Grünen-Landtagsabgeordnete möchte 2014 Landrätin in Rotenburg werden Elke Twesten will mutig sein

Die Grünen-Landtagsabgeordnete Elke Twesten hadert mit dem Plan der SPD-Grünen-WFB-Mehrheitsgruppe im Kreistag, den parteilosen Hans-Peter Daub als Landratskandidaten zu unterstützen. Die 50-Jährige hat selbst Ambitionen auf das Amt des Kreisverwaltungschefs.
20.08.2013, 05:00
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Von Johannes Heeg

Die Grünen-Landtagsabgeordnete Elke Twesten hadert mit dem Plan der SPD-Grünen-WFB-Mehrheitsgruppe im Kreistag, den parteilosen Hans-Peter Daub als Landratskandidaten zu unterstützen. Die 50-Jährige hat selbst Ambitionen auf das Amt des Kreisverwaltungschefs.

Landkreis Rotenburg. Die Landtagsabgeordnete der Grünen, Elke Twesten, hat Ambitionen auf den Posten des Rotenburger Landrats. "Es würde uns Grünen gut zu Gesicht stehen, wenn wir 2014 einen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken", sagte die 50-jährige Scheeßelerin unserer Zeitung auf Anfrage.

Twesten spielt damit auf eine Personalentscheidung an, an der die Grünen-Fraktion im Rotenburger Kreistag beteiligt war: Wie berichtet, hat die Mehrheitsgruppe aus SPD, Grünen und der Wählergemeinschaft Freier Bürger (WFB) im Kreistag beschlossen, Hans-Peter Daub, seit 2003 Superintendent im Kirchenkreis Rotenburg, bei seiner Kandidatur für den Posten des Landrats zu unterstützen.

Mit vielen Menschen gesprochen

Der 54-jährige Kirchenmann ist parteilos. Gerade die Tatsache, dass er unabhängig sei und kein Parteibuch in der Tasche habe, sei ein wesentliches Auswahlkriterium gewesen, sagt der SPD-Fraktionschef Bernd Wölbern.

Twesten, die der Kreistagsfraktion der Grünen angehört und – ehrenamtliche – stellvertretende Landrätin ist, erkennt dies an. Dennoch sagt sie: "Ich finde, wir sollten uns als erfolgreiche Partei überlegen, ob wir solch ein Spitzenamt in unserem Landkreis nicht mit eigenen Leuten besetzen." Wenn es im Kreistag schon eine Mehrheit jenseits von CDU und FDP gebe, sollte die Spitze der Verwaltung auch mit einer Person besetzt werden, "die aus unseren Reihen kommt", findet Twesten. Ihre Begründung: "Dann hätten wir eine bessere Gewähr, dass unsere Politik umgesetzt wird."

Zudem könnten mehr Wähler mobilisiert werden, meint sie. "Ich habe mit vielen Menschen darüber gesprochen, und immer wieder habe ich gehört, dass wir mutig sein und einen eigenen Kandidaten aufstellen sollen", sagt Twesten. Was gegen ihre Kandidatur spreche, sei die Tatsache, dass sie die "einzige Grünen-Landtagsabgeordnete weit und breit" sei. Sie mache den Job gern, sagt die Diplom-Finanzwirtin, die bei der Oberfinanzdirektion Hamburg gearbeitet hat. Twesten sitzt seit sechs Jahren im Landtag, ist Mitglied im Ausschuss für Regionalentwicklung und in der Fraktion für Frauen und Finanzen zuständig. Ob sie als Landrats-Kandidatin der Grünen nominiert wird, entscheidet die Mitgliederversammlung. Sie wolle "keine Zerreißprobe", sagt Twesten. Es habe bereits "geknackt im Gebälk der Grünen", als sie ihre Pläne intern offenbart habe.

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