Zehnjährige bringt ersten Fantasy-Roman heraus / Osterholz-Scharmbeckerin arbeitet schon am zweiten Teil

Fabelhafte Einhornrettung

Osterholz-Scharmbeck. Erst hat Miriam Ziegler viel gelesen, dann hat sie eigene Geschichten aufgeschrieben und jetzt ein Buch herausgebracht. So stellt sich der klassische Werdegang vieler Autoren dar.
23.12.2016, 00:00
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Von Christian Valek

Osterholz-Scharmbeck. Erst hat Miriam Ziegler viel gelesen, dann hat sie eigene Geschichten aufgeschrieben und jetzt ein Buch herausgebracht. So stellt sich der klassische Werdegang vieler Autoren dar. Das Besondere an Miriam Ziegler: Sie ist erst zehn Jahre alt. Die junge Schriftstellerin schildert in ihrem Erstlingswerk mit dem Titel „Einhornrettung“ auf 65 Seiten den Freiheitskampf von tierischen Fabelwesen.

Der Fantasy-Roman handelt vom Kampf von Gut gegen Böse in einem magischen Land. In den modernen Märchen ringen friedliebende Fabelwesen mit feuerspuckenden Drachen. Wer am Ende wohl siegt? Die Handlung hat es in sich. „Es geht schon recht spannend zu“, findet Miriams Vater, Georg Ziegler. „Und alles wurde so ins Buch übernommen, wie Miriam es geschrieben hat“, sagt er stolz. Im Buch rettet das Mädchen Lara in einer Vollmondnacht einem Einhorn das Leben. Zur Belohnung darf sie in eine ferne Welt namens Magicland. Dort lernt sie Freunde und Verwandte der geretteten Einhorn-Stute kennen. Sie befinden sich im Krieg gegen blutrünstige Drachen.

Gut ein halbes Jahr hat Miriam Ziegler an ihrer Geschichte gefeilt, wie sie im Gespräch mit dem OSTERHOLZER KREISBLATT erläutert. Mal habe sie gleich mehrere Passagen am Stück geschrieben, mal ging es langsam voran. „Ich habe nur geschrieben, wenn ich Lust dazu hatte.“ Für jede Figur, die in ihrem Werk auftaucht, hat sie einen Steckbrief entwickelt. Jedes Tier habe außerordentliche Fähigkeiten, erläutert die junge Autorin. Einige können sich in Luft auflösen, andere können Gegenstände verschwinden lassen. Die tierischen Protagonisten im Buch tragen oft englische Namen. „Sie heißen zum Beispiel Rainbow und Light“, sagt Miriam Ziegler. Die englischen Namen habe sie wegen des schönen Klangs ausgewählt. „Regenbogen und Licht hört sich doch irgendwie langweilig an“, ist sie überzeugt. Auch sonst sollte man auf Details im Buch achten. Aus der „Zu-Bett-Zeit“ wird bei Miriam die „Zu-Stroh-Zeit“. „Pferde schlafen doch auf Stroh und nicht im Bett, oder?“

Ihre Geschichte jemals zu veröffentlichen, daran habe sie nie gedacht. „Wir haben sie auch nie gedrängt“, betont ihr Vater, Georg Ziegler. Eigentlich sei auch alles eher Zufall gewesen, erinnert er sich. Eine Pädagogische Mitarbeiterin in der Nachmittags-Betreuung ihrer früheren Schule in Pennigbüttel hatte ihre Geschichte den Kindern vorgelesen. Und damit sei die Idee entstanden, das Buch zu machen, erinnert sich die junge Autorin. Sie freut sich über ihr Werk. Es ist im Windsor-Verlag erschienen. Die Autorin ist bescheiden. Sie mag Trubel eigentlich gar nicht, wie sie sagt. Immer wieder muss sie Bücher für Freunde und Verwandte signieren. Viele der 250 Exemplare der ersten Auflage sind vergriffen. Viele Bücher habe sie signieren sollen. Das sei schon anstrengend, gerade vor Weihnachten. Und ihre Geschichte zu hören, wenn andere sie vorlesen, das mag sie noch weniger. „Das ist mir irgendwie unangenehm“, sagt sie. „Ich bin zufrieden, aber nicht besonders stolz“, so die Zehnjährige. Und sie flüstert einem zu: „Ich arbeite schon am zweiten Teil.“

„Ich habe nur geschrieben, wenn ich Lust dazu hatte.“ Miriam Ziegler, Autorin
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