Ratssitzung Axstedt sucht neue Baugebiete

Ratsmitglieder und einige Anwohner beteiligen sich an Fragebogenaktion zu Bauplätzen und lehnen mehrheitlich höhere Gebäude ab.
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Von Peter von Döllen

Axstedt. Bürgermeister Udo Mester (SPD) wünschte zum Ende der Axstedter Ratssitzung den Anwesenden vorsorglich bereits einen guten Rutsch ins neue Jahr. Tatsächlich könnte es sein, dass er einige bis dahin nicht mehr sieht. Wegen der Corona-Pandemie wird es in diesem Jahr keine Sitzungen mehr geben, teilte er mit. Und persönliche Treffen sollen ja ebenfalls reduziert werden.

Bei der kommenden Axstedter Sitzung im neuen Jahr wird es vermutlich um den Haushalt 2021 gehen. Der wird wie in anderen Gemeinden mit Spannung erwartet. Derzeit weiß keiner so genau, welchen Einfluss das Coronavirus darauf haben wird. Auch der Verwaltungsvertreter Dennis Pleuß konnte noch nicht viel dazu sagen. In diesem Jahr wird die Gemeinde Axstedt wohl glimpflich davonkommen, wie Pleuß den Ratsmitgliedern mitteilte.

In der Summe werde Axstedt im aktuellen Jahr rund 17 000 Euro weniger einnehmen als geplant. Die höchste Minderung gibt es danach bei den Anteilen an der Einkommenssteuer. Etwa 35 000 Euro fehlen dort. Dagegen sieht es so aus, als könne die Gemeinde 13 000 Euro mehr an Gewerbesteuer einnehmen. Diese Zahl sei allerdings mit Vorsicht zu sehen, weil sie noch schwanken könne, warnte Dennis Pleuß.

In einem weiteren Tagesordnungspunkt stimmten die Ratsmitglieder für die Übertragung der Zuständigkeit für die Kindertagesbetreuung auf die Samtgemeinde Hambergen. „Noch vor anderthalb Jahren haben wir gesagt: Wir schaffen das allein“, räumte Udo Mester ein. Jetzt sieht die Sache anders aus. Mester betonte allerdings, dass es bei dem Schwenk nicht nur um finanzielle Aspekte geht. Im Blick seien auch die immer steigenden Erfordernisse an die Kindergärten, zum Beispiel bei den Betreuungszeiten und pädagogischen Konzepten, gewesen. Jan Albers (SPD) stimmte zu, erklärte aber auch, dass das Geld für die Kinderbetreuung bei anderen Pflichten der Gemeinde fehlen würde.

Alle Beteiligten erhoffen sich von der Konzentrierung zukünftig Einsparungen, weil etwa weniger Gruppen gebildet werden müssen. Die Kosten werden über einen Schlüssel, der Anzahl der Kinder und die Finanzkraft berücksichtigt, auf die Mitgliedsgemeinden aufgeteilt. Die Samtgemeinde Hambergen verfügt über keine eigenen Einkünfte. Die Eltern haben zukünftig mit der Samtgemeinde nur noch einen Ansprechpartner und können vermutlich aus einem breiteren Angebot wählen.

Axstedt hat bisher eine Kooperation mit Holste und Lübberstedt. Sie benutzen noch gemeinsam den Kindergarten in Axstedt. Dieser wird ohne finanziellen Ausgleich an die Samtgemeinde übertragen. Sollte das Gebäude nicht mehr als Kita benötigt werden, erfolgt eine Rückgabe an Axstedt. Der Neubau in Holste-Steden wird vergütet, damit sich Steden entschulden kann. Der Vertrag zu einer Kooperation bei den Kitas zwischen Axstedt, Lübberstedt und Holste wird aufgelöst.

In den vergangenen Wochen hat sich Axstedt außerdem mit der Schaffung von Baugebieten beschäftigt. Alle möglichen Flächen wurden beleuchtet und bewertet. Aspekte dabei waren unter anderem die Realisierbarkeit und die Verfügbarkeit der Flächen. Es nütze nichts, ein Gebiet zu beplanen, wenn die Eigentümer nicht verkaufen wollen, erklärte Mester. Die Bewertung hatte das Planungsbüro Instara übernommen.

Schließlich blieben vier Varianten übrig. Die Verwaltung hatte einen Fragenkatalog entworfen, mit dem die Ansichten der Ratsmitglieder und der Bürger ermittelt werden sollten. Alle Einwohner konnten sich einbringen. Zehn von elf Ratsmitgliedern hätten den Fragebogen ausgefüllt, teilte Mester mit. Von der Bürgerbeteiligung war der Bürgermeister offenbar ein wenig enttäuscht. Nur zwölf Axstedter hatten den Bogen ausgefüllt zurückgegeben. Passend dazu führte Mester aus, dass bei der ersten Bürgersprechstunde im Oktober kein Anwohner gekommen war. „Alle, die den Fragebogen nutzten, waren dafür, neue Bauplätze auszuweisen“, sagte Mester. Die Pläne können also weiterverfolgt werden. Die Ratsmitglieder und Bürger sprachen sich für relativ große Grundstücke aus. Es ergab sich im Schnitt eine Mindestgröße von 800 und eine Maximalgröße von 1240 Quadratmeter. Auch zeigte sich, dass den Beteiligten wichtig ist, den Dorfcharakter zu erhalten. Mehrgeschossige Gebäude wollen nur wenige in Axstedt sehen. 1,5 bis zwei Stockwerke sind für die Mehrheit die richtige Größe. Nach der Auswertung bleiben noch die Flächen westlich der Reinhard-Wohltmann-Straße und das Gebiet zwischen der Harrendorfer Straße und dem Driftsweg über. Die Gemeinde soll nun Gespräche mit den Eigentümern führen.

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