Kirchenkreistagssitzung

Eckart Richter muss mit Rücktrittsforderungen rechnen

Lilienthal. Am Donnerstag tagt das Parlament des Kirchenkreises. 69 evangelische Christen aus 17 Gemeinden treffen am Freitag um 17 Uhr im Grasberger Gemeindehaus ein. Eckart Richter wird die Sitzung als Vorsitzender leiten wie stets in den vergangenen Jahren.
11.03.2010, 00:32
Lesedauer: 2 Min
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Von Michael Wilke
Eckart Richter muss mit Rücktrittsforderungen rechnen

Das Diakonische Werk leistet Sozialarbeit für die Schwachen und Bedürftigen – trotz der Finanzmisere. Die beschäft

Rode

Lilienthal·Grasberg·Worpswede. Morgen tagt das Parlament des Kirchenkreises. 69 evangelische Christen aus 17 Gemeinden treffen am Freitag um 17 Uhr im Grasberger Gemeindehaus ein. Eckart Richter wird die Sitzung als Vorsitzender leiten wie stets in den vergangenen Jahren. Er lenkt den Blick auf die Kirchenfinanzen: 'Uns steht das Wasser finanziell bis zum Hals'. Doch es steckt mehr Brisanz in der öffentlichen Sitzung. Richter muss mit scharfer Kritik und Rücktrittsforderungen rechnen.

Im Dezember hat er das Landeskirchenamt schriftlich aufgefordert, den Worpsweder Kirchenvorstand abzusetzen; Begründung: Mitarbeiter würden massiv unter Druck gesetzt, der Vorstand operiere mit Unwahrheiten und verweigere die Kooperation. Die Worpsweder weisen all das als haltlose Anschuldigungen zurück und werfen Richter vor, das Klima vergiftet zu haben. Der stellvertretende Kirchenvorstandsvorsitzende Jann Lüning erstattete Strafanzeige wegen Verleumdung und falscher Anschuldigung (wir berichteten).

Rühlemann geht auf Verfahren ein Superintendentin Jutta Rühlemann will nach dem Abendessen unter Punkt 10.1 der Tagesordnung auf den 'Sachstand zur Situation' in Worpswede eingehen. Sie wolle 'den Ablauf des Verfahrens deutlich machen', sagt sie. Nicht Richters Brief habe das Verfahren ausgelöst. 'Wir haben die Überprüfung der Vorgänge in Worpswede gefordert, die Konsequenzen haben kann', betont Rühlemann. Der Antrag des Kirchenkreisvorstands vom 19. November habe 'das Verfahren ins Rollen gebracht', unabhängig von Richters Brief. Abgewählt werden kann der Kirchenkreistagsvorsitzende nach Rühlemanns Worten nicht. Zulässig sind Anträge, die ihn zum Rücktritt auffordern. Die Worpsweder halten sich bedeckt. 'Warten wir doch mal ab, welche Anträge gestellt werden', sagt Lüning.

Richter rückt den Schwerpunkt der Sitzung in den Blick. Das ist der Wirtschaftsplan 2010 der Kirche, das sind die Kirchenfinanzen. 'Da kneift es', sagt Richter. Trotz sinkender Einnahmen ziehe sich die Kirche nicht aus ihrer Verantwortung zurück. Das gilt nach Richters Worten auch für das Diakonische Werk, das sich um Süchtige, Schwangere und Schuldner, Sterbende und Trauernde, um jugendliche Straftäter, Migranten und psychisch Kranke kümmert. Wie lange noch? Die nächste große Sparrunde der Landeskirche folgt 2013 mit weiteren Stellenkürzungen. Doch auch in diesem Jahr müssen sich die Kirchenvertreter nach der Decke strecken. 'Wir sind jetzt an dem Punkt, wo wir sagen: Besondere Aktivitäten wie die Posaunenchorarbeit, Konzerte und Jubiläen unterstützen wir nicht mehr. Diese Zuschüsse fallen weg', erklärte die Superintendentin. Im Gegensatz zu Bund, Ländern und Gemeinden dürfen die Kirchenkreise keine Kredite aufnehmen. 'Wir müssen immer sehen, dass wir gut hinkommen', erklärte

Rühlemann. Wenn das Geld nicht reiche, könne nur auf die Rücklagen zurückgegriffen werden. Ein weiteres Thema wird die Partnerschaft zum südafrikanischen Kirchenkreis Polokwane in Südafrika sein, die einzuschlafen droht. 'Der Funke springt nicht mehr so über', erklärte Rühlemann.

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