In Lilienthal und Grasberg nie Thema Es geht auch ohne Ortsrat im Dorf

Grasberg·Lilienthal. In Worpswedes Nachbargemeinden Grasberg und Lilienthal gibt es weder Ortsräte noch Ortsvorsteher. Sie sind nach der Gebiets- und Verwaltungsreform im Jahr 1974 gar nicht erst eingeführt worden und werden nicht vermisst. "Ich wüsste nicht, dass das Thema irgendwann politisch diskutiert worden ist", sagt Lilienthals Bürgermeister Willy Hollatz.
21.01.2011, 05:00
Lesedauer: 1 Min
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Von Michael Wilke

Grasberg·Lilienthal. In Worpswedes Nachbargemeinden Grasberg und Lilienthal gibt es weder Ortsräte noch Ortsvorsteher. Sie sind nach der Gebiets- und Verwaltungsreform im Jahr 1974 gar nicht erst eingeführt worden und werden nicht vermisst. "Ich wüsste nicht, dass das Thema irgendwann politisch diskutiert worden ist", sagt Lilienthals Bürgermeister Willy Hollatz.

Heinz-Hermann Schnaars in Sankt Jürgen, der früher lange Jahre für die CDU im Gemeinderat saß, kann sich auch nicht an Forderungen nach Ortsräten erinnern: "Das war nie ein Thema, dass wir hier in Lilienthal Ortsräte einführen." Auch Ortsvorsteher habe es nicht gegeben. "Wir sind 1974 gleich Großgemeinde geworden", sagt Schnaars. Für die Demokratie und Bürgernähe sei das kein Problem gewesen; die Menschen hätten ja Politiker aus ihren Ortschaften in den Gemeinderat wählen können. "Ich hab' das immer so wahrgenommen, dass zwar das Rathaus in Lilienthal stand, aber die Sankt Jürgener nie schlecht weggekommen sind", betont Schnaars. "Ortsräte sind nicht notwendig."

In Grasberg kann sich Bürgermeisterin Marion Schorfmann an keine Diskussionen über Ortsräte erinnern. Hier hatten sich die Nachbargemeinden Grasberg, Wörpedorf und Eickedorf schon 1968 zusammengeschlossen. "Es ging um einen Schulneubau", sagt Schorfmann. "Die Dörfer lagen so dicht beieinander, da war es vernünftig, eine Gemeinde zu bilden und eine Schule für alle zu bauen." Bei der Gebietsreform kamen Adolphsdorf, Dannenberg und Huxfeld, Otterstein, Rautendorf und Schmalenbeck, Seehausen und Tüschendorf dazu. "Die Gemeinde Grasberg ist ja übersichtlich", sagt Schorfmann. In allen Ortschaften könnten Bürger für den Gemeinderat kandidieren. "Man merkt schon, dass die Menschen sehr hinter den Kandidaten stehen, die aus ihren Ortschaften kommen", betont die Bürgermeisterin. "Bei uns läuft viel über die Dorfgemeinschaften. Wir haben starke Dorfgemeinschaften und Heimatvereine, die ihre Interessen vertreten." Jeder Gemeinderat werde versuchen, möglichst allen Ortschaften gerecht zu werden.

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