Kreisliga-Trainer im Interview

TSG-Coach Schoepe: „Wir haben viele Ideen und Ziele“

Gregor Schoepe galt in seiner aktiven Zeit im Herrenbereich als Edeltechniker. Der 42-Jährige ist seit dem 1. Juli 2019 bei Fußball-Kreisligist TSG Wörpedorf-Grasberg-Eickedorf in Amt und Würden.
03.01.2021, 15:07
Lesedauer: 4 Min
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Von Reiner Tienken
TSG-Coach Schoepe: „Wir haben viele Ideen und Ziele“

Hat bei der TSG Wörpedorf-Grasberg-Eickedorf auf vielen Ebenen neue Sichtweisen und Ansätze ins Spiel gebracht: Kreisliga-Coach Gregor Schoepe.

Sandra Brockmann

Herr Schoepe, Ihr Team führt zur Winterpause das Klassement der Fußball-Kreisliga Osterholz an. Wie zufrieden sind Sie?

Gregor Schoepe: Wir sind auf einem guten Weg. Trotz vieler Verletzungen ist die Mannschaft auf dem Platz gewachsen. Es waren auch sehr enge Spiele dabei. Den 1:0-Sieg in Ritterhude haben wir mit einer sehr guten Einstellung und dem unbedingten Willen erzwungen. Meine Mannschaft macht mich stolz. Ich trainiere diese Truppe mit großer Freude. Darüber hinaus ist der Trainer nie ganz zufrieden.

Mit Günter Schnakenberg steht Ihnen ein ganz routinierter Co-Trainer zur Seite. Profitieren neben den Spielern auch Sie vom großen Erfahrungsschatz des ehemaligen Klassespielers?

Günter ist ein sehr wichtiger Faktor in unserem Team. Manchmal sind wir verschiedener Meinung, zum Beispiel bei Aufstellungen. Aber wir kommen schnell auf einen Nenner und gehen dann gemeinsam den Weg. Günter ist schon seit Ewigkeiten im Verein, kennt alle Leute und gibt mir gute Tipps. Ich bin froh, ihn zu haben.

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Ihr Team verließ auch nach durchwachsenen Leistungen wie in Neu St. Jürgen und gegen Worphausen den Platz als Sieger. Wo sehen Sie noch Ansatzpunkte zur Verbesserung der Teamleistung?

Meine Mission bei der TSG besteht nicht nur aus dem Erreichen gewonnener Punktspiele. Ebenso wichtig ist es, die Entwicklung jedes einzelnen Spielers zu unterstützen und der erfolgreichen Umsetzung des taktischen Spiels auf dem Platz. Wir arbeiten in vielen Bereichen, müssen einiges aus der Vergangenheit der Spieler aufholen und Neues im Training bearbeiten. Was dabei unter anderem gut hilft, sind Videoanalysen, in denen die Spieler ihre Fehler selbst erkennen. Sie lernen in der Regel damit am effektivsten.

Mit Jendrik Blanke glückte einem Stammspieler nach einer schlimmen Sportverletzung ein erfolgreiches Comeback. Wie wichtig ist der Spieler, der im Jugendbereich mit der JSG Wörpe in der Landesliga Lüneburg kickte, für die Mannschaft?

Jenny ist ein Einstellungsmonster und verdient jeden Respekt für seine Rückkehr. Ich habe selten einen Spieler erlebt mit so viel Lust auf die Mannschaft, auf das Training und den Verein. Er geht voran, ist ein sehr wichtiger Bestandteil der Mannschaft und engagiert sich außerhalb des Platzes bei der TSG. Jenny wird in fünf Jahren entweder ein starker Eckpfeiler unseres Vereins oder spielt irgendwo in der Landesliga. Aktuell wurde ihm zuletzt sein Metall aus dem Gelenk operativ entfernt.

Ihre Truppe steht auch in der Fairness-Rangliste als Zweiter gut da. Impfen Sie es Ihren Spielern immer wieder ein, sich anständig auf dem Feld zu verhalten?

Sie hören oft von mir „bleib oben und lauf den Gegenspieler ab“. In der Kreisliga hat man oft noch Zeit, hinterherzulaufen. Beim Grätschen ohne Erfolg ist der Gegner weg. Wir verfügen über eine eher sehr anständige Mannschaft, die nicht wirklich eklig sein kann auf dem Platz. Insgesamt stören mich Gelbe Karten nicht. Es sei denn, es sind dumme, die durch Meckern oder unnötige Fouls verursacht werden.

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Sie sind nun im zweiten Jahr als TSG-Trainer tätig. Welche Eindrücke haben Sie in der Zeit vom Verein um Spartenleiter Heiko Waldow gewonnen?

Im ersten Jahr habe ich mir einen umfassenden Eindruck über den Verein verschafft. Es gibt viele engagierte Leute, die die TSG im Herzen tragen. Wie Heiko. Aufgrund der Themen aus mehreren Gesprächen habe ich entschlossen, neue Impulse zu setzen, um die Fußballsparte der Zeit anzupassen und die Entwicklung für die Zukunft mitzugestalten. Zurzeit erarbeiten wir gemeinsame Konzepte, haben verschiedene Teams, die aufgeteilt sind in Sportanlage, Social-Media, und Sponsoring/Förderung. Außerdem ist die Jugendarbeit im Fokus, bei der die Senioren mit den Junioren besser harmonieren sollen und mehr Berührungspunkte haben. Es macht mir unheimlich viel Spaß zu sehen, wie sich junge Menschen engagieren und sich dem Trend der Ehrenamtsflucht entgegenstemmen. Zusammen haben wir viele Ideen und Ziele formuliert. Es braucht seine Zeit, aber ich bin sehr guter Hoffnung, diese Projekte gut umzusetzen. Das große Ziel ist, ein familiäres Flair im Verein zu haben, in dem sich jedes Mitglied wohlfühlt und jeder Aktive gefordert und gefördert wird. Dafür brauchen wir eine konstruktive Kommunikation und Menschen, die mit anpacken und über den Tellerrand hinausblicken. Trotz der schwierigen Corona-Zeit wird 2021 einiges passieren bei der TSG.

Das Gespräch führte Reiner Tienken.

Info

Zur Person

Gregor Schoepe (42)

galt in seiner aktiven Zeit im Herrenbereich als Edeltechniker. Der 42-Jährige ist seit dem 1. Juli 2019 bei Fußball-Kreisligist TSG Wörpedorf-Grasberg-Eickedorf in Amt und Würden.

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Zur Sache

Schoepe besitzt nun auch TSG-Spielerpass

Fußballtrainer Gregor Schoepe besitzt seit zwei Monaten auch eine Spielberechtigung als Spieler für die TSG Wörpedorf-Grasberg-Eickedorf. Der 42-Jährige wollte damit seinem aktuellen Verein etwas aus der Klemme helfen. „Da unsere zweite Herren im Oktober Spielernot hatte und wir uns sehr gut unterstützen, dachte ich, ich müsste helfen auf dem Platz. Leider ist das Spiel coronabedingt ausgefallen“, bekräftigte Schoepe seinen Entschluss. In der Vergangenheit lief der heutige Coach als Herrenspieler für den SV Blau-Weiß Bornreihe, FC Oberneuland, VSK Osterholz-Scharmbeck sowie den TSV Ottersberg I und II auf. Schoepe erwarb sich durch seine ausgeprägte Ballbeherrschung weit über die Kreisgrenzen hinaus den Ruf eines Filigrantechnikers mit echten Spielmacherqualitäten.

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