Gewerbegebiet Grasberg Auch SPD will Nachhaltigkeit

Für das neue Gewerbegebiet hat jetzt auch die SPD als dritte Grasberger Ratsfraktion einen Antrag auf eine Bauleitplanung unter ökologischen Gesichtspunkten vorgelegt.
28.01.2021, 08:00
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Von Undine Mader

Grasberg. Die Vorsitzende der Grasberger SPD-Fraktion, Elke Schnakenberg, kann sich eines Gefühls nicht erwehren: „Der Kommunalwahlkampf wird eröffnet.“ Der Grund sind zwei in der WÜMME-ZEITUNG veröffentlichte Anträge der Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen und von der CDU. Beide sprechen sich wie berichtet für ein nachhaltiges neues Gewerbegebiet aus. Dies solle bereits in der Bauleitplanung berücksichtigt werden. Inhaltlich sieht es die SPD genauso, nur habe die Fraktion ihren Antrag auf ein nachhaltiges Gewerbegebiet erst zur nächsten Bau- und Planungsausschusssitzung am 4. März einreichen wollen und nicht bereits während der noch laufenden öffentlichen Auslegung der Unterlagen.

Bis 31. Januar können Bürger die Planungsunterlagen einsehen und ihre Stellungnahmen zu dem geplanten Gewerbegebiet abgeben. Diese fließen in die Bau- und Planungsausschusssitzung ein, so Schnakenberg. Dort sei auch der Zeitpunkt, Anträge seitens der Fraktionen einzureichen. Das nun vorgelegte Tempo der beiden anderen Fraktionen irritiert sie etwas. Denn: „Ich denke, die Beratungen finden in den Ausschüssen statt.“ Schnakenberg betont für die SPD: „Das Gewerbegebiet befürworten wir.“

Wenn Firmen in Grasberg anfragen, gebe es derzeit keine Gewerbeflächen. Diese Stelle sei geeignet, so Schnakenberg. Aber das Klima solle dadurch nicht weiter geschädigt werden und dies solle bereits in der Planung berücksichtigt werden. Zudem wisse die SPD-Fraktion um die Kritik von Bürgern, auch wenn kein Vertreter an den Einwohnerversammlungen zum Gewerbegebiet habe teilnehmen können. Bis auf eine Ausnahme seien alle Mitglieder über 70 Jahre alt. Sie zählen somit zur Pandemie-Risikogruppe.

Auch wenn sie den Stil von Grünen und CDU als „gewöhnungsbedürftig“ bezeichnet, zieht Schnakenberg nun nach und veröffentlicht den für März geplanten Antrag der SPD-Ratsfraktion an Bürgermeisterin Marion Schorfmann. In der weiteren Bauleitplanung sollen demnach folgende ökologische Gesichtspunkte berücksichtigt werden: „Flächensparende Bauweise, Schaffung von Grünflächen, Anpflanzungen, Verwendung durchlässiger Versiegelungsmaterialien, Dach- und Fassadenbegrünung, Reduktion der CO2 Emissionen, Sonnenenergienutzung, Wärmepumpen.“ Das Thema Regenwasser sei bereits in den Planungsunterlagen enthalten, so Elke Schnakenberg.

Bezüglich des geplanten Edeka-Marktes in dem neuen Gewerbegebiet betont sie für die SPD: „Bevor ein neuer Edeka-Markt kommt, möchten wir erst konkret wissen, was mit den beiden anderen Immobilien geschieht.“ Schnakenberg verweist auf den noch immer leer stehenden ehemaligen NP-Markt an der Speckmannstraße. Auch die CDU-Fraktion teilt mit, dass sie im Rahmen der Einwohnerversammlung am 18. Januar den Investor angehalten habe, eine Nachnutzung des alten Edeka-Marktes mit einem Konzept zu belegen, „um einen Leerstand an prominenter Stelle im Grasberger Zentrum vorzubeugen“. Die Anträge der Parteien seien „nicht unerwartet“ vorgelegt worden, sagt der Allgemeine Stellvertreter der Bürgermeisterin, Stefan Ritthaler und bezeichnet diese als klares Votum für das Gewerbegebiet. Er sehe in den Anträgen einen deutlichen Arbeitsauftrag zum Thema Nachhaltigkeit. Nun sei zu schauen, wo die Schnittmengen der Anträge, die einander ähneln, liegen. „Vielleicht findet man da eine gemeinsame Mitte“, so Ritthaler.

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