Grasberg 2020 Bauen und Erinnern

Vor 300 Jahren wurde der Mann geborgen, der Grasberg prägte wie kein anderer. Der Auftakt zum Findorff-Jahr findet darum auf dem Findorffhof statt. An vielen anderen Stellen baut Grasberg an seiner Zukunft.
03.01.2020, 06:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Undine Mader

Grasberg. 2020 wird in Grasberg das Jahr des Bauens. Die Betonplatte für den Anbau an der Grundschule deutet schon auf das hin, was überbaut werden soll, um am Ende für Schüler, Pädagogen und Schulverwaltung den Platz zu schaffen, der längst überfällig war. Bürgermeisterin Marion Schorfmann hofft, dass der Anbau in diesem Jahr soweit vorankommt, dass die Verwaltung in das Obergeschoss des neuen Teils umziehen kann. Das habe für sie Priorität. Im nächsten Schritt soll der Umbau des bisherigen Verwaltungstraktes folgen und daran anschließend der Umzug des Werkraums in den Anbau. Der ehemalige Mehrzweckraum, die ehemalige Bibliothek und der ehemaligen Musikraum sollen im nächsten Schritt zu zwei Klassenräumen umgebaut werden. All das heißt dann „Umbau im Bestand“ und Schorfman hofft, dass dieser möglichst störungsfrei für den Schulbetrieb vonstattengeht.


Grundschule:
In der Sporthalle an der Grundschule wird auch weiter gebaut. Fördermittel des Bundes machen die Sanierung möglich. Eine neue Heizung ist schon drin. Für den Fahrstuhl seien die Aufträge vergeben. Weitere Themen an der Halle sind die Beleuchtung, die Dämmung der Außenwände und mit größter Dringlichkeit das Dach. Bis 2023 sollen diese Bauschritte umgesetzt sein.


Kita-Ausbau:
Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) erweitert 2020 ihre Kita im Gefkensweg. Es entsteht Platz für eine zusätzliche Krippengruppe, eine zweite schon vorhandene Krippengruppe zieht in den Anbau um und schafft damit Platz für eine weitere Kindergartengruppe in der Einrichtung. „Wir brauchen die Erweiterung“, sagt die Bürgermeisterin. Bisher sei Grasberg einigermaßen mit den Krippenplätzen hingekommen, aber es gebe immer Nachmeldungen.


Gerätehaus:
Der 80er-Jahre-Bau genügt längst nicht mehr den Anforderungen. Seit Jahren mahnten Gemeindebrandmeister Norbert Blanke und seine Kameradinnen und Kameraden eine Veränderung an. Nun können die Planungen 2020 beginnen, weil ein Antrag auf Fördermittel gestellt werde. Ob das vorhandene Gerätehaus mit einem Anbau erweitert oder neu gebaut wird, das soll die Wirtschaftlichkeitsberechnung zeigen, zu der Grasberg verpflichtet ist.


Seniorenwohnen:
In die 16 Wohungen des betreuten Wohnens der Firma Senioren-Concept in der Lindenvilla können bald die Mieter einziehen, auf dem ehemaligen Mühlengelände am Wörpedorfer Kreisel geht das Bauen ebenfalls weiter und für die Seniorenwohnanlage Wohnpark Eickedorf wird für 2020 der Baustart erwartet.


Wohnungsbau:
Privaten Häuslebauern verordnet indes das Regionale Raumordnungsprogramm (RROP) des Landkreises Osterholz eine Baupause. Erst wenn dieses wie geplant 2021 vorliege, kann der Verkauf der rund 60 geplanten Grundstücke im Bereich Eickedorfer Vorweiden II beginnen. Das Planverfahren dafür werde im Jahr 2020 weiter gehen, so Schorfmann.


Gewerbegebiet:
Beim Thema Gewerbegebiet würde die Kommune ebenfalls gerne weiter kommen, so Schorfmann. Dabei gehe es nicht um einzelne Grundstücke. „Wir wollen etwas, was man richtig Gewerbegebiet nennen kann“, sagt die Bürgermeisterin. Vergleichbar mit dem Gewerbegebiet am Wörpedorfer Ring. Erst dann rechne sich solch ein Gebiet auch für den Vorhaben- und Erschließungsträger. Doch auch hierfür brauche es zunächst das RROP des Landkreises.


Breitbandausbau:
Bis April soll der Breitbandausbau in Grasberg abgeschlossen sein. Nicht alle Haushalte profitieren davon. Schorfmann sagt: „Parallel dazu arbeiten wir an einem Förderantrag, damit die Lücken geschlossen werden.“ Rund 500 000 Euro habe die Gemeinde für Breitband ausgegeben, die sie auch als Ausgaben für Infrastruktur versteht. Während die Internetstraßen wachsen, sieht es auf Grasberger Straßen an vielen Stellen sanierungsbedürftig aus. 250 000 Euro stehen dafür im Haushalt 2020, wobei alleine 100 000 Euro für die Sanierung der Brücke am Mühlendamm anfallen. „Die verbleibenden Mittel werden wir versuchen, möglichst sinnvoll einzusetzen“, so Bürgermeisterin Schorfmann.


Erdgassuche:
Die Bürgermeisterin erwartet auch eine Fortsetzung des Erdgas-Themas. Nachdem im vergangenen Sommer das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) die sogenannte Aufsuchungserlaubnis für Dea Wintershall für den Raum Unterweser um zwei Jahre verlängert hatte, rechnet sie damit, dass die Firma in Grasberg wieder beantragen werde, entsprechende Messungen vorzunehmen. Ihre Haltung in Sachen Erdgassuche und -förderung ist klar: „Das brauchen wir absolut nicht.“ Vielmehr sei zu überlegen, was klimaschonend getan werden könne.


Findorff-Geburtstag:
Am 22. Februar 1720 wurde Jürgen-Christian Findorff geboren. Als Moorkolonisator ging er in die Geschichte ein und prägte das Erscheinungsbild der Region wie kein anderer. 300 Jahre später erinnern die Landkreise Osterholz, Verden, Rotenburg und die Stadt Bremen an Findorffs Lebenswerk. Im Zuge der Trockenlegung und Besiedlung der Moore zwischen Wümme und Hamme gründete Findorff ab 1751 zahlreiche Dörfer, den Anfang machten Wörpedorf (1751) und Eickedorf (1753). Auch die 1789 eingeweihte Grasberger Kirche wurde von ihm entworfen und gebaut. Dementsprechend wird das Findorff-Jahr 2020 in Grasberg begangen. Die Auftaktveranstaltung des regionalen Festjahres Ende Januar findet auf dem Findorffhof statt.

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