochtouren. Die Bezeichnung Joint Derby meint eine der größten Verlegeübungen der Bundeswehr in den letzten Jahrzehnten. Die Übung findet unter der Leitung der Streitkräftebasis vom 11. bis zum 22. April 2016 in Niedersachsen und Bremen statt. „Im Mittelpunkt der Übung steht der Aufmarsch in ein fiktives Einsatzgebiet nach einer strategischen Verlegung von Truppen, Fahrzeugen und Material“, informiert ein Bundeswehrsprecher.

Die Hauptmänner Hendrik Türk und Paul Wansiedler sind bereits seit Wochen mit dem Aufbau des Feldlagers beschäftigt. In dem Feldlager auf dem Sportplatz der Lucius-D.-Clay-Kaserne werden die Teilnehmer der Übung nach ihrer Ankunft eine Nacht verbringen, bevor sie zum Übungsplatz weiterfahren.

Türk ist während der Übung der Feldlagerkommandant. „Wir haben das Feldlager mit 80 Mann aufgebaut und werden während der Übung mit 20 Mann vor Ort sein“, sagt Türk. Für den Aufbau und die Betreuung des Feldlagers hat der Kommandant Spezialpioniere aus Husum und das Logistikbataillon aus Beelitz zur Verfügung.

Bei der Joint-Derby-Übung probt die Bundeswehr gemeinsam mit Truppen aus Partnerstaaten die strategische Truppenverlegung. 12 Länder sind an der Übung beteiligt. Garlstedt spielt dabei als Ort von Aufmarsch, Etablierung und Integration der Kräfte eine wichtige Rolle.

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Die Übung wird von Garlstedt aus koordiniert. Über 2000 Soldatinnen und Soldaten aus 12 Nationen mit circa 450 Fahrzeugen werden zwischen Nordholz, Wunstorf, Emden, Bremerhaven und Bergen sowohl in Landmärschen als auch im See- und Lufttransport unterwegs sein.

In der ersten Übungswoche trainieren die Übungsteilnehmer die komplexen taktischen und logistischen Verfahren in einer computersimulierten Gefechtsstandübung an der Logistikschule der Bundeswehr in Garlstedt und setzen diese in der Folgewoche mit realen multinationalen Streitkräften in die Praxis um.

Während Deutschland mit rund 800 Soldatinnen und Soldaten, etwa aus Augustdorf, Delmenhorst und Burg das größte Kontingent stellt, beteiligen sich auch circa 350 niederländische, 250 österreichische und knapp 120 tschechische Soldatinnen und Soldaten an der Übung. Auch andere Nationen wie Luxemburg, Finnland, Ungarn, Kroatien, Rumänien, Italien, Spanien und die USA stellen militärisches Fachpersonal.

Seit Anfang März bauen die Männer von Türk und Wansiedler in Garlstedt eine kleine Zeltstadt für bis zu 1200 Übungsteilnehmer auf. „Wir sind im vergangenen Juli mit der Planung und Errichtung des Feldlagers beauftragt worden“, sagt Türk. Bis zuletzt musste Türk seine Pläne immer wieder umwerfen, weil Übungsteilnehmer dazukamen oder absprangen. „Vor drei Wochen erst haben die Iren abgesagt“, berichtet Türk.

Am nächsten Montag, 11. April, beginnt die Übung. In mehreren Kolonnen von bis zu 30 Fahrzeugen mit bis zu 300 Soldaten werden sich die Übungsteilnehmer dann durch Norddeutschland bewegen: von Wunstorf, Bremerhaven und Nordholz nach Garlstedt und von dort weiter nach Munster und Bergen. Die Jody-Soldaten nutzen Garlstedt als Sammelpunkt, an dem sie ihr Material, das über Cuxhaven kommt, vorbereiten.

Das Jody-Szenario legt typische Phasen eines Auslandseinsatzes zu Grunde: Aufwuchs, Kommunikation und Weiterverlegung sind wichtige Übungsbestandteile. Das Pressezentrum des Kommandos Streitkräftebasis schreibt dazu: „Jeder Soldat muss lernen, seine Aufgaben zu beherrschen, ob es um die Betankung der Fahrzeuge, den Technischen Halt, das Einhalten korrekter Marschabstände oder das Setzen der richtigen Beflaggung auf dem Marsch geht.“

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