Funktionstrakt wird künftig mit Erdwärme und Solarenergie versorgt / Minister Sander übergibt Förderbescheid

Energiewende am Kreiskrankenhaus

Landkreis Osterholz. Gut 600000 Liter Heizöl verbraucht das Osterholzer Kreiskrankenhaus pro Jahr. Doch schon bald soll diese riesige Menge um mindestens die Hälfte reduziert werden. Die Klinik will die Dämmung des über 30 Jahre alten Funktionstraktes mit Operationssaal, Intensivstation, mehreren Ambulanzen und der Radiologie voraussichtlich ab Frühjahr auf den heutigen Standard bringen und zugleich im großen Stil auf Erdwärme umsteigen. Den Strom für die Pumpen sollen Solaranlagen liefern, die auf dem Flachdach des Traktes installiert werden.
13.01.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Lutz Rode

Landkreis Osterholz. Gut 600000 Liter Heizöl verbraucht das Osterholzer Kreiskrankenhaus pro Jahr. Doch schon bald soll diese riesige Menge um mindestens die Hälfte reduziert werden. Die Klinik will die Dämmung des über 30 Jahre alten Funktionstraktes mit Operationssaal, Intensivstation, mehreren Ambulanzen und der Radiologie voraussichtlich ab Frühjahr auf den heutigen Standard bringen und zugleich im großen Stil auf Erdwärme umsteigen. Den Strom für die Pumpen sollen Solaranlagen liefern, die auf dem Flachdach des Traktes installiert werden.

Etwa zwei Millionen Euro wird es kosten, die Energiewende im Kreiskrankenhaus in die Tat umzusetzen und damit auch einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Aus eigenen Bordmitteln könnte sich das Krankenhaus beziehungsweise der Landkreis Osterholz die Investition in dieser Größenordnung nicht leisten. Möglich wird sie durch einen gehörigen Zuschuss aus dem Niedersächsischen Umweltministerium, das mit Mitteln der Europäischen Union 75 Prozent der Kosten übernimmt. Den Rest steuert das Kreiskrankenhaus selbst bei.

Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) übergab Landrat Jörg Mielke gestern persönlich den Förderbescheid über 1,56 Millionen Euro. Dieser leitete das Dokument sogleich an den erfreuten Krankenhauschef Klaus Vagt weiter. Sander, der tags zuvor beim Neujahrsempfang des CDU-Kreisverbandes und der Osterholzer Frauen-Union die Gastrede gehalten hatte, stellte die Besonderheit des Krankenhaus-Projektes heraus. Es sei landesweit eines von nur vier Vorhaben, die auf diese Weise bezuschusst werden; und es sei das Vorhaben mit der größten Einzelfördersumme. Insgesamt waren 13 Anträge bei der N-Bank gestellt worden. Zwölf Millionen Euro standen zur Verfügung.

Nach den Vorstellungen von Hans-Heinrich Sander sollen die Maßnahmen am Kreiskrankenhaus ein Vorbild sein für andere Kommunen, mehr für die Steigerung der Energieeffizienz in öffentlichen Gebäuden und den Einsatz regenerativer Energien zu tun. Die Wärmepumpentechnologie müsse in Zukunft noch weiter vorangetrieben werden, meinte der Minister.

Für Landrat Jörg Mielke passt die geplante Investition am Krankenhaus "gut zu dem, was wir ohnehin schon im Landkreis machen". Er verwies auf die zahlreichen Aktivitäten, die der Landkreis gestartet hat, um mit Verhaltensänderungen und der energetischen Sanierung von öffentlichen Gebäuden effizienter mit Energie umzugehen. Beleg dafür sei der Energiebericht 2010, der dem Kreistag jüngst vorgelegt wurde. "Wir haben schon eine ordentliche Bilanz, wobei immer Luft nach oben ist", sagte Mielke. Auch im Zusammenhang mit der angestrebten "Energiewende 2030", bei der der Kreis weitgehend autark bei der Energieversorgung von außerhalb werden soll, passe die energetische Krankenhaussanierung gut ins Konzept.

Der Landtagsabgeordnete Axel Miesner (CDU) freute sich ebenfalls über die Förderung des Umweltministeriums. Die Zuwendung sei eine "tolle Auszeichnung", wenn man wisse, dass das Osterholzer Projekt eins von nur vieren im Lande sei, das gefördert werde.

Das Kreiskrankenhaus wird heute zentral mit Wärme von einer Heizungsanlage versorgt, die Ende der 60er-Jahre gebaut wurde. Die Kessel dort werden künftig weiterhin die Bettenstationen heizen, nicht mehr jedoch den Funktionstrakt. Das dortige Flachdach wird ebenso saniert und gedämmt wie die Fassade, auch neue Fenster müssen her. Die Wärmeversorgung soll künftig vor allem über Erdwärme laufen. Um diese nutzen zu können, werden fünf jeweils über hundert Meter lange Sonden im Boden versenkt. Eine Photovoltaikanlage liefert den Strom für die Pumpen, weitere Sonnenkollektoren sollen aber auch für die Vorwärmung des Heizwassers genutzt werden.

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