Linie-4-Fahrzeug für Lilienthal feiert Premiere / Lieferung erfolgt wegen BSAG-Sammelbestellung schon jetzt Die erste von zwei Bahnen ist im Einsatz

Um künftig den 15-Minuten-Takt in der Hauptverkehrszeit auf der zirka 5,5 Kilometer langen Strecke in beide Richtungen einhalten zu können, werden für die Verlängerung der Linie 4 bis zum Falkenberger Kreuz zwei neue Straßenbahnwagen benötigt. Die eine der zwei Niederflur-Bahnen feierte gestern in Bremen bereits ihre Premiere.
07.08.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Die erste von zwei Bahnen ist im Einsatz
Von Peter Hanuschke

Um künftig den 15-Minuten-Takt in der Hauptverkehrszeit auf der zirka 5,5 Kilometer langen Strecke in beide Richtungen einhalten zu können, werden für die Verlängerung der Linie 4 bis zum Falkenberger Kreuz zwei neue Straßenbahnwagen benötigt. Die eine der zwei Niederflur-Bahnen feierte gestern in Bremen bereits ihre Premiere.

Lilienthal·Bremen. Zwar sind bisher nur Gleise vornehmlich im Lilienthaler Ortskern verlegt, aber die erste der beiden Straßenbahnwagen des Fabrikats Bombardier Flexity Classic für die Wümmegemeinde ist bereits fahrbereit. Gestern Nachmittag wurde das neue Fahrzeug an der Wendeschleife am Bürgerpark vorgestellt. Der Niederflur-Straßenbahnwagen wird bis zur geplanten Fertigstellung der Linie 4 bis zum Falkenberger Kreuz im Sommer kommenden Jahres bereits im Bremer Straßenbahnnetz eingesetzt.

Die Bahnen kosten jeweils rund 2,5 Millionen Euro. Gefördert werden sie zu 75 Prozent von der niedersächsischen Landesverkehrsgesellschaft. Die restlichen 25 Prozent werden von der Bremer Straßenbahn AG vorfinanziert – Lilienthal zahlt das Geld im Rahmen der jährlichen Betriebskosten zurück, und zwar über 25 Jahre.

Dass die Bahnen bereits Monate vor Fertigstellung der Verlängerung der Linie 4 geliefert werden, hängt mit den Kaufoptionen zusammen, die die BSAG mit dem Hersteller vereinbart hatte. "Wir haben uns bereits im vergangenen Jahr an diese Großbestellung rangehängt", so Lilienthals Bürgermeister Willy Hollatz. Wären die beiden Straßenbahnen als Einzelbestellung erfolgt, hätten sie jeweils über drei Millionen Euro gekostet. 34 dieser Bahnen hat die BSAG bereits in Betrieb, neun weitere werden geliefert, die beiden Lilienthaler Fahrzeuge gehören zu dieser Bestellung.

Die BSAG hatte die Präsentation der Niederflurbahn ganz bewusst an der Wendeschleife am Bürgerpark vorgenommen. BSAG-Vorstandssprecher Wilfried Eisenberg erinnerte daran, dass von dort aus bereits die Kleinbahn "Jan-Reiners" bis nach Lilienthal und weiter fuhr, und zwar bis 1954. "Das ist ein weiterer wichtiger Baustein für das Gesamtprojekt", sagte Bürgermeister Hollatz. "Es zeigt, es geht weiter voran." Der Aufkleber auf der Bahn "Lilienthal – Lebendige Vielfalt" sei mehr als nur symbolisch zu verstehen. Die Gemeinde sei vielfältig, es bewege sich viel und sie habe ein enormes Entwicklungspotenzial – die Linie 4 sei dafür die richtige Ergänzung. Bauamtsleiter Manfred Lütjen geht davon aus, dass das Projekt im Juli fertig gestellt ist. Nach den Probefahrten könne die Linie 4 im September 2013 ihren Betrieb aufnehmen.

Zusätzlicher Bedarf an Bahnen

Die 34 Niederflurbahnen der neuesten Generation werden bisher auf den Linien 1,3 und 6 eingesetzt. Nach und nach folgen weitere Verbindungen, darunter vorrangig die Linie 4. Dass eine Verlängerung des Streckennetzes automatisch einen zusätzlichen Bedarf an Straßenbahnen verursacht, wird daran deutlich, dass allein für die rund 18 Kilometer zwischen Arsten und Borgfeld bereits jetzt 25 Wagen benötigt werden, um in der Hauptverkehrszeit einen Fünf-Minuten-Takt gewährleisten zu können. Die neuen Bahnen bieten 134 Steh- und 105 Sitzplätze. Bei der Generation davor sind es 100 Steh- und 80 Sitzplätze. "Auch diese Bahnen werden weiter im Einsatz sein – auch auf der Linie-4-Strecke ", erklärt Heiner Brünjes von der BSAG-Pressestelle. "Neben den zusätzlichen Plätzen bieten die neuen Niederflur-Bahnen vor allem viel Platz für Rollstühle, Kinderwagen, Rollatoren und Gepäck." Auch die Beinfreiheit sei gegenüber älteren Zügen deutlich verbessert.

Jede der neuen Bahnen erhalte zudem einen Hublift an der ersten der insgesamt fünf Türen. Brünjes: "Und mit dem Einbau einer leistungsfähigen Belüftung mit Unterstützung kühler Luft erfüllt die BSAG einen weiteren Wunsch der Fahrgäste."

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