Gemeinde Grasberg erwägt Anzeige

Baumfällung hat ein Nachspiel

Die Baumfällung an der Neu-Rautendorfer Straße in Grasberg erhitzt die Gemüter. Nachdem an einigen zur Fällung vorgesehenen Bäumen die Markierungen entfernt wurden, erwägt die Gemeinde eine Anzeige.
18.12.2020, 17:38
Lesedauer: 1 Min
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Baumfällung hat ein Nachspiel
Von André Fesser
Baumfällung hat ein Nachspiel

Rund 150 Bäume wurden an der Straße gefällt. Einige Anwohner bezweifeln die Notwendigkeit der Maßnahme.

Jörn Schumm

Grasberg. Die Baumfällaktion in der Neu-Rautendorfer Straße in Grasberg hat ein Nachspiel. Die Gemeindeverwaltung erwägt, Strafanzeige zu stellen, nachdem an mehreren zur Fällung vorgesehenen Bäumen die entsprechenden Markierungen entfernt worden waren.

Mitarbeiter einer Fachfirma hatten in dieser Woche damit begonnen, in der Neu-Rautendorfer Straße rund 150 Bäume zu entfernen. Laut einem Gutachten sind die Bäume im Zuge der Verlegung von Breitbandkabeln im Wurzelbereich derart geschädigt worden, dass sie nicht mehr standfest sind und so die Verkehrssicherheit nicht mehr gegeben ist. Einige Anwohner bezweifeln die Notwendigkeit der Fällung. Am Rande der Arbeiten hatte ein Anrainer gegen die Maßnahme protestiert.

Laut Stefan Ritthaler, dem Allgemeinen Vertreter der Bürgermeisterin, hatte eine Anwohnerin die Arbeiter im Zuge der Fällarbeiten angesprochen, weil sie den Baum vor ihrem Grundstück vergessen hatten. Auch er sollte nach ihrer Information gefällt werden. Daraufhin sei aufgefallen, dass an gleich mehreren Bäumen die Markierungen entfernt wurden, an denen die Mitarbeiter der Fachfirma erkennen, welcher Baum fallen soll. Laut Ritthaler soll das bei 15 Bäumen der Fall gewesen sein. In einigen Fällen sei die Markierung abgekratzt, in anderen mit Moos überdeckt worden.

Zwar habe er für den Unmut der Anwohner Verständnis. „Da diese Bäume aus Gründen der Verkehrssicherheit zu fällen waren und sind, geht diese Aktion aber über einen akzeptablen Bürgerprotest hinaus“, so der Gemeindevertreter. Daher habe er die Polizei informiert, deren Beamte sich am Freitag vor Ort ein Bild von der Lage gemacht hätten. Außerdem werde man noch einmal die rund 160 stehen gebliebenen Bäume auf entfernte Markierungen hin untersuchen.

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