Kindertagesstätten Zwischenlösung in der Grundschule

Axstedt, Holste und Lübberstedt bilden eine Zweckgemeinschaft bei den Kindertagesstätten. Sie müssen mindestens eine neue Einrichtung für die Betreuung der Kinder schaffen.
22.03.2019, 17:10
Lesedauer: 3 Min
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Von Peter von Döllen

Hambergen. Axstedt hat als erste der beteiligten Gemeinde grünes Licht für einen neuen Vertrag mit Lübberstedt und Holste gegeben. Er regelt die gemeinsame Nutzung des Kindergartens in Axstedt. Vorgesehen ist hauptsächlich ein neuer Verteilungsschlüssel für die Kosten. Aber auch die Laufzeit wurde auf drei Jahre verlängert. Es ist der erste Schritt, der Rat muss noch zustimmen und auch die Entscheidung der Partnergemeinden steht noch aus. Die Zweckgemeinschaft steht bei den Kindergärten ein wenig unter Druck. Die Gemeinden hatten eine Übertragung der Kindergärten an die Samtgemeinde abgelehnt. Jetzt müssen sie für neue Kindergartenplätze sorgen – und zwar relativ zügig. Die längere Laufzeit soll allen drei Gemeinden Planungssicherheit geben. Denn nun geht es um Investitionen. Und der Verwaltungsvertreter Friedhelm Lütjen glaubt, dass es mit einer neuen Kindertagesstätte nicht getan sein wird. Eine dritte Einrichtung dürfte in nicht allzu ferner Zukunft nötig sein, vermutet er.

Der erste Schritt wird aber zunächst eine Zwischenlösung sein, die Bürgermeister Udo Mester als unumgänglich bezeichnete. Aktuell wäre zum kommenden Jahr für acht Regelkinder und vier Kinder in der Krippe kein Platz vorhanden. „Es gab verschiedene Möglichkeiten“, informierte Mester bei der Sitzung des Ausschusses für Soziales, Kultur, Friedhof, Sport und Jugend. Jetzt soll ein Raum der Grundschule genutzt werden. „Wir haben uns den Raum mit allen Beteiligten angeschaut“, berichtete Mester. Die notwendigen baulichen Änderungen hielten sich in Grenzen. Die Lebenshilfe, die schon Träger der nahe liegenden Kindertagesstätte ist, übernimmt auch hier die Trägerschaft. Der Raum wird als Außenstelle geführt.

Die Kinder werden auch den Außenbereich des Kindergartens benutzen. Der neue Kindergartenraum soll völlig vom Schulbetrieb abgekoppelt sein. Deshalb wird eine neue Tür geschaffen. Davor werden zwei Container aufgestellt. Einer dient als Garderobe und Eingangsbereich, in dem anderen sind die sanitären Anlagen untergebracht.

Für den Betrieb muss laut Lütjen noch eine Nutzungsänderung beantragt werden. Betroffene Anwohner hätten schon Zustimmung signalisiert und auch die Schulbehörde dürfte mitspielen. „Wir müssen das schnell angehen“, mahnte Lütjen. Wenn alles optimal läuft, könnte die Gruppe zum kommenden Kindergartenjahr starten. Geplant ist, dort eine Regelgruppe für 25 Kinder zu eröffnen. Dafür soll eine altersgemischte Gruppe in eine Krippengruppe umgewandelt werden. Damit würden Krippenplätze geschaffen und fünf Regelplätze wegfallen. Durch die Zwischenlösung entstehen somit unter dem Strich 20 neue Regelplätze.

Aufatmen können die Ratsmitglieder von Axstedt, Lübberstedt und Holste damit aber noch nicht. Die Zwischenlösung soll möglichst schnell wieder aufgehoben werden. Die Schule möchte den Raum irgendwann wieder selber nutzen und die Lebenshilfe will die Situation im bestehenden Kindergarten entspannen. Dabei wird der Bedarf an Plätzen in den Kitas vermutlich weiter ansteigen. Sollte auch die Beitragsfreiheit für Krippenplätze kommen, dürfte sich die Nachfrage in den drei Gemeinden verdoppeln. Die Gemeinden müssen deshalb schon jetzt die Weichen für weitere Einrichtungen stellen.

Für ein neues Gebäude sind derzeit hauptsächlich zwei Flächen im Gespräch. „Eine gehört der Gemeinde Axstedt“, erklärte Mester. Sie liegt an der Schule und nahe am derzeitigen Kindergarten. Die gute Lage würde eventuell eine Trägerschaft der Lebenshilfe eröffnen. Schließlich sei es mit einem Gebäude nicht getan, erinnerte Friedhelm Lütjen. Derzeit sei es schwer, das nötige Personal für Kindergärten zu bekommen. Auf der angedachten Fläche wäre ein Gebäude für drei Gruppen machbar. Allerdings müssten noch einige Dinge geklärt werden. Das Gelände sei beispielsweise häufig nass und hat Gefälle. Das könnte aus Sicht der Verwaltung aber alles durchaus geregelt werden.

Eine zweite Fläche gibt es laut Mester in Holste-Steden. Dort besteht ein Bebauungsplan, der einen Kindergarten ermögliche. Die Voraussetzungen sind vermutlich etwas einfacher zu schaffen. Allerdings müsste dafür ein neuer Träger gesucht werden. Nun soll abgewägt werden, welche Fläche am besten geeignet erscheint.

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