Die Show „Mord am Mikro“ kommt bei den Besuchern gut an / Gags am Fließband fordern das Zwerchfell

Experiment geglückt

Osterholz-Scharmbeck. Offensichtlich gut gelaunt verließen die Zuschauer die Stadthalle in Osterholz-Scharmbeck. Manche scherzten, wiederholten einige Gags der eben gesehenen Show „Mord am Mikro“.
11.04.2016, 00:00
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Von Peter von Döllen
Experiment geglückt

„Mord am Mikro“ sorgte für amüsante Unterhaltung in der Stadthalle. VDO ·

Peter von Döllen

Offensichtlich gut gelaunt verließen die Zuschauer die Stadthalle in Osterholz-Scharmbeck. Manche scherzten, wiederholten einige Gags der eben gesehenen Show „Mord am Mikro“. Andere schwelgten in Nostalgie und summten alte Hits nach, die in der Vorstellung eine wichtige Rollen gespielt hatten.

„Das war richtig toll. Schade, dass nicht mehr Besucher hier waren“, war aus einer Ecke zu hören. „Ungewöhnlich. Mal etwas ganz anderes“, aus einer anderen. Zweieinhalb Stunden hatten sie eine scheinbare Einspielung eines Krimi-Hörspiels erlebt und der Lösung des Mordfalles entgegen gefiebert. Hamburger Flair der 50er- Jahre breitete sich in der Halle aus und steckte die gut 250 Zuschauer an. Und die Zwischenspiele mit ausgesuchten Liedern, die alle etwas mit Mord und Totschlag zu tun hatten, unterstützten die gute Laune.

Das Experiment scheint geglückt. Am Ende forderte das Publikum Zugaben. Fabian Harloff, Hauke Wendt, Marko Formanek und Torben Widdermann schenkten ihnen eine Wiederholung des Hits „Bonny und Clyde“ von den Toten Hosen. Sicher hätten die Zuschauer gerne noch mehr gehört. Doch die schnelle Verabschiedung des Quartetts war der einzige Wermutstropfen an diesem Abend.

Was den vier Akteuren mit ihren Gästen so viel Spaß gemacht hat, lässt sich schwer beschreiben. Es ist eine Mischung aus einem historischen Hörspiel aus den 50ern und einem Konzert. Gewürzt wurde das Geschehen mit einer kräftigen Portion Humor, der teilweise auch ein wenig schwarz ausfiel. Kein Wunder: Ging es doch schließlich um einen Mörder, der Hamburg im Jahr 1950 1950 unsicher macht.

Das wurde schon zu Beginn klar. Während unheimliche Musik erklang, kroch gespenstiger Nebel unter dem noch geschlossenen Vorhang hervor. Nach der Einstimmung erfuhren die Zuschauer worum es geht. Fabian Harloff, Hauke Wendt, Marko Formanek und Torben Widdermann haben sich auf der Bühne getroffen, um ein Hörspiel im Stile alter Radiotraditionen einzuspielen. Alles ist bereit. Doch der Geräuschemacher fehlt. Der mischt an diesem Abend lieber bei einer Produktion eines Hörspiels der drei Fragezeichen mit. Doch das Quartett hat eine Idee. Das Publikum soll die Geräusche liefern. Auf leeren Pizzakartons, die im Studio zuhauf herumliegen, teilten die Sprecher mit, welches Geräusch sie gerade brauchten. Etwa ein Knirsch-Knirsch, wenn die Polizei eine lange Auffahrt in Blankenese hinauf laufen muss oder ein Rumms, wenn eine Tür zugeschlagen wird. Das klappt erstaunlich gut.

Im Laufe des Hörspiels tauchen mehrere Verdächtige auf, die einen Journalisten auf St. Pauli erstochen haben könnten. Am Ende war es das Hausmädchen, also fast der Butler, der Mörder. Und Butler sind in Krimis nach den Gärtnern häufig die Täter. Das darf hier ruhig verraten werden. Denn das Ende ist offen. Jede Vorstellung verläuft anders. Grund: Den Sprechern fehlen die letzten Seiten ihres Hörspieldrehbuches. Wie sich herausstellt, sind sie in der Halle versteckt – in sechsfacher Ausfertigung. Ein Besucher darf eine Version ziehen. Es kann weitergehen.

Es entwickelte sich eine schnelle witzige Abfolge von Rückblicken. Die Akteure gerieten bei den blitzartigen Szenenwechseln bei ihren Umzügen ins Schwitzen. Vielen Zuschauern tat wohl das Zwerchfell vor lauter Lachen weh. Treffende Gags wechselten sich mit Slapstick. Regisseur Geriet Schieske kennt sich damit aus. Fans dürfte er durch die Comedyserie „Samstag Nacht“ bekannt sein. „Mord am Mikro“ funktioniert hauptsächlich durch die Spielfreude der vier Akteure. Und die übertrug sich auch auf die Besucher in der Stadthalle.

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