Initiatoren der Ideenwerkstatt zum Thema Familien und frühkindliche Bildung stellen erste Ergebnisse vor

Familienhebamme gewünscht

Tarmstedt. Die Tagesmutter ist im Urlaub oder krank? Gibt es Krabbelgruppen, und wo treffen sie sich? Wer bietet wann und wo Delfi- oder Pekip-Kurse an? Antworten auf solche und viele andere Fragen, die Eltern beschäftigen, sollte es möglichst bald auf der Internet-Seite der Samtgemeinde unter www.tarmstedt.
03.03.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Johannes Heeg

Die Tagesmutter ist im Urlaub oder krank? Gibt es Krabbelgruppen, und wo treffen sie sich? Wer bietet wann und wo Delfi- oder Pekip-Kurse an? Antworten auf solche und viele andere Fragen, die Eltern beschäftigen, sollte es möglichst bald auf der Internet-Seite der Samtgemeinde unter www.tarmstedt.de geben. Darin waren sich die Teilnehmer einer Ideenwerkstatt zum Thema Familien und frühkindliche Bildung in Tarmstedt einig.

Eine eigene Arbeitsgruppe soll sich gezielt um diesen Bereich kümmern. Ihr Auftrag lautet „Bekanntmachung bestehender Angebote“. Hanna Schulz übernimmt die Sammlung der Daten aus allen Gemeinden der Samtgemeinde. „Wir wollen auch Raumangebote erfassen und insbesondere freie Kapazitäten abfragen“, so die Wilstedterin.

Gedacht sei an eine Internetplattform, die Familien zu möglichst allen Lebensfragen Informationen liefert und eine bessere Vernetzung von Institutionen und Vereinen ermöglicht. Die bereits publizierte Neubürgerbroschüre könne als Grundlage dienen.

Vorbild ist der Internetauftritt der Nachbargemeinde Grasberg, die unter dem Menü „Familienfreundliches Grasberg“ Ansprechpartner, Projekte, Veranstaltungen sowie einen Behördenkompass Baby bietet. Die Arbeitsgruppe möchte die Informationen möglichst auch mehrsprachig veröffentlichen. Wichtig sei, dass der Internetauftritt regelmäßig gepflegt und auf dem aktuellen Stand gehalten werde. „Hobbymäßig ist das nicht leistbar“, ist sich Sabine Grimmelijkhuizen sicher. Die Leiterin der Grundschule Tarmstedt gehört, ebenso wie die Büchereileiterin Lore Holsten und ihr Mann Heinz-Hermann Holsten, zu den Initiatoren des Workshops.

Bessere Verzahnung

„Frühkindliche Bildung“ nennt sich eine weitere Arbeitsgruppe, die sich um Angebote für Kinder bis sechs Jahre kümmert. „Wir wünschen uns eine bessere Verzahnung“, sagt Sabine Grimmelijkhuizen. So sei eine noch engere Zusammenarbeit der Bücherei mit den Kindergärten und Krippen denkbar. „Die Krabbelgruppen kommen zu uns, und wir gehen mit Reime für Kleine in die Krippen“, erklärt Leiterin Lore Holsten. Als niedrigschwelliges Angebot könnte sie sich vorstellen, dass die Bücherei oder auch andere Interessierte einmal im Monat ein Familienfrühstück mit der Familienhebamme anbieten.

Gerade der Familienhebamme komme eine große Bedeutung zu, betonen Holsten und Grimmelijkhuizen. Diese werde aus dem Jugendhilfetopf des Landkreises finanziert und könne sich viel länger um hilfebedürftige Familien kümmern als ihre Kolleginnen, die nur wenige Wochen nach der Geburt Kontakt zu ihren Schützlingen hätten. „Anders als in Zeven ist dieses Angebot in der Samtgemeinde Tarmstedt kaum bekannt“, weiß Heinz-Hermann Holsten. Das solle sich möglichst ändern, hieß es in der Arbeitsgruppe. Denn die Familienhebamme leiste auch ein Stück Sozialarbeit und helfe auch schon mal beim Ausfüllen von Anträgen, beispielsweise für Hartz IV. „Wenn wir so ein Angebot bei uns wollen, brauchen wir die Unterstützung der Samtgemeinde“, betont Heinz-Hermann Holsten. Denn die müsste einen finanziellen Eigenanteil leisten. Anträge müssten bis 15. August beim Landkreis vorliegen.

Die Arbeitsgruppe wolle sich um weitere lebenspraktische Angebote kümmern, beispielsweise um Kochkurse. Wünschenswert sei auch, dass sich eine Mutter-Kind-Gruppe für Flüchtlinge in der Bücherei etabliert.

Die dritte Arbeitsgruppe denkt über eine bessere Kinderbetreuung in den Schulferien nach. Und sie wünscht sich unbürokratische Mitfahrgelegenheiten, ähnlich wie die „Rote Punkt-Aktionen“ in den 60er-Jahren in Hannover. „Wer einen roten Punkt an der Windschutzscheibe hatte, war bereit, andere mitzunehmen“, erinnert sich Heinz-Hermann Holsten. Auch über längere Öffnungszeiten für den Jugendtreff oder einen weiteren Nachmittag werde nachgedacht. Über eine Schülerbefragung in der KGS solle die Nachfrage abgefragt werden. Das Jugendparlament sollte mit eingebunden werden.

Nächstes Treffen des künftigen Familien-Netzwerks: Mittwoch, 13. April, 19 Uhr in der Grundschule Tarmstedt.

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