DRK-Kreisverband Viel Arbeit geht aufs Corona-Konto

Das Jahr 2020 stand auch beim Kreisverband Osterholz des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) ganz im Zeichen der Pandemie. Die Rotkreuzler waren nicht nur im Dauereinsatz, sondern auch selbst stark Beeinträchtigte.
30.11.2021, 16:37
Lesedauer: 3 Min
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Viel Arbeit geht aufs Corona-Konto
Von Antje Borstelmann

Landkreis Osterholz. 780 Stunden Arbeit allein für die Planung und Instandsetzung des Pandemie-Behelfskrankenhauses in Ritterhude, dazu ungezählte Hilfsstunden für einen Einkaufsdienst und einen Mahlzeitendienst oder die Unterstützung des Impfzentrums in der Stadthalle Osterholz-Scharmbeck: Das Jahr 2020 stand auch beim Kreisverband Osterholz des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) ganz im Zeichen der Pandemie. Als einer der größten Wohlfahrtsverbände im Landkreis sei das Deutsche Rote Kreuz einerseits von diversen pandemiebedingten Einschränkungen betroffen gewesen und noch betroffen, sei aber andererseits auch seit Beginn der Corona-Welle überdurchschnittlich stark zum Wohle der Menschen im Einsatz, fasste DRK-Präsident Thorben Prenntzell jüngst bei der Kreisversammlung des DRK-Kreisverbandes in Grasberg zusammen. „So viel können wird sagen: Das DRK war immer da, wenn’s gebraucht wurde!“, so Prenntzell. Man habe viele positive Rückmeldungen erhalten, "die uns sehr freuen und allen haupt- und ehrenamtlichen Rotkreuzlern zeigen, dass ihr Engagement wahrgenommen wird“, bedankte sich der DRK-Präsident.

Abgesagte Kurse

Allerdings sei das DRK auch unmittelbar von den Konsequenzen der Pandemie betroffen gewesen. Prenntzell erinnerte an abgesagte Erste-Hilfe-Kurse, Notbetreuung in den Kitas und ausgefallene Treffen  der DRK-Bereitschaften und der Jugendrotkreuz-Gruppen in Grasberg und Osterholz-Scharmbeck.

Zu den Höhepunkten des Osterholzer DRK-Jahres 2020 gehörten unter anderem die Fertigstellung des Umbaus der Rettungswache in Schwanewede und die Indienststellung neuer Rettungswagen sowie eines Gerätewagens Sanität. Ferner nannte Patrick Grotheer, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Osterholz, in diesem Zusammenhang den Baubeginn der Kitas in Westerbeck sowie Grasberg und der Geschäftsstelle an der Bördestraße in Osterholz-Scharmbeck.

Mitglieder geehrt

Traditionell bildet die DRK-Kreisversammlung auch den Rahmen, um langjährige aktive Mitglieder zu ehren. Für ihre Mitarbeit in den DRK-Bereitschaften wurden diesmal Evelyn Spang (40 Jahre), Udo Haarhaus und Andrea Neumann (35 Jahre) sowie Sabine und Ralf Rohdenburg (30 Jahre) ausgezeichnet.

Bei den Wahlen zum Präsidium wählten die Delegierten als neue Vizepräsidentin und damit Nachfolgerin von Annefriede Thoms Ute Rossol aus Lilienthal. Thorben Prenntzell (Präsident), Wolfgang Liening (Justitiar), Almuth Wagner (Beisitzerin) und Nadine Wellna (JRK-Leitung) wurden in ihren Ämtern einstimmig bestätigt.

Zur Sache

Immer mit Herzblut dabei

Den emotionalen Höhepunkt des Abends bildete der Abschied der langjährigen stellvertretende Präsidentin Annefriede Thoms, die bei den anstehenden Wahlen aus Altersgründen nicht mehr für das Präsidium kandidierte. Die stellvertretende Präsidentin des DRK-Landesverbandes Niedersachsen, Mechthild Ross-Luttmann, war als Gast nach Grasberg gekommen, um Thoms für ihr über 40-jähriges Engagement im DRK zu danken.

Thoms hat das DRK seit ihrer Ausbildung zur Schwesternhelferin 1981 bis heute ehrenamtlich unterstützt. Sie gründet im Ortsverein Lilienthal 1982 in der einen Altenkreis mit Angeboten wie Töpfer-, Handarbeits- und Basargruppe sowie einen regelmäßigen Mittagstisch. In der Stiftung Amtmann-Schroeter-Haus in der Wümmegemeinde bot Thoms im Namen des DRK monatlich Gesundheitsvorträge an. In Zusammenhang mit der Gesundheitsförderung organisiert die rastlose Seniorin im „Haus der Bewegung und Begegnung“ des DRK-Kreisverbandes sowie in der Begegnungsstätte der Stadt Osterholz-Scharmbeck seit 1991 bis heute Tanzen mit Senioren.

Von 2000 bis 2020 war die mittlerweile 84-Jährige stellvertretende Präsidentin des DRK-Kreisverbandes und  für die Sozialarbeit zuständig. 1997 wurde Annefriede Thoms mit der  Verdienstmedaille des DRK-Landesverbandes Niedersachsen und im Februar 2011 mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. „Mit Frau Thoms geht ein unheimlicher Schatz verloren“, stellte Mechthild Ross-Luttmann, stellvertretende Präsidentin des DRK-Landesverbandes Niedersachsen, bei der Verabschiedung Thoms' aus dem Präsidium fest. „Sie ist immer mit innerer Überzeugung und voller Lebensleistung ehrenamtlich tätig gewesen. Das geht nicht, ohne dass man mit Herzblut dabei ist.“

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