Bäume am Wiesendamm in Grasberg

Gartenbauer soll Vorschlag liefern

Die Diskussion über Standorte für neue Bäume am Wiesendamm in Grasberg ist im Planungsausschuss der Gemeinde nur ein kleines Stück vorangekommen. Dafür gibt es beim Thema Verkehrsberuhigung Fortschritte.
23.09.2020, 16:52
Lesedauer: 3 Min
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Gartenbauer soll Vorschlag liefern
Von André Fesser
Gartenbauer soll Vorschlag liefern

Die Ausstattung des Wiesendamms beschäftigt seit Monaten Bürger und Verwaltung in Grasberg.

CARMEN JASPERSEN

Grasberg. Die Gestaltung des Wiesendamms wird die Mitglieder der Grasberger Verwaltung und der Ortspolitik noch bis weit in den Herbst hinein beschäftigen. In der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses am Dienstag im Rathaus kam das Thema aber ein Stück weit voran. Die Ausschussmitglieder einigten sich nach einer Aussprache mit anwesenden Wiesendamm-Anwohnern darauf, vor einer Neubepflanzung der Straße mit Bäumen zunächst erneut einen Experten hinzuzuziehen.

Die Bäume werden anwohnerseitig vermisst, seit die Gemeinde im Februar 35 Exemplare fällen ließ. Dass sie ersetzt werden sollen, ist unstrittig – über die Wahl der künftigen Standorte zerbrechen sich Anwohner und Verwaltung derzeit aber noch die Köpfe. Denn gleich mehrere bisherige Standorte am Straßenrand kommen nach Ansicht der Verwaltung nicht mehr infrage, weil dort Leitungen liegen oder der Abstand zum Verkehrsweg zu gering ist. Nach einer Ortsbegehung und einer Anwohnerversammlung hatte der Gartenbauer Karl Hannig schließlich vorgeschlagen, einige der Ersatzbäume auch auf Privatgrundstücken und eben nicht an der Straße zu pflanzen. Die Kosten für die Pflanzung würde in einem gewissen Rahmen die Gemeinde übernehmen. Die Anwohner hatten im Vorfeld der Ausschusssitzung die Gelegenheit, sich zu diesem Vorschlag zu positionieren.

Die Rückmeldung fiel ganz unterschiedlich aus. Ein Anwohner zum Beispiel wünscht sich eine Zierkirsche an der Straße, ein anderer eine Vogelbeere auf dem eigenen Grundstück. Manche hingegen lehnen neue Bäume auf eigener Höhe grundsätzlich ab, sie schlagen einen anderen Standort für die Ersatzpflanzungen vor. Unter den Besuchern der Ausschusssitzung im Rathaus überwog aber die Ansicht, dass man versuchen sollte, der Straße den Charakter einer Allee zu verpassen. Dies sei, so Bürgermeisterin Marion Schorfmann, aber gar nicht so einfach zu bewerkstelligen, wenn man von unterschiedlichen Bäumen sowie mit Standorten an der Straße und auf den Grundstücken ausgeht. Auch die Anwohner waren nicht einig in der Frage, ob sie sich für eine oder mehrere Baumarten entscheiden sollten.

In einer Sitzungsunterbrechung erarbeiteten Anwohner und Ausschussmitglieder dann gemeinsam einen Vorschlag zum weiteren Vorgehen. So soll Gartenbauer Hannig in den kommenden Wochen auf Basis von Luftbildern und Leitungslageplänen einen Vorschlag erarbeiten, welche Standorte für eine Baumbepflanzung infrage kommen. Derweil wollen sich die Anwohner miteinander kurzschließen, um sich über einen gemeinsamen Weg bei der Baumwahl auszutauschen. Schließlich könnte die Gemeinde dann zu einer gemeinsamen Ortsbegehung einladen, um die Möglichkeiten vor Ort auszuloten.

Die Ersatzbäume, die am Wiesendamm nicht untergebracht werden können, sollen dann an einer Fläche am Weg Zum Ützenbarg nahe der Wörpe platziert werden. Der Ausschussvorsitzende Klaus Feldmann wünschte den Anwesenden gutes Gelingen - „damit wir Weihnachten sehen können, wo die Bäume stehen.“ Laut Bürgermeisterin Schorfmann sollte es sogar noch schneller gehen: „Im November müssen die Bäume in die Erde.“

Die Lage am Wiesendamm beschäftigte den Ausschuss noch in anderer Hinsicht. Wie berichtet, gilt die Straße als stark befahren, was sich negativ auf die Verkehrssicherheit auswirkt. Daher war in den vergangenen Monaten mit den Anwohnern darüber gesprochen worden, die Straße an einigen Stellen zu verengen und mit Markierungen auf der Straße auf die Rechts-vor-links-Regel hinzuweisen. Für die CDU regte Ausschussmitglied Ruven Voß nun an, zunächst nur an einer Stelle ein Provisorium zu schaffen, um nach einem Testzeitraum von einem Jahr zu schauen, ob sich die Anlage bewährt hat.

Bei den Anwesenden kam der Vorschlag gut an. Bürgermeisterin Schorfmann zufolge hat ein Provisorium den Vorteil, dass es den Straßenkörper nicht beschädigt. Der Ausschuss folgte dem Vorschlag einstimmig. Der Verwaltungsausschuss der Gemeinde wird nun abschließend darüber befinden müssen. Sollte er zustimmen, steht laut Andreas Koppen, dem Leiter des Fachbereichs Bau, einer zügigen Einengung der Straße nichts mehr entgegen. Das Provisorium soll auf Höhe des Hauses Wiesendamm 14a platziert werden.

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