Mentorenprojekt: Drei Frauen begleiten Abgeordnete und lernen, wie der Politikbetrieb funktioniert Ein Schnupperjahr im Osterholzer Kreistag

Lilienthal. „Frischen Wind in den Kreistag bringen“ oder „lernen, wie der Politikbetrieb funktioniert“– Silvia Vaßen-Langenbach, Monika Geils und Angel Marshall haben unterschiedliche Gründe, am Programm „Politik braucht Frauen“ teilzunehmen. Seit Januar begleiten sie jeweils eine Abgeordnete oder einen Abgeordneten aus der Grünen-Fraktion des Osterholzer Kreistags (wir berichteten).
28.04.2015, 00:00
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Ein Schnupperjahr im Osterholzer Kreistag
Von Max Polonyi

„Frischen Wind in den Kreistag bringen“ oder „lernen, wie der Politikbetrieb funktioniert“ – Silvia Vaßen-Langenbach, Monika Geils und Angel Marshall haben unterschiedliche Gründe, am Programm „Politik braucht Frauen“ teilzunehmen. Seit Januar begleiten sie jeweils eine Abgeordnete oder einen Abgeordneten aus der Grünen-Fraktion des Osterholzer Kreistags (wir berichteten). Ob Fraktionssitzung oder Fachgremium – die drei Frauen dürfen Erika Simon, Christina Klene und Wolfgang Goltsche überall hin folgen, wo Kommunalpolitik betrieben wird. Nun haben sich die Drei mit ihren Mentoren in Murkens Hof getroffen, um nach vier Monaten eine Zwischenbilanz zu ziehen.

„Es ist toll – ich habe das Gefühl, dass ich von der Fraktion auch als Externe akzeptiert werde“, sagt Angel Marshall, die Wolfgang Goltsche, den Sprecher des Kreisvorstandes der Grünen, begleitet. Sie wolle lernen, wie politische Entschlüsse gefasst würden und wie Kompromisse entstünden. „Und ganz wichtig: Besonders im ländlichen Bereich ist die Politik sehr männerlastig, das muss sich ändern“, sagt Angel Marshall.

Von den 46 Kreistagsabgeordneten sind nur 15 weiblichen Geschlechts. Das entspricht einer Quote von rund 31 Prozent. „Zu wenig“, findet Marshalls Mentor Goltsche. Das Projekt „Politik braucht Frauen“, das im vergangenen Jahr vom niedersächsischen Sozialministerium gestartet wurde, soll deshalb mehr Frauen den Weg in die Politik aufzeigen. Die Abgeordneten profitierten aber auch selbst von dem Programm: „Durch die Mentees müssen wir mehr reflektieren, Sachverhalte so erklären, dass auch politische Laien sie verstehen“: Die Erfahrung hat auch die Kreistagsabgeordnete Christina Klene gemacht. Sie ist Mentorin von Silvia Vaßen-Langenbach. „Es tut gut, neue Standpunkte in Gremien zu hören, in denen sonst nur sogenannte Experten sitzen“, sagt Klene. Vaßen-Langenbach will „frischen Wind“ in die Kommunalpolitik bringen.

Noch bis Ende des Jahres werden Goltsche, Klene und Simons von ihren Mentees begleitet. Im nächsten Jahr setzt das Programm aus, dann sind Kommunalwahlen. Und eine will bis dahin auch offiziell ihren Weg in die Politik gefunden haben: Angel Marshall plant „langfristig einen Weg in den Kreistag“. Von der Mentee zur handfesten Konkurrenz für die Mentoren? „Nein“, sagt Goltsche. „So soll es sein, deshalb machen wir das.“

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