Pläne an der Wörpedorfer Straße

Erste Interessenten für Grasberger Gewerbeflächen

Nach der Anwohnerkritik an den Gemeindeplänen zur Schaffung eines neuen Gewerbegebietes in Grasberg will das Rathaus auf die Bürger zugehen. Derweil gibt es bereits erste Interessenten für die Flächen.
12.11.2020, 07:00
Lesedauer: 2 Min
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Erste Interessenten für Grasberger Gewerbeflächen
Von André Fesser
Erste Interessenten für Grasberger Gewerbeflächen

Dort soll es hin: das neue Gewerbegebiet an der Wörpedorfer Straße.

CARMEN JASPERSEN

Grasberg. An der Diskussion über die Schaffung eines neuen Gewerbegebietes an der Wörpedorfer Straße will das Grasberger Rathaus noch in diesem Jahr die Bürgerinnen und Bürger beteiligen. Wie der Allgemeine Vertreter der Gemeinde, Stefan Ritthaler, der Redaktion sagte, würde er am liebsten eine Einwohnerversammlung veranstalten. Angesichts der angespannten Corona-Lage und der geltenden Verordnungen müsse man jedoch auch über andere Formate nachdenken. Möglich wäre beispielsweise auch eine Versammlung im kleinen Kreis, die ins Internet übertragen und somit für weitere Interessenten nachvollziehbar werde. Oder aber eine Informationsveranstaltung, die sich über einen ganzen Tag zieht und somit den Publikumsverkehr entzerrt. Schon bald soll es in dieser Frage eine Entscheidung geben.

Vorgeschrieben ist eine solche Form der Beteiligung nach Angaben aus dem Rathaus nicht. Die Gemeindespitze reagiert damit auf die Kritik von Anwohnern vor allem des Wiesendamms, die sich nach Bekanntwerden der Pläne entzündet hatte. Wie berichtet, beabsichtigt die Gemeinde, an der Wörpedorfer Straße auf einer Fläche von knapp neun Hektar Einzelhandel- und Gewerbeflächen zu schaffen. Die Anwohner des in Sichtweite gelegenen Wiesendamms befürchten zusätzlichen Lärm und den Bau ausladender Lagerhallen und planten daraufhin die Gründung einer Bürgerinitiative, die sich diesem Thema, aber auch der Ortsentwicklung im Allgemeinen widmen soll.

Dabei ist die Frage des Bedarfs für zusätzliche Gewerbeflächen gar nicht mal strittig. Allerdings gibt es unterschiedliche Meinungen über geeignete Standorte. Wie Grasbergs Bürgermeisterin Marion Schorfmann schon vor Wochen berichtete, habe man in den vergangenen Jahren etliche denkbare Flächen in der Gemeinde auf ihre Eignung geprüft. Übrig blieb am Ende das Stück an der Wörpedorfer Straße. Ihr Vertreter Stefan Ritthaler trat nach unserem jüngsten Bericht über ein Anwohnertreffen auch der Vorstellung der Bürger entgegen, die Gemeinde könnte einen zwischen Reifen-Schmenger und der Neuen Straße gelegenen Grünlandstreifen am Kirchdamm kaufen, um dort Gewerbe anzusiedeln. Ritthaler zufolge habe es mit den Eigentümern in den vergangenen Jahren wiederholt Gespräche gegeben – bei den Preisvorstellungen sei man aber nicht annähernd übereingekommen. Erst vor einigen Tagen habe er erneut mit einem Vertreter der Eigentümergemeinschaft gesprochen: „Wir kommen nicht zusammen.“ Zudem sei einer der sieben Hektar dieser Fläche bewaldet und das Regionale Raumordnungsprogramm stelle fest, dass die Wälder im mit Wald unterversorgten Landkreisgebiet besonders zu schützen sind.

Laut Ritthaler ist ein Drittel der an der Wörpedorfer Straße angedachten Fläche quasi verplant. Für diesen Teil gebe es bereits vier konkrete Interessenten, ohne dass dafür Werbung gemacht werden musste. Zwei dieser Unternehmen seien bereits heute in Grasberg aktiv, zwei weitere kämen von außerhalb. „Ich gehe davon aus“, so Ritthaler, „dass die Nachfragen steigen werden, je weiter die Planungen voranschreiten.“

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