Zahl der Brutpaare im Kreisgebiet steigt auf 17 / Dauerregen im Juni rafft mehrere Jungvögel dahin

Ein durchwachsenes Storchenjahr

Eine Saison mit Licht und Schatten liegt hinter den Storchenfreunden im Landkreis Osterholz: Zwar brüteten mit 17 Storchenpaaren zwei mehr als im Vorjahr auf den Nestern, und auch die Zahl der Neuansiedlungen stieg. Doch unterm Strich wurden weniger Jungstörche als im Vorjahr flügge. Der starke Regen im Juni sorgte mit dafür, dass nicht alle Jungvögel durchkamen. Immerhin 25 flogen schließlich aus, 2012 waren es noch 30 gewesen.
17.08.2013, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Lutz Rode

Eine Saison mit Licht und Schatten liegt hinter den Storchenfreunden im Landkreis Osterholz: Zwar brüteten mit 17 Storchenpaaren zwei mehr als im Vorjahr auf den Nestern, und auch die Zahl der Neuansiedlungen stieg. Doch unterm Strich wurden weniger Jungstörche als im Vorjahr flügge. Der starke Regen im Juni sorgte mit dafür, dass nicht alle Jungvögel durchkamen. Immerhin 25 flogen schließlich aus, 2012 waren es noch 30 gewesen.

Landkreis Osterholz. Storchenbeauftragter Ortwin Vogel hat alle Daten in einer Tabelle zusammengestellt. Mit "Weißstorch-Brutbestand im Landkreis Osterholz" ist das Papier überschrieben, das einen Überblick gibt, wie sich die Storchenpopulation im Kreisgebiet entwickelt hat. Dabei hat der NABU-Fachmann einen Aspekt als besonders erfreulich herausgestellt: Die Zahl der Storchenpaare, die im Landkreis Osterholz brüten, steigt kontinuierlich an. 2011 waren es zwölf, im Jahr danach 15 und jetzt sind es 17 Paare, die sich in der Region niedergelassen haben. Vier von ihnen gaben die Brut auf, was nichts Ungewöhnliches ist: Nach den Erfahrungen der Storchenfachleute wird im Schnitt etwa ein Viertel der Brut aufgegeben.

Fünf Neuansiedlungen

Gefreut hat sich Ortwin Vogel darüber, dass der Landkreis fünf Neuansiedlungen verbuchen konnte. In Pennigbüttel-Altenbrück ließen sich erstmals Störche nieder, bei Finken in Teufelsmoor-Wulfsburg, bei Kück in Verlüßmoor, außerdem in Ostersode-Meinershagen sowie bei Viohl in Worpswede-Weyermoor. Besonders ragte die Nestkonstruktion in Meinershagen heraus: Die Störche hatten in Eigenregie ihr Nest auf einer alten Sirene gebaut, die dort auf einem Gittermast thront. "Das dürfte in Deutschland fast einmalig sein", sagt Ortwin Vogel.

Gleich vier Junge sind im Tiergarten Ludwigslust ausgebrütet worden, jeweils drei waren es im Hammelwarder Sand bei Wemken und bei Kück in Verlüßmoor. Je zwei überstanden das Wetterdebakel im Juni im Teufelsmoor bei der Campinggemeinschaft, in Altenbrück, bei Lohmann in LiSeebergen (wir berichteten) sowie in Meinershagen. Doch es gab auch Jungstörche, die es nicht schafften: Einer von ihnen fiel zum Beispiel bei Kolke dem schlechten Wetter zum Opfer, während ein weiterer bei einem seiner ersten Ausflüge von einem Auto tödlich verletzt wurde. Bei Familie Cronjäger in Moorhausen starben zwei relativ große Junge infolge des Dauerregens im Juni.

Das Nest auf dem Ritterhuder Dammgut ist in diesem Jahr leer geblieben. Die Störchin, die im vergangenen Jahr dort gebrütet hatte, wurde stattdessen auf dem Nest in Vierhausen gesichtet. Sie blieb ohne Partner als Einzelstorch dort.

Völlig aus dem Ruder lief das Brutjahr für Storchenmann Aaron auf dem Baumnest beim Möbelhaus Meyerhoff. Mal war er auf dem Baumnest mit seiner neuen Partnerin, mal bei Tietjen in Buschhausen, berichtet der NABU. Dort brütete er schließlich auch, bis der Storch zurückkam, der sich dort zuvor stets niedergelassen hatte und seine Besitzansprüche anmeldete. Beim Storchenkampf gingen die Eier zu Bruch. Den "Altbesitzer" mit der Ring-Nummer "5 X 541" zog es danach auf das Nest in Altenbrück, während Aaron weiter seine zwei Nester in Beschlag nahm. Der Erfolg war gleich null: Aaron blieb diesmal ohne Nachwuchs.

NABU-Storchenbeauftragter Ortwin Vogel stimmt es hoffnungsfroh, dass einzelne Störche und auch einige Storchenpaare sporadisch zusätzliche leere Nester bezogen haben. In den nächsten Jahren, so der Wunsch, könnte sich dort auch Nachwuchs einstellen und so die Zahl der Jungstörche wachsen.

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