Mechthild Ahlers von der Niedersächsischen Gartenakademie gibt Landfrauen wissenswerte Ratschläge Die Arbeit kann jetzt beginnen

Neue Tipps und viele Anregungen für die Gestaltung des Gartens bekam der Landfrauenverein Osterholz-Scharmbeck von Mechthild Ahlers. Die Expertin der Gartenakademie war einer Einladung des Vereins in die Kreisstadt gefolgt.
30.03.2013, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Ilse Okken

Neue Tipps und viele Anregungen für die Gestaltung des Gartens bekam der Landfrauenverein Osterholz-Scharmbeck von Mechthild Ahlers. Die Expertin der Gartenakademie war einer Einladung des Vereins in die Kreisstadt gefolgt.

Osterholz-Scharmbeck. Zum ersehnten Frühlingsanfang hatte Mechthild Ahlers gleich einen Tipp für ihre gut 50 Zuhörerinnen: "Der Beginn der Forsythienblüte ist das Startsignal für den Erstfrühling. Jetzt sollte der Rosenschnitt erfolgen. Die Beete müssen freigelegt und gedüngt werden." Die Mitarbeiterin der Gartenakademie aus Bad Zwischenahn war zu Gast beim Landfrauenverein Osterholz-Scharmbeck. Unter dem Motto "Geht nicht, gibt’s nicht" zeigte sie Lösungsansätze für die Gartengestaltung unter erschwerten Bedingungen.

Anhand von Fotos erklärte sie anschaulich, wie man aus Problemzonen wie extrem sonnigen Beeten an Hausmauern, schattigen Plätzen unter Bäumen oder Straßenrandbereichen ansprechende Gartenzonen mit besonderem Flair schaffen kann.

Eigene Handschrift für den Garten

Ob streng strukturierter Kiesgarten oder blumig, naturverbunden und kreativ – pflegeleichte Grünanlagen seien typenabhängig. Der Garten müsse dem Ordnungssinn seiner Besitzer entsprechen, so Mechthild Ahlers. Sie unterteilte sie in bodenverbundene Zupftypen und Abstand wahrende Hacktypen. Anhand von Beispielen zeigte sie, wie man Staudenbeete durch Pflanzenauswahl und Höhenabstufungen wirkungsvoll strukturiert. Eine dominante Leitpflanze, wenige Begleitstauden und diverse Füllpflanzen als Bodendecker würden für Harmonie sorgen.

Ideale Lückenfüller seien die robusten Funkien, die sich schon in Bauerngärten bewährt hätten. "Die werden mit jedem Wetter und jedem Boden fertig", so die Fachfrau. Frische Weichzeichner wie der Frauenmantel und vielseitig einsetzbare Bodendecker wie die immergrüne, teppichartige Waldsteinie würden dem Zupftypen viel Gestaltungsspielraum bieten. Mit gebündelt, dicht an dicht gepflanzten Zwiebelblumen, Gräsern oder Blühstauden könne man je nach Jahreszeit optische Akzente setzen. Hier laute die Devise: "Nicht kleckern, sondern klotzen."

Für die Herbst- und Wintersaison präsentierte sie Bilder von pfiffigen Hinguckern, die dazu beitragen sollen, Werden und Vergehen im Garten mit Gelassenheit und Humor zu ertragen. Ihr Rat: "Mit vorgezogener Kapuzinerkresse, die alles überrankt, legen Sie im Herbst einen Hauch von Frische über alles Vergehende". Laub sei purer Dünger, der den Pflanzen im Winter Schutz und Nahrung biete. "Rindenmulch und Häckselschredder sind unverdaulich wie ausgestreute Kotelettknochen. Sie laugen den Boden aus, sind aber zum Abstreuen von Wegen brauchbar", so der Tipp der Expertin.

Mit geschickt platzierten Hecken oder kreativ verflochtenen Weidenzweigen könne man geschützte Gartenräume und Sitzecken schaffen oder zum Beispiel Kompostecken verstecken. Blickfänge wie aparte Sitzplätze oder dekorative Details seien ideal zur Schaffung von Ruhezonen, die zum Verweilen einladen und die Blicke fesseln. In der Beschränkung zeige sich der Meister, meinte Ahlers und demonstrierte dies an Wirkung von Bäumen und Sträuchern. "Gestalten heißt ordnen", so ein weiterer Leitsatz. Es gelte, die Gartenbereiche miteinander zu verschlingen. So sei es hilfreich, beim Anlegen von Wegen einen Gartenschlauch kurvenförmig auszulegen und damit für Dynamik zu sorgen.

Mit originellen Ideen könne man dem Garten eine eigene Handschrift geben, meinte sie und zeigte Fotos von bepflanzten Schuhen und Skulpturen aus Reisig. "Machen Sie sich auf den Weg zu Ihrem eigenen Garten und tun Sie es mit Freude", appellierte die Referentin zum Schluss ihres lebendigen Vortrages.

"Sie haben uns gezeigt, wie man den Garten auf Schick bekommt", dankte die Landfrauen-Vorsitzende Regina Schröder der Referentin.

Mechthild Ahlers ist bei der Niedersächsischen Gartenakademie in Bad Zwischenahn (www.nds-gartenakademie.de) zu erreichen. Gartentelefon: 04403/983811 (Montag bis Freitag 9 bis 12 Uhr). Pflanzenschutz-Hotline: 0441/801789 (dienstags und donnerstags von 10 bis 12 Uhr (in der Gartensaison).

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