Expertin bei Gnarrenburger Landfrauen

Die Kraft der wilden Kräuter

Sabine König kennt sich aus mit Brennnessel, Giersch und Löwenzahn. Die Diplom-Umweltwissenschaftlerin ist Wildkräuterexpertin. Jetzt war König als Referentin zu Gast bei den Gnarrenburger Landfrauen.
13.01.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von INGRID MAHNKEN

Sabine König kennt sich aus mit Brennnessel, Giersch und Löwenzahn. Die Diplom-Umweltwissenschaftlerin ist Wildkräuterexpertin. Jetzt war König als Referentin zu Gast bei den Gnarrenburger Landfrauen.

Schon bald keimen, sprießen und wuchern sie auch wieder in den Gärten: Wildkräuter. Über Lebensbedingungen von Brennnessel, Giersch und Löwenzahn, welche Bedeutung sie für den Garten, aber auch welche Einsatzmöglichkeiten sie für Mensch und Tier haben und wie man die Pflanzen wieder loswerden kann, darüber informierte Sabine König, Wildkräuterexpertin auf Einladung der Gnarrenburger Landfrauen.

Es gibt unzählige Möglichkeiten, Wildkräuter in der Küche einzusetzen, erfuhren die Landfrauen. Um zu demonstrieren, wie schmackhaft diese Kräuter tatsächlich sind, hatte die Referentin eine kleine Kostprobe an Wildkräuterschnittchen für ihre Gäste mitgebracht.

Dabei berichtete die Diplom Umweltwissenschaftlerin, die in Ostendorf bei Bremervörde ein Wildkräuterparadies geschaffen hat, aus eigener Erfahrungen über die beeindruckende Kraft, Vielfalt und Geschichte, die in den alltäglichen Wildpflanzen, Blüten und Früchten steckt, aber wie man sie auch wieder loswerden kann. Dabei gäben Brennnessel, Löwenzahn und Co. bei genauerer Betrachtung Auskunft über die Bodenbeschaffenheit. So könnten zum Beispiel Brennnessel und Löwenzahn mit ihren Nährstoffen die Bodenbeschaffenheit Dank ihrer Nährstoffe regulieren und zu verbesserten Ernteerträgen von Kräutern und Obstbäumen beitragen. Außerdem deckten die Blätter der Brennnessel den Tisch für die Raupen der Schmetterlinge. Getrocknete Blätter könnten rheumatischen Beschwerden vorbeugen, die Milchproduktion bei Schafen und Kühen anregen und bei Hunden für glänzendes Fell sorgen.

Giersch wiederum sei eine beliebte Nahrungsquelle für Hummel, Schmetterling und andere Insekten. Die Blüten des Löwenzahns stünden bei den Bienenvölkern hoch im Kurs. Auch Hasen und Meerschweinchen liebten die knackigen Blätter und Blüten. In der Volksmedizin haben sie als Heilpflanze einen hohen Stellenwert bei den Volkskrankheiten wie Gicht, Rheuma oder Arthritis Sie könnten im Salat verzehrt oder als Tee getrunken den Blutzuckerspiegel ausgleichen, den Gallenfluss anregen, entgiften, entschlacken und das Blut reinigen. „Dabei eignet sich Giersch hervorragend als Ersatz für Petersilie“, sagte die Referentin. Es bereichere Gemüse, Suppen, Aufläufe und Pesto. Verdauungsfördernde Eigenschaften werden dem Löwenzahn zugesprochen, der in Suppen, Soßen, Eierspeisen oder Frischkäse zum Einsatz kommen kann.

Aber wenn die Wildkräuter im Garten zu viel werden, könne man ihnen mit einer dicken Lage Grasabschnitt, Stroh oder Rindenmulch beikommen. Außerdem schwört Sabine König für ein Umgraben nach dem Mondkalender oder ein konsequentes regelmäßiges Mähen. Anschließend stand die Referentin den Landfrauen Rede und Antwort. Da die Power-Pflanzen voller Vitamine, Spurenelementen und Vitalstoffe stecken würden, die es in den Zierpflanzen gar nicht mehr gebe, sollte man die Gaben zu Beginn wohl dosieren, da sie ansonsten einen durchschlagenden Erfolg auf den Darm auslösen könnten, wie eine Teilnehmerin aus eigener Erfahrung berichtete.

Die Landfrauen Vorsitzende Rita Tietjen bedankte sich bei der Referentin und war sich sicher, dass ihre Landfrauen die Wildkräuter künftig sicherlich mit anderen Augen sehen würden.

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