Tag des offenen Denkmals Eintauchen in die Geschichte

Am 10. September, steht der alljährliche bundesweite „Tag des offenen Denkmals“ wieder auf dem Programm. Er steht unter dem Motto „Macht und Pracht“ – auch in den Landkreisen Osterholz und Cuxhaven.
07.09.2017, 11:47
Lesedauer: 4 Min
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Von Ulf Buschmann

Landkreis Osterholz/Landkreis Cuxhaven. Warum nicht einmal Besenbindern, Holzschuhmachern oder Drechslern über die Schultern schauen? Oder sich über die Lebensbedingungen von Zwangsarbeitern informieren? An anderer Stelle geht es auf Spurensuche. Kurzum: Am kommenden Sonntag gibt es viel zu entdecken. Bundesweit laden wieder unterschiedliche Einrichtungen zum „Tag des offenen Denkmals“ ein – so auch in den Landkreisen Osterholz und Cuxhaven. Das Motto in diesem Jahr lautet „Macht und Pracht“.

Einige Aktionen sind auf den Internetseiten unter der Adresse www.tag-des-offenen-denkmals.de aufgeführt. Darüber hinaus macht eine Reihe von Einrichtungen mit, ohne im offiziellen bundesweiten Programm aufzutauchen. Hintergrund: Ein Großteil der Veranstaltungen findet an diesem Sonntag regulär statt. Die Organisatoren nutzen nur den „Tag des offenen Denkmals“, um verstärkt auf sich aufmerksam zu machen.

Dazu zählt in der Stadt Osterholz-Scharmbeck die Museumsanlage Osterholz. Sie präsentiert sich wie üblich am Sonnabend und am Sonnabend jeweils von 10 bis 17 Uhr. Wie und wann die Mühle von Rönn öffnet, ist nach Auskunft von Petra Diegner, Vorsitzende des Bürgervereins Osterholz-Scharmbeck, noch nicht klar. Dies hänge mit der Personalsituation des Vereins zusammen. Die Mühle werde, wenn überhaupt, nur am Sonntagnachmittag geöffnet. Seitens der Stadt finde in diesem Jahr nichts statt, erklärt Sprecherin Nicoline Schambach.

Als einzige Einrichtung im Landkreis Osterholz ist zum „Tag des offenen Denkmals“ das Torfschiffswerft-Museum im Internet aufgeführt. Die ehemalige, unter Denkmalschutz stehende Werft in Worpswede-Schlußdorf ist am Sonntag von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Für die Besucher gibt es Führungen „nach Bedarf".

Handwerkertage in Ströhe

Ohne im Internet aufzutauchen, stehen am Denkmal-Wochenende die Handwerkertage in Ströhe auf dem Gelände der Museumsgelände Moorkate an der Sandstraße auf dem Programm. Die Organisatoren laden jeweils für Sonnabend, 9., und Sonntag, 10. September, ein. Am „Tag des offenen Denkmals“ ist das Gelände von 11 bis 18 Uhr zugänglich. „Besenbinder, Korb- und Stuhlflechter, Kranzbinder, Holzschuhmacher, Tischler, Drechsler, Schmiede, Floristen und andere Handwerker alter Tradition präsentieren ihr historisches Können“, heißt es im Programm.

Eintauchen in die dunkelste Zeit der deutschen Geschichte können die Besucher in Neuenkirchen. Dort, gegenüber des heutigen Gewerbeparks Weser-Geest, öffnet von 10 bis 17 Uhr die „Baracke Wilhelmine“. Sie wurde im Jahr 1939 als Unterkunft für Facharbeiter erbaut, die zum Bau des Marinetanklagers Farge eingesetzt waren. Darüber hinaus soll es eine Sonderausstellung über den „Lebensborn“ geben. Es war eine Gründung der SS, mit dem Ziel „arische“ Kinder zu züchten – unter anderem auf Gut Hohehorst in Löhnhorst. Ab 14 Uhr soll ferner ein Gottesdienst stattfinden.

