Ortsfeuerwehr Tüschendorf

Kleine Wehr mit außergewöhnlich vielen Atemschutzträgern

Die Ortsfeuerwehr Tüschendorf hatte im vergangenen Jahr zwar nur fünf Einsätze. Aber einer davon dauerte ungewöhnlich lange und ein anderer war zu einem ungewöhnlich unpassenden Zeitpunkt.
23.02.2020, 17:36
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Von Johannes Kessels
Kleine Wehr mit außergewöhnlich vielen Atemschutzträgern

Die Freiwillige Feuerwehr aus dem Grasberger Ortsteil Tüschendorf hatte zur Jahreshauptversammlung in die Gaststätte Zur Birke geladen. Rund 40 Kameraden und Gästen waren gekommen.

Louis Kellner

Grasberg. Die Ortsfeuerwehr Tüschendorf hatte im vergangenen Jahr zwar nur fünf Einsätze. Einer davon dauerte aber ungewöhnlich lange, ein anderer war an einem ungewöhnlich unpassenden Termin. Das berichtete jetzt der Ortsbrandmeister Björn Meyer-Murken bei der Jahreshauptversammlung in der Gaststätte Zur Birke vor 40 Kameraden und Gästen.

Zweimal wurde die Ortswehr zu einem Brand gerufen. Im Juni waren sämtliche Ortswehren der Gemeinde in Meinershausen versammelt, wo eine Strohtrocknungshalle brannte. Zweieinhalb Tage im Schichtbetrieb waren die acht Wehren dort im Einsatz. Der andere Brandeinsatz war an einem Wohnhaus am nördlichen Ende von Wörpedorf an der Abzweigung des Müllersdamms. Ferner wurde dreimal zu Hilfeleistungen ausgerückt: ein mit Wasser vollgelaufener Keller wurde leer gepumt, ein Baum von einer Straße entfernt und eine lange Ölspur ausgerechnet am Vormittag des Heiligen Abends abgestreut.

Nachdem ein neues Hallentor eingebaut wurde, steht nach starkem Regen keine Pfütze mehr in der Fahrzeughalle, berichtete Björn Meyer-Murken. Außerdem wurde am Dorfgemeinschaftshaus ein Defibrillator angebracht, der im Notfall von jedem benutzt werden kann. Beim Gemeindewettbewerb belegten die Tüschendorfer den ersten Platz und qualifizierten sich zum Bezirksentscheid in Laßrönne, wo sie im oberen Mittelfeld landeten. Sie seien die zweitstärkste Mannschaft aus dem Landkreis Osterholz gewesen, lobte Kreisbrandmeister Jan Hinken.

Nach einem Austritt wegen Fortzugs und sechs Eintritten hat die Ortswehr jetzt 35 aktive Mitglieder, davon drei Frauen und zehn Atemschutzträger. Auf eine so hohe Zahl an Atemschutzträgern komme leider bei weitem nicht jede Wehr, sagte Hinken. Es gibt ferner 19 fördernde Mitglieder. 16 Kameraden gehören der Altersabteilung an, die, wie ihr Leiter Wilfried Grotheer berichtete, eine Altersspanne von 65 bis 99 Jahren umfasst. Einer der Ältesten ist Heinz Renken, der 1950 als 22-Jähriger in die Feuerwehr eingetreten ist und nun für 70 Jahre Mitgliedschaft geehrt wurde. Es sei schön, dass hier noch auf die Älteren gehört werde, meinte Jan Hinken, und Bürgermeisterin Marion Schorfmann sagte, Heinz Renken habe drei Sachen richtig gemacht: Er sei in die Feuerwehr eingetreten, er sei dabeigeblieben, und er sei gesund geblieben.

Für 25 Jahre geehrt wurden Jens Gräser und Ingo Behrens, bei denen der Ortsbrandmeister besonders ihre hohe Dienstbeteiligung hervorhob. Bei den Wahlen änderte sich kaum etwas. Ingo Behrens wurde mit einer Enthaltung als stellvertretender Ortsbrandmeister und einstimmig als Gerätewart wiedergewählt. Neu ist der Posten eines stellvertretenden Gerätewarts, den Christof Ebbers bekleidet. Alke Meyer bleibt Schriftführerin, Bernd Helmke Gruppenführer und Michael Gräser sein Stellvertreter. Andreas Kriete und Lars Bädecker wurden zum Oberfeuerwehrmann befördert, Bernd Helmke zum Hauptlöschmeister. Feuerwehrmann des Jahres wurde der Atemschutzwart Andreas Grotheer.

Jan Hinken kündigte an, dass der Landkreis bei der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Pennningbüttel Ende August einen Übungscontainer für die Atemschutz-Heißausbildung aufstellen wird. Marion Schorfmann hat bemerkt, dass es nach Großeinsätzen wie in Meinershausen manchmal schwierig sei, die kontaminierte Kleidung rechtzeitig reinigen zu lassen, damit sie für den nächsten Einsatz wieder zur Verfügung stehe. Außerdem stellte sie in Aussicht, dass die Gemeinde künftig 130 statt wie bislang 90 Euro Zuschuss für ein Paar Einsatzschuhe zahlen werde.

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