Mit Nebelfoto Erfolg bei Wettbewerb

Fotografin aus Pennigbüttel überzeugt Jury

Die Hobby-Fotografin Ulrike Adam ist zum zweiten Mal bei einem internationalen Wettbewerb ausgezeichnet worden. Ihr Foto vom Novembernebel an der Hamme mit dem Titel "Mystery Moor" überzeugte die Jury.
18.02.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Ilse Okken
Fotografin aus Pennigbüttel überzeugt Jury

Bei einem internationalen Fotowettbewerb der Gartenfotografen in London erhielt Ulrike Adam für dieses Foto aus dem Teufelsmoor die Auszeichnung „Highly commended“ (sehr empfehlenswert).

Ulrike Adam und Ilse Okken
Die Naturfotografin aus Osterholz-Scharmbeck beteiligte sich zum zweiten Mal an diesem Wettstreit, der seit 2008 vom Königlichen Botanischen Garten (Kew Garden) in London veranstaltet wird. Über 18.000 Teilnehmer aus 30 Ländern konkurrierten allein im vergangenen Jahr um den „Oscar“ der Gartenfotografen. Nachdem sie 2015 in der Kategorie „New Shoots“ als neues Talent ausgezeichnet wurde, erhielt Ulrike Adam in diesem Jahr das Prädikat „Highly commended“, also sehr empfehlenswert, in der Kategorie Monochrome.
Ihre preisgekrönte Aufnahme entstand im Novembernebel an der Hamme zwischen Melchers- und Tietjenshütte. Sie trägt den Titel „Mystery Moor“. Als Anerkennung für diese Auszeichnung bekam sie eine Einladung nach London zur Ausstellung und einen Bildband der prämierten Fotos. „Ich habe vorher nicht dran geglaubt. Das ist schon etwas Besonderes“, findet sie. In diesem Jahr war sie verhindert. Aber 2015 fuhr sie nach Großbritannien und lernte am Rande der Ausstellung ihr großes Vorbild Jackie Porter kennen und fachsimpelte mit ihr.

Fotografie war schon immer ihre Leidenschaft. Schon während ihrer Kindheit in Kuhstedt und auch später habe sie immer viel gemalt und später als junge Erwachsenen im Urlaub analog fotografiert, so Ulrike Adam. Eigentlich wollte sie mal Berufsfotografin werden. Aber nach drei Monaten schmiss sie die Lehre und entschied sich für einen sozialpädagogisch orientierten Beruf. Während der Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin lernte sie, wie Fotos in der Dunkelkammer vergrößert und entwickelt werden. Die Fotografie blieb ihr Hobby. Vor vier Jahren stieg sie um auf die Digitaltechnik.

Makroaufnahmen ohne Stativ

Der Natur gilt das besondere Augenmerk der Pennigbüttelerin. Sie ist gern draußen. Motive findet sie im eigenen Garten und im Teufelsmoor, das gleich vor der Haustür liegt. „Wenn das Licht gut ist, gehe ich mit der Kamera raus“, so die Fotografin. Malerische Landschaften in verzaubertem Licht, farb- und stilsicher komponierte Detailaufnahmen von Blumen oder Pflanzenporträts mit traumhaftem Bokeh (gewollter Unschärfebereich) sind ihre Spezialität. Sie versteht es, das Pittoreske eines Blütenkelchs, das Ornamentale der Blütenblätter oder das mystische Licht der norddeutschen Landschaft wirkungsvoll hervorzuheben. Bei den Makroaufnahmen benutzt sie kein Stativ. „Ich habe eine ruhige Hand und meine Kamera hat einen guten Bildstabilisator“, erklärt sie.

Mit den neuen Digital-Kameras könne man viel ausprobieren und sofort überprüfen, ob die Blende oder die ISO-Einstellung richtig seien, weiß sie. Aber auch bei der Bearbeitung am Computer experimentiere sie viel herum. „Mit einer Tasse Kaffee vor dem PC kann ich abschalten und die Zeit vergessen. Das ist wie Meditation“, gesteht sie. In das Bildbearbeitungsprogramm Photoshop hat sich die Autodidaktin reingefuchst. Sie tüftelt an den Farbstimmungen, verändert die Bildausschnitte oder verwandelt Farbaufnahmen in Schwarzweißfotos. Auch das prämierte Teufelsmoorbild mit dem über dem Hammewasser wabernden Novembernebel im Morgenlicht war ursprünglich vierfarbig. „Wenn man sich dafür interessiert, wächst man da rein“ versichert sie.

Vor zwei Jahren kam ihr die Idee, einen Fotokalender als Geschenk für Freunde zu gestalten. Sie geriet an einen Internetverlag, der Kalender oder Poster von Kreativen veröffentlicht und auf Bestellung produziert. „Das fand auf Facebook guten Anklang“ berichtet Ulrike Adam, die mittlerweile diverse Fotokalender veröffentlicht hat. In der Folge bekam sie Kontakt zu einer Bildagentur, die online ihre Fotos vertreibt und machte sich nebenberuflich selbstständig. „Ich bin viel im Internet unterwegs und tausche mich mit Kollegen aus. So bin ich auch auf den Wettbewerb in London aufmerksam geworden“ gesteht sie. Ulrike Adam hat weitere Pläne. Gern würde sie ihre Bilder in einer Ausstellung präsentieren. Aber das kostet viel Zeit und Geld. „Mein Traum wäre, die beruflichen Aktivitäten zwischen Heilerziehungspflege und Fotografie aufzuteilen. Aber der Weg ist noch weit“, meint sie.

Weitere Informationen zur Fotografin und zum Wettbewer gibt es unter www.madebyulli.de oder igpoty.com.

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