Grasberger Internet-Anbindung Baustart für die Datenautobahn

Bis 2020 erhalten über 1000 Grasberger Haushalte und Firmen im Rahmen eines von Bund und Land geförderten Ausbaus einen Anschluss an das Glasfasernetz der EWE, einige Häuser aber gehen leer aus.
13.03.2019, 18:10
Lesedauer: 3 Min
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Von Undine Mader

Grasberg. Seit Montag wird an der Eickedorfer Straße in Grasberg gebuddelt. Eine zweite Baustelle folgt demnächst und bis Ende des ersten Quartals 2020 werden die Tiefbaukolonnen des Oldenburger Telekommunikations- und Energieanbieters EWE 60 Kilometer Glasfaserkabel in den Grasberger Außenbereichen verlegen, als Teil des von Bund und Land geförderten Breitbandausbaus im gesamten Landkreis. In Grasberg werden, aufgeteilt auf 22 Projektgebiete, rund 1300 Haushalte und Betriebe an das Glasfasernetz der EWE angeschlossen, so deren Projektleiter für den Landkreis Osterholz, Daniel Böttcher. Diese können künftig bis zu einem Gigabit pro Sekunde im Download erreichen.

Endlich geht es los

„Es freut mich, dass es nach so langer Zeit endlich in Grasberg losgehen kann“, sagt Landrat Bernd Lütjen beim offiziellen Baustart. In diese Freude über den Breitbandausbau mischt sich allerdings auch Kritik. Nicht alle Grasberger Haushalte werden von dieser Ausbaustufe profitieren, weiß auch Lütjen. Er begründet: „Es gibt die sogenannte Aufgreifschwelle, mit der wir nicht zufrieden sind.“ Bund und Land Niedersachsen hatten zur Förderbedingung gemacht, dass nur derjenige in den Ausbau mit aufgenommen wird, dessen Internetanschluss bisher weniger als 30 Mbit pro Sekunde schafft. Dafür habe der Landkreis ein Markterkundungsverfahren durchgeführt und gemeinsam mit den Kommunen die Ausbaugebiete identifiziert. Änderungen im Nachhinein sind nicht möglich. Projektleiter Böttcher sagt, die Fördervorgaben und Adresslisten seien strikt einzuhalten. Und: „Wir werden ganz stark kontrolliert.“ Bei einem Verstoß entfalle die Förderung für den gesamten Ausbau.

Für den Einzelnen sei nicht nachvollziehbar, warum er nicht in diesem Glasfaserausbau berücksichtigt werde, so Bürgermeisterin Marion Schorfmann. „Das verursacht viel Unruhe.“ Lütjen begründet es auch mit einem sogenannten Scooring-Verfahren, in dem der Durchschnittspreis pro Anschluss ermittelt worden sei. Hätte man nicht einzelne Anschlüsse weggelassen, „wäre man ganz raus gewesen“ aus der Förderung. Deshalb sei es noch nicht möglich, alle Haushalte zu erreichen. Aber der Landrat verspricht: „Wir sind weiter am Ball.“ Es soll ein neues Verfahren geben, für das bereits wieder ein Markterkundungsverfahren laufe, und es solle einfacher werden als bei dem Vorhaben, das derzeit umgesetzt wird.

40 Prozent teurer

Im Frühling 2015 habe es erste Gespräche zwischen Landkreis und Gemeinden gegeben. Sich ändernde Fördervorgaben und Verzögerungen seitens des Bundes ließen laut Lütjen die Zeit verstreichen und verteuerten das mit 20 Millionen Euro geplante Investitionsprojekt der EWE um rund 40 Prozent, so deren Projektleiter Böttcher. Zehn Millionen Euro davon kommen aus öffentlichen Geldern.

Das Glasfasernetz wird mittels moderner Verlegetechnik in drei Schritten verlegt, erklärt der EWE-Kommunalbetreuer Hendrik Lüürs. Zunächst werden in den Gräben Leerrohre verlegt, durch diese werden anschließend die Kabel gezogen. Danach erst werden die Hausanschlüsse gelegt, ohne große Baumaßnahmen im Vorgarten. Alle Haushalte, die davon profitieren, werden laut Lüürs von der EWE per Brief zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Bei individuellen Fragen empfiehlt er, sich persönlich an die Ansprechpartner des EWE-Mobils vor dem Rathaus (dienstags 14 bis 18 Uhr) zu wenden oder an den Grasberger EWE-Vertriebspartner Euronics Viohl.

„Wir raten allen Bürgern, die vom Ausbau profitieren, auf jeden Fall einen Hausanschluss legen zu lassen“, so Lüürs. Zumal der im Fördergebiet kostenlos ist. Wie es anschließend im Haus weiter geht, entscheidet jeder selbst. „Wir haben für alle Bedürfnisse ein Endprodukt“, wirbt der EWE-Mann. Weil aber die Fördervorgabe Diskriminierungsfreiheit beinhalte, vermiete die EWE ihre Glasfaserleitungen auch an andere Anbieter. Diese müssten dann ihrerseits die technischen Voraussetzungen dafür schaffen, die jedoch befänden sich noch am Anfang.

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