Ohlenstedt Die Schattenseite des Brauchtums

Ohlenstedt. Das Umschichten des Holzes kurz vorm Entzünden der Osterfeuer ist Pflicht. Es soll verhindern, dass Tiere darin verbrennen.
18.04.2017, 00:00
Lesedauer: 1 Min
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Die Schattenseite des Brauchtums
Von Brigitte Lange

Ohlenstedt. Das Umschichten des Holzes kurz vorm Entzünden der Osterfeuer ist Pflicht. Es soll verhindern, dass Tiere darin verbrennen. Denn das „mutwillige Töten“ von wilden Tieren ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz strafbar. Entsprechend weist die Kreisstadt in ihrem Merkzettel zu Brauchtumsfeuern die Veranstalter aufs Umschichten hin. Dass dies bei allen 25 genehmigten Osterfeuern passiert, davon geht die Stadtverwaltung aus, wie sie der Redaktion auf Nachfrage sagte.

In Ohlenstedt hatte unser Bericht zum Thema jedoch eine Bürgerin alarmiert. Die für das Osterfeuer angelieferten Äste hätten von Beginn an auf der Feuerstelle gelegen, berichtet sie. Sie habe den Veranstalter aufs Umschichten angesprochen und erfahren, das werde noch geschehen. Man werde den Haufen mit einem Frontlader anheben, Heu zum Anzünden unterschieben und alles wieder absenken. Sie habe erklärt, dass sich das nicht nach Umschichten anhöre, wollte dabei sein. Aber als sie zur vereinbarten Zeit eintraf, war die Arbeit getan. „Ich konnte nur noch den Beteiligten glauben, dass sie umgeschichtet hatten.“

Nun hegt sie Zweifel: In den Resten des Feuers hat sie Knochen entdeckt, die zu groß für eine Maus seien. Sie tippt auf einen Igel, vermutet weitere Knochen. Suchen konnte sie sie gestern nicht. Die Reste des Feuers hätten noch geschwelt, Flammen seien aufgeflackert. Die Polizei wurde deshalb informiert. Denn dass Feuer und Glut beim Verlassen der Feuerstelle erloschen sein müssen, steht ebenfalls auf dem Merkzettel der Kreisstadt.

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