Ein Jahr ohne Festumzug Dorfjugend Rautendorf baut Erntewagen um

Weil in diesem Sommer keine Fahrten auf dem Erntewagen zu erwarten waren, nutzt die Dorfjugend Rautendorf die Zeit und verpasst ihrem Partywagen eine komplette Sanierung. Doch derzeit herrscht Zwangspause.
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Von Undine Mader

Grasberg. Der Erntewagen der Landjugend Rautendorf stand noch im Winterquartier, als im Frühling das öffentliche Leben immer weiter herunter gefahren wurde. Der geplante Saisonstart am 1. Mai in Fischerhude wurde immer unwahrscheinlicher. Da sagten sich die jungen Leute um Simon Behrens: „Nutzen wir die Chance, den Wagen einmal komplett umzubauen.“ Ganz abschließen konnten sie das Projekt bis zum neuerlichen Lockdown light nicht. Die Kontaktbeschränkungen ereilten sie zwischen Sandstrahlen und neuem Anstrich, aber die Rautendorfer geben sich optimistisch. Behrens sagt: „Wir wollen bereit sein für den Saisonstart am 1. Mai 2021.“

Elf Meter lang und rund zweieinhalb Meter breit ist der Containeranhänger mit Aufbau. Vor 19 Jahren war das Gefährt der Anfang der Dorfjugend Rautendorf, erzählt Behrens. Ein paar junge Männer hatten seinerzeit den ersten Wagen aufgebaut. Inzwischen zählt die Gruppe, die kein eingetragener Verein ist, fast 30 Mitglieder, die meisten sind zwischen 18 und 24 Jahre alt. Luis Meinert ist mit seinen 15 Jahren eines der jüngsten Mitglieder, beim Umbau des Wagens hat er mit angepackt.

„Corona hat uns ein bisschen mehr Zeit gegeben für den großen Rundumschlag“, erzählt Simon Behrens. Die Idee dazu habe schon seit zwei Jahren bestanden, aber zwischen November und Mai sei die Zeit zu kurz gewesen. Nun aber ist der fünf Jahre alte Aufbau komplett verschwunden und durch einen funktionaleren Aufbau mit Dach ersetzt. Das meiste Material sei dabei wiederverwendet worden und Landwirte steuerten Sachspenden bei, so Behrens. Nur für den Holzaufbau suchen sie noch Unterstützer. Am Ende soll der Wagen „schön bunt“ aussehen, gestaltet nach dem Motto „90er-Jahre“.

Doch jetzt sitzen sie im „Umbau-Lockdown“. Behrens ist froh, dass die Rautendorfer Landjugend in den Monaten zuvor ihre Gemeinschaft in kleinen Gruppen, während sonntäglicher coronakonformer Arbeitseinsätze gepflegt habe. „Ein Zoom-Meeting im Internet ist einfach nicht das gleiche“, sagt Simon Behrens und tippt auf dem Smartphone. Per Whatsapp-Gruppe hält er die jungen Frauen und Männer über das Pressegespräch auf dem Laufenden. In der virtuellen Gruppe halten sie Kontakt, wenn Treffen nicht möglich sind. Hier stellt Behrens auch mal kleine Filme von früheren Erntewagenfahrten ein.

Wenn nicht gerade Pandemie ist, sind die Mitglieder der Dorfjugend nicht nur mit ihrem Partywagen unterwegs. Sie helfen beispielsweise bei der Rautendorfer Erntedisco mit und wenn der geplante Umbau der Dorfscheune endlich beginnen kann, wollen sie ihre Arbeitskraft einbringen. Doch auch jetzt arbeiten sie am Zusammenhalt ihrer Gemeinschaft und genau den wollen sie nach außen hin zeigen. Die Landjugend Rautendorf hat sich Shirts und Jacken bestellt, die mit einer modernen Version des Rautendorfer Wappens bestickt werden sollen. Simon Behrens sagt: „Unser Ziel ist, dass jedes Mitglied spätestens unterm Tannenbaum sein Päckchen hat.“

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