Welche Geschichte hinter Hohehorst steckt, lässt sich auch gleich vor Ort erfahren. Denn: Hans-Werner Liebig, ehrenamtlicher Archivar, führt die Besucher über das Gelände und klärt über die wechselvolle Historie auf. Dies geschieht in der Zeit von 10 bis 17 Uhr.

Am anderen Ende des Landkreises, in Worpswede, stehen ebenfalls zahlreiche, eigentlich reguläre, Veranstaltungen auf dem Plan. So ist die Worpsweder Mühle am Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Auch der beliebte Spaziergang „Worpswede erleben“ mit den berühmtesten Sehenswürdigkeiten findet sich im Programm. Ab 11 Uhr ist darin ein Museumsbesuch eingeschlossen. Eine weitere Führung unter dem Tagesmotto „Macht und Pracht“ ist ab 13 Uhr vorgesehen. Weitere Angebote sind die Öffnung der „Käseglocke“ und der Worpsweder Bauernmarkt.

Hagen und Beverstedt

In der Gemeinde Hagen haben Interessierte ebenfalls mehrere Möglichkeiten, in die Geschichte vor Ort einzutauchen – zum Beispiel bei Führungen durch die Räume des Hermann-Allmers-Hauses in Rechtenfleth in der Zeit von 11 bis 18 Uhr. Von 13 bis 15 Uhr gibt es Führungen im Allmers-Garten und zum Karlsdenkmal. In Offenwarden ist ab 12 Uhr ein Antik- und Trödelmarkt mit geöffnetem Café-Salon und Besichtigung der Villa von Nancy Steklar vorgesehen.

Und dann ist da noch die Burg zu Hagen. Regulär ist sie sonntags geschlossen. Zum „Tag des offenen Denkmals“ gibt es eine Ausnahme. Dann können sich die Besucher die Ausstellung „Grammophone – Aus der Welt der Sprechmaschinen“ anschauen. Außerdem öffnet von 14 bis 18 Uhr das Burg-Café der Landfrauen. Und ab 16 Uhr lädt zudem Jutta Siegmeyer zu ihrem Vortrag „Macht und Pracht in erzbischöflicher Zeit: Heinrich III. von Sachsen-Lauenburg, Erzbischof von Bremen 1567-85“ ein.

Wer sich mehr für Gotteshäuser interessiert, der ist in der Martin-Luther-Kirche richtig. Von 12 bis 16 Uhr gibt es dort Führungen zur Historie, zur Restaurierung und Orgelempore. Auch der Aufstieg in den Turm ist geplant.

Ein weiterer Programmpunkt in der Gemeinde Hagen ist eine Führung durchs ehemalige Armenhaus von Rechtenfleth und Sandstedt, dem früheren „La Caravella“, mit Hansdieter Kurth. Sie ist von 11 Uhr bis 11.45 Uhr angesetzt. In Bramstedt ist das Niedersachsenhaus ab 11 Uhr geöffnet. Bis 17 Uhr gibt es unter anderem Führungen – ebenso in Frelsdorf. Das Rittergut Frelsdorfermühlen ist ab 14 Uhr geöffnet. Jeweils ab 15 und 16.30 Uhr sind Führungen zum Thema „Garten“ vorgesehen.

In der Gemeinde Beverstedt ist von 13 bis 18 Uhr das Rittergut Freschluneberg geöffnet. Martin Rüter lädt ab 15 Uhr zu einer Führung ein. Wer sich eher für Mühltechniken interessiert, der dürfte bei der Wassermühle in Deelbrügge richtig sein. Sie ist von 11 bis 17 Uhr zugänglich. Auch ein ehemaliges Wohnwirtschaftsgebäude im Ortsteil Bokel ist von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Auf dem Brink 7 können sich die Besucher über die Lebensweise der Menschen im 19. und 20. Jahrhundert informieren. Ab 20.55 Uhr ist ein abendlicher Rundgang um den Brink geplant. „Auf den Spuren des Nachtwächters“ lautet das Motto.

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