Udo Schmidt referiert bei den Guttemplern über die Organspende

Ein Akt der Nächstenliebe

Hambergen. Über 90 Prozent der Menschen in Deutschland würden eine Organspende annehmen. 68 Prozent würden selbst spenden, doch nur 15 Prozent haben einen Ausweis. "Viel zu wenig", sagt Udo Schmidt, der vor den Guttemplern in Hambergen zum Thema "Organspende, eine wichtige Entscheidung", sprach.
17.07.2013, 05:00
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Von Wilhelm Schütte

Hambergen. Über 90 Prozent der Menschen in Deutschland würden eine Organspende annehmen. 68 Prozent würden selbst spenden, doch nur 15 Prozent haben einen Ausweis. "Viel zu wenig", sagt Udo Schmidt, der vor den Guttemplern in Hambergen zum Thema "Organspende, eine wichtige Entscheidung", sprach.

Der Bremer hat vor elf Jahren nach einer chronischen Darmentzündung selbst eine neue Leber bekommen. Jetzt ist diese schon wieder soweit geschädigt, dass er auf eine weitere Transplantation wartet. Nach einer weiteren Erkrankung muss er aber mindestens noch vier Jahre warten. "Eine schwere Hypothek, immer mit dem Gedanken leben zu müssen, es nicht zu schaffen", sagt Schmidt. Doch er ist ein Kämpfer und hat nach der guten Betreuung bei der ersten Operation in Berlin in Bremen die Kontaktgruppe des Vereins "Selbsthilfe Lebertransplantierter Deutschland" gegründet. "Eine ganz wichtige Sache, gerade auch für Menschen, die auf der Warteliste stehen. So ersehnt die Transplantation auch ist, sie macht natürlich große Angst, da helfen gemeinsame Gespräche", sagt Schmidt.

"Eine Mauschelei, wie sie ein Arzt in Göttingen durchgeführt hat, ist derzeit nicht mehr möglich. Die gesetzlichen Bedingungen haben sich erheblich geändert, da hilft auch viel Geld nicht", wirbt der Bremer für eine Transplantationsbereitschaft. "Selbst wer nicht bereit ist, nach dem Tode für eine Organspende zur Verfügung zu stehen, sollte einen Ausweis mit sich führen und mit Nein ankreuzen. Der Ausweis kann jederzeit geändert oder vernichtet werden und wird nirgendwo registriert", erklärt Schmidt. Er verweist auf Spanien, wo jeder automatisch als Organspender gilt, es sei denn, er widerspricht ausdrücklich. Gespendet werden können Hornhäute, Lunge, Leber, Bauchspeicheldrüse, Herz und Niere. "Damit kann ein Mensch bis zu sieben Leben retten", betont der Bremer. Derzeit stünden etwa 12000 Menschen in Deutschland auf der Warteliste. Selbst die beiden großen Kirchen, so Schmidt, hätten die Organspende als einen Akt der Nächstenliebe anerkannt. Er machte deutlich, die Organspende nach dem Tod eines Menschen nicht den Angehörigen zu überlassen und ihnen damit eine schwere Entscheidung aufzubürden.

Schmidt informierte ausdrücklich über den Ablauf einer Organspende und ließ die 20 Besucher wissen, dass Deutschland das strengste Hirntod-Feststellungsverfahren der Welt habe. Zwei unabhängig vom eigenen Krankenhaus, erfahrene Ärzte hätten den Hirntod zweifelsfrei festzustellen. Erst dann sei eine Organentnahme möglich.

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