Musikerkollegen helfen mit Benefizkonzert Frank Hoffmann bei der Suche nach einem Stammzellenspender „Du bist noch nicht entlassen“

Frank Hoffmann ist Musiker – und er ist schwer krank. Der Sänger und Gitarrist leidet an Leukämie. Seine große Hoffnung ist, dass ein passender Stammzellenspender gefunden wird. Um einen solchen zu ermitteln, soll es in Tarmstedt am 9. Februar eine groß angelegte Typisierungsaktion geben. Das Geld dafür wollen seine Musikerkollegen bei einem Benefizkonzert mit drei Bands am 19. Januar im Tarmstedter Hof sammeln.
08.01.2013, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Lars Fischer

Frank Hoffmann ist Musiker – und er ist schwer krank. Der Sänger und Gitarrist leidet an Leukämie. Seine große Hoffnung ist, dass ein passender Stammzellenspender gefunden wird. Um einen solchen zu ermitteln, soll es in Tarmstedt am 9. Februar eine groß angelegte Typisierungsaktion geben. Das Geld dafür wollen seine Musikerkollegen bei einem Benefizkonzert mit drei Bands am 19. Januar im Tarmstedter Hof sammeln.

Tarmstedt. Chronisch Lymphatische Leukämie (CLL) und Aplastischer Anämie, das ist die niederschmetternde Diagnose, die Frank Hoffmann vor fünf Jahre erhielt. Bis dahin hatte der heute 45-Jährige keinerlei Beschwerden. Dann fühlte er sich immer müder und brach irgendwann beim Fitnesstraining zusammen. Der Sauerstoffgehalt in seinem Blut war so niedrig, dass er eigentlich permanent ohnmächtig hätte sein müssen. Sein Körper hatte sich an die schleichende Abnahme gewöhnt.

Es hätte ihn auch auf der Bühne erwischen können, denn Hofmann ist Rockmusiker. Seit 1998 spielt er zusammen mit seinem Freund Reiner Paul bei den Blue Flames. Eine Band, die beide gründeten, um ihrer Leidenschaft für handgemachte Rock’n’Roll-Klassiker, Beat- und Surfsongs aus den 50er- bis 70er-Jahren zu frönen. Zu dieser Zeit arbeitete Hoffmann als Ortsplaner in Ritterhude – ein Job im öffentlichen Dienst, der so gar nicht zu ihm passte, wie er irgendwann feststellte, um dann "in den Sack zu hauen", wie er sagt. Er zog von Wilstedt nach Tarmstedt, gab Gitarren- und Klavierunterricht, gründete eine Ich-AG und trat regelmäßig mit seiner Band, zu der inzwischen Bassist Benny Rossmann und der polnische Schlagzeuger Eric Ciesielski dazugekommen waren, auf.

Hoffmanns Hoffnung

Heute ist er Rentner und die Verbindung zu seinen Kollegen und Freunden wollte er, als es ihm im vergangenen Herbst immer schlechter ging, aufgeben. Aber darauf ließ sich allen voran Paul überhaupt nicht ein. "Du bist noch nicht entlassen, Alter!", waren seine Worte, denen Taten folgten: Gemeinsam mit zwei weiteren Bands wollen die Blue Flames rocken, damit ein passender Stammzellenspender für Frank Hoffmann gefunden werden kann.

Dass dieses Unterfangen schwierig, aber nicht unmöglich ist, hat der Tarmstedter bereits erfahren. Es gab einen passenden Spender, dessen Aufwand sich auf eine zirka vierstündige Blutspende beschränkt hätte. Innerhalb von 48 Stunden müssen die Transfusionen vom Spender beim Patienten angekommen sein, es gibt weltweite Kooperationen zwischen den Spender-Organisationen. Hoffmann lag bereits im Krankenhaus, die zuvor notwendigen Maßnahmen waren schon eingeleitet, als der potenzielle Spender absprang.

Dennoch ist er weiter voller Hoffnung; allein der Gedanke, dass es Menschen irgendwo auf der Welt gibt, die bereit wären, ihm das Leben zu retten, sei "der Hammer" sagt er. "Die könnten sich ja auch mit Biertrinken und Rock’n’Roll beschäftigen – so wie ich das früher getan habe", findet er.

Wer sich als Spender zur Verfügung stellt, dem wird zunächst nur eine kleine Menge Blut abgenommen, die dann anonymisiert untersucht und die Ergebnisse in der DKMS, der Deutschen Knochenmarkspenderdatei eingestellt werden. Ob davon Hoffmann oder möglicherweise andere Erkrankte profitieren können, ist dabei offen.

Fest steht aber, dass bei einer solchen Typisierung Kosten in Höhe von rund 50 Euro pro Person entstehen, die nur über Spenden finanziert werden. Nicht jeder Spender kann die Kosten für die Laboruntersuchungen selber aufbringen – und muss es auch nicht. Aus diesem Grund organisieren Musikerkollegen und Freunde von Frank Hoffmann das Benefizkonzert am Sonnabend, 19. Januar, um 20 Uhr im Tarmstedter Hof, der Eintritt beträgt acht Euro.

Mit dabei sind natürlich die Blue Flames. In großer Formation treten Soulala auf: Zwölf Soulfans haben sich im Jahr 2007 zusammengefunden, um gemeinsam ein Repertoire von bekannten Soul-Klassikern bis zu unbekannteren Schätzen tanzbarer Musik auf die Bühne zu bringen. Mit vier satten Bläsern und genauso vielen stimmkräftigen Sängern wollen sie trotz ernstem Anlass für gute Laune sorgen. The Source aus Bremen-Nord sind schließlich die dritte Band im Bunde, die mit Heiko Borrmann einen weiteren Freund Hoffmanns und Mitorganisator in ihren Reihen haben. Die Band bietet schnörkellosen und ursprünglicher Bluesrock.

Weitere Informationen zu der Veranstaltung und der Typisierungsaktion stehen im Internet unter der Adresse www.frankhatblutkrebs.wordpress.com bereit. Ein Spendenkonto wurde unter der Nummer 1150010 bei der Sparkasse Bremen (BLZ 29050101) eingerichtet.

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