Osterholzer Museumsanlage

Die alte Moorschute soll ins Rampenlicht rücken

Osterholz-Scharmbeck. Was muss geschehen, um die Museumsanlage an der Bördestraße in Osterholz-Scharmbeck für Besucher attraktiver zu machen? Und wie rechnet sich die Angelegenheit? Antworten auf diese Fragen soll eine Machbarkeitsstudie liefern.
05.06.2010, 06:21
Lesedauer: 3 Min
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Von Lutz Rode
Die alte Moorschute soll ins Rampenlicht rücken

1984 wurde die 20 Meter lange Torfschute zum Museum transportiert.

Kulturstiftung

Osterholz-Scharmbeck. Was muss geschehen, um die Museumsanlage an der Bördestraße in Osterholz-Scharmbeck für Besucher attraktiver zu machen? Und wie rechnet sich die Angelegenheit? Antworten auf diese Fragen soll eine Machbarkeitsstudie liefern, die der Osterholz-Scharmbeck in Auftrag gegeben hat. Den Mitgliedern des Kreisentwicklungsausschusses wurden jetzt die ersten konzeptionellen Ideen für die Museumsanlage vorgestellt. Anfang August soll die rund 50 000 Euro teure Studie endgültig fertig sein.

Mitarbeiter der Firma Impuls-Design aus Erlangen haben die Museumsanlage in ihrer heutigen Form unter die Lupe genommen. Ergebnis: Die Anlage hat mit der Vogelsammlung, dem Heimatmuseum und dem Areal insgesamt ein Potenzial, mit dem sich etwas anfangen lässt. Zu den Schwächen zählt aber die fehlende klare Ausrichtung. Das, was derzeit in der Museumsanlage gezeigt wird, ist nach Ansicht der Planer ein Sammelsurium von vielen verschiedenen Aspekten der Heimatgeschichte, Kultur und Natur. Ein eindeutiges Profil sei nach außen nicht zu erkennen.

Das muss sich nach Ansicht von Annette Hasselmann, die den Kreistagspolitikern das Grobkonzept vorstellte, ändern. Der Vorschlag: Im Mittelpunkt sollte künftig ausschließlich das Teufelsmoor stehen. Alle Exponate ohne einen Bezug dazu sollten aus der Präsentation 'herausfliegen', so Hasselmann.

Von der Torfgewinnung über die Entstehung von Mooren bis zum Leben im und mit dem Moor im 18. und 19. Jahrhundert reicht die Spanne der Themen, die dort behandelt werden könnten. Insgesamt sollen die einzelnen Aspekte so aufbereitet werden, dass das Erlebnis für die Besucher in den Vordergrund rückt. Zum Konzept gehört auch, dass die Museumsplaner das Außengelände stärker als bisher beleben und nutzen wollen.

Anders als bisher will man auch einen besonderen 'Schatz' der Museumsanlage der Öffentlichkeit präsentieren: Die Sammlung des heutigen Vogelmuseums soll nicht mehr an einem Fleck gezeigt werden, sondern die Vögel sollen den einzelnen Lebensräumen des Teufelsmoores zugeordnet werden, die im Museum ebenfalls gezeigt werden. Man will die Vogelsammlung in die Gesamtschau einbinden. Ein separates neues Gebäude für das Vogelmuseum zu bauen macht aus Sicht der Planer keinen Sinn.

Gedanken haben sich die Museumsplaner auch über das frühere Wohnhaus des Oberkreisdirektors gemacht. Im Lageplan für das Gelände steht an dieser Stelle das Wort 'Abriss', versehen allerdings mit drei Fragezeichen. 'Es hätte schon seinen Reiz, wenn es nicht mehr stehen würde und die Fläche für die Gestaltung des Außengeländes zur Verfügung stehen würde', erläuterte Hasselmann.

Das bisherige Konzept sieht aber auch einen Neubau vor: Direkt an der Bördestraße soll nach den Vorstellungen des Planungsbüros ein neues, mit viel Glas gestaltetes Empfangsgebäude entstehen, in dem neben einem Museumsshop und dem Kassenbereich als Blickfänger die alte Moorschute aufgebaut werden könnte, die in der Scheune außerhalb der Klostermauern derzeit eher ein Schattendasein fristet.

Auch an die Parkplätze ist gedacht worden. Auf dem Gelände des früheren Wasserwerks könnten 150 Parkplätze entstehen. Für den Busverkehr ist vorgesehen, vor dem Museum eine Haltebucht für das Ein- und Aussteigen zu schaffen, die Busse selbst sollen nicht in unmittelbarer Nähe des Museums parken. Die Planungen sehen ferner einen Radverleih und eventuell eine Touristinformation auf dem Museumsgelände vor.

Die Leute von 'impuls design' planen nicht ins Blaue hinein, sondern werden auch Berechnungen zu den Kosten und der Wirtschaftlichkeit des Unternehmens 'Museumsanlage' vorlegen. Die Fachleute gehen davon aus, dass die Museumsanlage das Potenzial für jährlich 35 000 Besucher hat. Gedacht ist vor allem an Leute, die einen Ausflug in die Region mit einem Abstecher ins Museum verbinden.

Ob die Pläne verwirklicht werden können, ist für Landrat Dr. Jörg Mielke vor allem ein Rechenexempel: Die Machbarkeitsstudie werde belastbare Zahlen über den zu erwartenden finanziellen Aufwand und die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens liefern, die mit den heutigen Belastungen verglichen werden sollen. Der Defizit-Ausgleich für die Kulturstiftung Landkreis Osterholz, für den der Landkreis jährlich aufkomme, liege heute im 'ordentlichen sechsstelligen Bereich', so Mielke. Der Löwenanteil davon gehe nicht an die Einrichtungen in Worpswede.

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