Hausausstellung bei Künstlerehepaar Bolinius / Keramiken mit Engobe-Farbauftrag in sattem Rot Faible für altes Papier und japanische Riten

Worpswede. Musizierende Geishas und verliebte Paare als Motive, die sich wie ein Band um Gefäße winden – das Worpsweder Künstlerehepaar Ingrid Ripke-Bolinius und Lutz Bolinius lässt sich bei der Arbeit von fernöstlicher Kultur inspirieren. Davon konnten sich interessierte Besucher bei der Hausausstellung überzeugen, zu der die Keramikerin gemeinsam mit dem malenden Ehepartner zu Ostern eingeladen hatte.
08.04.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Sabine von der Decken

Musizierende Geishas und verliebte Paare als Motive, die sich wie ein Band um Gefäße winden – das Worpsweder Künstlerehepaar Ingrid Ripke-Bolinius und Lutz Bolinius lässt sich bei der Arbeit von fernöstlicher Kultur

inspirieren. Davon konnten sich interessierte Besucher bei der Hausausstellung überzeugen, zu der die Keramikerin gemeinsam mit dem malenden Ehepartner zu Ostern eingeladen hatte. Unter den Händen der Künstlerin entstehen vornehmlich Tee-, Kaffee- und Reisschalen, Teekannen und Vasen für den flexiblen Gebrauch.

Die Hausausstellungen im Atelier am Albert-Schiestl-Weg haben bereits Tradition, und mit der wollten Ingrid Ripke-Bolinius und Lutz Bolinius nicht brechen, auch wenn das erste Aprilwochenende in diesem Jahr mit Ostern zusammenfiel. Seit vielen Jahren lädt das Worpsweder Künstlerehepaar im beginnenden Frühling zur Hausausstellung ein, um neue Arbeiten, die über die Winterzeit entstanden sind, zu präsentieren. Während der Schau hatten Gäste die Möglichkeit, einen Blick auf die Arbeitsplätze der beiden Künstler und damit die Orte der Entstehung von Keramiken und Malereien zu werfen.

Inspiriert von japanischen Holzschnitten und den im ostasiatischen Inselstaat gepflegten Teezeremonien, die auch in Europa ein beliebtes Ritual sind, versieht die frei schaffende Keramikerin Gefäße und Gefäßobjekte mit Motivausschnitten der altjapanischen Bildtradition. In Sgraffitotechnik ritzt Ingrid Ripke-Bolinius diese Motive in die Oberfläche des Tons, um sie im Anschluss mit Engobe zu bemalen.

Antiquarisches Buch als Malgrund

Neu in Ripke-Bolinius künstlerischem Schaffen ist ein Engobe-Farbauftrag in sattem Rot. „Ich habe diese Farbe für mich entdeckt“, schwärmt die Worpswederin. Entstanden sind Gefäße aus Limoges-Porzellan mit klassischen, ausgewogenen Formen. Die Farbgebung, vorzugsweise in Rot, überzeugt in ihrer Klarheit.

Allen von Ingrid Ripke-Bolinius geschaffenen Gefäßen und Gefäßobjekten ist gemeinsam, dass sie eine Funktion erfüllen können. „Man kann, aber man muss nicht“, sagt die Keramikerin über die Gebrauchsfähigkeit ihrer Handwerkskunst. Die Farbe Rot hat sich nicht nur in den keramischen Arbeiten von Ingrid Ripke-Bolinius eingeschlichen, sie dominiert auch die Bildthemen von Lutz Bolinius, der – schon immer fasziniert von alten Büchern und Papieren – seine anfängliche Scheu davor, ein antiquarisches Buch von 1890 als Malgrund zu nutzen, inzwischen überwunden hat. „Jede Seite hat das Recht, für sich zu sein“, entschied der Künstler und schuf Tuschzeichnungen auf altem Papier in Miniformat. Als „einen wunderbaren Dialog“ beschreibt Bolinius die künstlerische Arbeit auf alten Buchseiten, von denen er immer noch 1000 Stück hat.

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