Organo Fluid

Firmen-Explosion ruft Minister auf den Plan

Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) will die Betriebsgenehmigung für die Abfallverbrennungsanlage des Chemie-Betriebs Organo Fluid in Ritterhude überprüfen lassen.
02.11.2014, 00:00
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Firmen-Explosion ruft Minister auf den Plan
Von Brigitte Lange

Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) will die Betriebsgenehmigung für die Abfallverbrennungsanlage des Chemie-Betriebs Organo Fluid in Ritterhude überprüfen lassen. Dies teilte der Minister in einem Gespräch dem NDR mit.

Am 9. September war die Firma Organo Fluid in den Abendstunden explodiert. Ein Mitarbeiter, der alarmiert worden und zur Kontrolle rausgefahren war, starb wie berichtet an seinen schweren Verletzungen. Zahlreiche Häuser in der Nachbarschaft wurden stark beschädigt. Einige Anwohner können bis heute nicht in ihre Wohnungen und Häuser zurückkehren.

Laut NDR hat das Gewerbeaufsichtsamt 1990 den Betrieb der Abfallverbrennungsanlage an der Kiepelbergstraße genehmigt – als „kleine Recyclinganlage, der es bei Strafandrohung untersagt war, statt der eigenen Reststoffe fremden Abfall zu verbrennen.“ Später sei es der Chemie-Firma erlaubt worden, zehn Tonnen oder mehr gefährlichen Abfall pro Tag zu beseitigen. Auch dafür sei die vor 24 Jahren erteilte Genehmigung gültig gewesen, so der Leiter des Gewerbeaufsichtsamtes Cuxhaven, Jerzy Gohlke.

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Der Oldenburger Umweltrechtler Ulrich Holtmeyer widerspricht Gohlkes Aussage. Er wirft der Behörde Fehlverhalten vor. Holtmeyer behauptet, dass keine Umweltverträglichkeitsprüfung gemacht wurde. Diese wäre aber für die Genehmigung „zwingend notwendig“ gewesen. Auch die Öffentlichkeit sei an dem Verfahren nicht beteiligt worden. Als Teil der Ermittlungen der Brandursache prüft nach diesen Angaben derzeit auch die Staatsanwaltschaft Verden Art und Umfang der Betriebsgenehmigung, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft mit.

Inzwischen wird die Ruine des Chemie-Recycling-Unternehmens kontrolliert zurückgebaut – sprich abgerissen. Gleichzeitig untersuchen Experten noch immer die Ursache für die Explosion. Im Gespräch mit dieser Zeitung erklärte der Geschäftsführer, dass Organo Fluid wieder aufgebaut werden soll – an welchem Standort steht noch nicht fest. Anwohner, Politiker sowie Gemeinde- und Kreisverwaltung sind gegen einen Wiederaufbau an der Kiepelbergstraße.

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