Generationswechsel Mehr als ein Verwaltungsvertreter

Nach 13 Jahren: Friedhelm Lütjen gibt sein Amt als Verwaltungsvertreter der Gemeinde Axstedt auf. Sein Nachfolger wird Dennis Pleuß.
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Von Peter von Döllen

Hambergen. „Du bist das Herz des Hamberger Rathauses“, sagt Udo Mester. Der Bürgermeister von Axstedt sucht nach Worten, die der Leistung von Friedhelm Lütjen gerecht werden. Ingo Schwarzer meint: „Vielleicht sollten wir einfach mal Beifall klatschen.“ Diesem Vorschlag kommen die Axstedter Ratsmitglieder gerne nach. Nun steht jemand im Mittelpunkt, der eigentlich lieber im Hintergrund agiert, ruhig, besonnen und immer mit Blick für die Sache. Nach 13 Jahren hat der erste Samtgemeinderat Friedhelm Lütjen darum gebeten, ihn aus seinem Amt als Verwaltungsvertreter der Gemeinde Axstedt zu entlassen. Es ist der erste Schritt einer Umstrukturierung: Lütjen steuert auf seine Pensionierung zu. Sein Nachfolger ist Dennis Pleuß.

Im November 2006 hatte Friedhelm Lütjen die Aufgabe des Verwaltungsvertreters übernommen. Die Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Hambergen werden von ehrenamtlichen Bürgermeistern geführt. Die Räte können nach einer Kommunalwahl entscheiden, ob diese auch die Verwaltung ihrer Gemeinden übernehmen. Aktuell verfährt nur Holste so. Die anderen Gemeinden haben sich dafür entschieden, auf einen Verwaltungsvertreter zurückzugreifen. Diese Funktion übernehmen bisher Mitarbeiter der Samtgemeindeverwaltung, zusätzlich zu ihrer eigentlichen Tätigkeit. Eine so enge Verzahnung ist nicht überall gegeben, erinnert Lütjen.

Und Friedhelm Lütjen hat in der Vergangenheit sehr viel für die Mitgliedsgemeinden getan - auch über die reine Verwaltungstätigkeit hinaus. Das lobte auch Udo Mester in seiner Verabschiedungsrede bei einer Ratssitzung diese Woche. „Du warst ein verlässlicher und loyaler Partner an unserer Seite“, sagt er. Und: „Du hast einiges mit auf den Weg gebracht.“ Dabei sei es Lütjen immer um die Sache gegangen. Stets habe er versucht, zu vermitteln, Kompromisse zu finden.

Friedhelm Lütjen spielte den Ball zurück. Als er die Tätigkeit aufnahm, lag viel in Axstedt im Argen. Finanziell stand es schlecht, ein Bürgermeister musste seinen Hut nehmen. „Es ist schwierig, wenn ein Verwaltungsvertreter so zwischen den Stühlen sitzt“, bemerkt Lütjen. Doch dann habe man sich gemeinsam um eine Konsolidierung bemüht und die Situation gemeinsam Stück für Stück verbessert. „Ihr könnt stolz auf das sein, was ihr in diesen Jahren geschafft habt“, attestiert Lütjen.

„Es muss etwas geschehen, passieren darf aber nichts.“ Friedhelm Lütjen führt dieses Motto an, das auch für ihn steht. Immer wieder appelliert er, Entscheidungen zu treffen, auch wenn diese schwerfallen. Es sei besser, möglicherweise falsche Entscheidungen zu fällen, als Stillstand zu dulden. Die Ratsmitglieder von Axstedt versuchte er zu beruhigen. Mit Dennis Pleuß bekomme die Gemeinde einen kompetenten Nachfolger. Den Bürgern empfiehlt Lütjen, die ehrenamtlichen Politiker zu unterstützen und zu pflegen. Es war vermutlich eine Anspielung auf den rauen Ton, der derzeit im Internet und sozialen Medien mit Anschuldigungen gegenüber Volksvertretern angeschlagen wird.

Dennis Pleuß hat für Axstedt bereits den vergangenen Haushalt aufgestellt und ihn den Ratsmitgliedern vorgestellt. „Ich habe mich gut aufgenommen gefühlt“, sagt der 30-Jährige. Es sei für ihn keine Frage gewesen, das Amt zu übernehmen. Ähnlich äußerte sich Udo Mester: „Wir haben uns relativ schnell für dich entschieden. Unser Vertrauen hast du jetzt schon.“ Dennis Pleuß werde auch nicht an Friedhelm Lütjen gemessen.

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