Gewässer- und Landschaftspflegeverband Teufelsmoor tagt in Grasberg und zurrt große Projekte fest Die Wörpe wird weiter renaturiert

Grasberg·Landkreis Osterholz. Der Gewässer- und Landschaftspflegeverband (GLV) Teufelsmoor hat in seiner jüngsten Vorstands- und Ausschusssitzung in Grasberg nicht nur Bilanz gezogen, sondern auch größere Projekte in den Blick genommen. Erhebliche Mittel sollen in die weitere Renaturierung der Wörpe, in die Ritterhuder Schleuse und den Giehler Bach gesteckt werden.
22.01.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Klaus Göckeritz

Grasberg·Landkreis Osterholz. Der Gewässer- und Landschaftspflegeverband (GLV) Teufelsmoor hat in seiner jüngsten Vorstands- und Ausschusssitzung in Grasberg nicht nur Bilanz gezogen, sondern auch größere Projekte in den Blick genommen. Erhebliche Mittel sollen in die weitere Renaturierung der Wörpe, in die Ritterhuder Schleuse und den Giehler Bach gesteckt werden.

Geschäftsführer Andreas Burfeind und Verbandsdirektor Hermann Meyer berichteten von einem erheblichem Aufwand, mit dem der naturnahe Umbau der Wörpe weiter vorangetrieben werden soll. So stehen im Haushalt rund 230000 Euro für Arbeiten am Oberlauf bei Schnakenmühlen und weitere 25000 Euro für ein geplantes Projekt in der Gemeinde Grasberg.

In Schnakenmühlen soll die Wörpe in Richtung Quelle in mehreren Schritten umfassend renaturiert werden. Der Verband nimmt für den Zukauf von Uferrandstreifen ebenso Geld in die Hand wie für Kieseinträge ins Gewässer und die naturnahe Gestaltung der Böschungen. Auf der Agenda steht außerdem ein Bereich in der Gemeinde Grasberg. Dort will der Verband in entsprechende Planungen einsteigen. Details würden erarbeitet, fest stehe indes, dass ortsnahe Bereiche des Gewässers renaturiert werden sollen.

Auch in die Schleuse in Ritterhude wurde in der Vergangenheit erheblich investiert. 2009 wurden drei Wehrfelder trockengelegt und mit einem Aufwand von rund 215 000 Euro saniert. Daran beteiligte sich das für Weser, Lesum und Wümme zuständige Wasser- und Schifffahrtsamt Bremen mit einem Anteil von 50 Prozent. Auch in diesem Jahr wird die Schleuse den Gewässer- und Landschaftspflegeverband beschäftigen. Nach den aktuellen Planungen soll die Schleusenkammer trockengelegt und saniert werden. Im Haushaltsplan des GLV sind dafür 200000 Euro eingestellt worden. Ob dieser Betrag ausreichend oder zu großzügig bemessen ist, stellte der Geschäftsführer in Frage. Es sei ein Glücksspiel, man werde im Zuge der Sanierung sehen, welche Arbeiten notwendig sind, so Andreas Burfeind. Ein weiteres großes Projekt ist die naturnahe Umgestaltung des Giehler Bachs unterhalb der Landesstraße von Hambergen nach Lübberstedt bis zur Mündung in die Hamme. Das Volumen bezifferte die Geschäftsführung auf 450

000 Euro, die in eine naturnahe Umgestaltung fließen sollen.

Der Verbandshaushalt umfasst Einnahmen und Ausgaben von jeweils knapp zwei Millionen Euro, berichtete Geschäftsführer Andreas Burfeind weiter. Größter Einnahmeposten sind die Beiträge der rund 25000 Mitglieder. Auf der Ausgabenseite steht außer Posten wie Löhnen und Gehältern auch die Anschaffung von zwei Baggern. Zum Fuhr- und Maschinenpark gehören seit dem vergangenen Jahr ein Mobilbagger und ein 18 Tonnen schwerer neuer Raupenbagger. Der Verband steht auf sicheren Füßen. "Die Beiträge sind seit vielen Jahren stabil und bleiben es auch", sagte Verbandsdirektor Hermann Meyer im Verlauf der Versammlung im Schützenhof Wörpedorf.

Durchgesetzt hat sich der GLV in einem Rechtsstreit mit dem Landkreis Rotenburg. Die Verwaltungsrichter in Stade haben entschieden, dass der GLV nicht für eine Ufersicherung am Oste-Hamme-Kanal in den Gemarkungen Findorf, Langenhausen und Barkhausen zuständig ist. "Eine Ufersicherung zum Schutz anliegender Grundstücke gehört nicht zu einer Unterhaltung", zitierte Andreas Burfeind aus dem rechtskräftigen Gerichtsurteil. Vorstand und Geschäftsführer bewerteten das Urteil als existenziell. Hätte sich der Landkreis Rotenburg mit seiner Auffassung durchgesetzt, hätte dies eine lange Reihe von Baumaßnahmen an anderen Gewässern im Verbandsgebiet zur Folge haben können.

Der Gewässer- und Landschaftspflegeverband Teufelsmoor hat aktuell rund 25000 Mitglieder. Das Verbandsgebiet erstreckt sich auf ein Gebiet zwischen Osterholz-Scharmbeck, Hambergen, Lilienthal, Worpswede, Grasberg, Tarmstedt, Gnarrenburg und Rhade. Die Mitarbeiter des Verbands betreuen in diesem Bereich rund 400 Kilometer an Gewässern zweiter und etwa genauso viele Kilometer dritter Ordnung. In der Obhut des GLV liegen dazu 40 Kilometer an Wegen, ein Schöpfwerk in Waakhausen und ein etwa 15 Hektar großes Hochwasserrückhaltebecken.

Der GLV ist ebenso für die Schleusen in Ritterhude, Teufelsmoor und in Viehspecken zuständig. Der Pflegeverband sorgt laut Auftrag für einen ordnungsgemäßen Ablauf des Wassers im genannten Bereich und nimmt zunehmend auch die Ökologie in den Blick. So wurde mit maßgeblicher Unterstützung des GLV die Wörpe naturnah umgestaltet, und es entstand ein Erlebnispfad für Kinder nahe Wilstedt. Der Verband beschäftigt derzeit rund 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Geschäftsstelle befindet sich in Worpswede. Verbandsdirektor ist Hermann Meyer, Geschäftsführer Andreas Burfeind. "Der Verband ist gesund", sagte Hermann Meyer abschließend.

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