Hallenschließungen Warmes Wasser - wenn auch nur kurz

Der Kreissportbund Osterholz wehrt sich gegen Warmduschverbot und Hallenschließungen. Die Nutzer der Findorffhalle in Grasberg können indes positiv gestimmt in die Herbstferien gehen.
23.09.2022, 05:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Warmes Wasser - wenn auch nur kurz
Von Sandra Bischoff

Lilienthal/Grasberg. Das Warmduschverbot und die Schließung der Sporthallen in den Herbstferien schlägt nicht nur auf Vereinsebene hohe Wellen, auch dem Kreissportbund Osterholz (KSB) stoßen die Maßnahmen des Landkreises sauer auf. In einem Schreiben bitten die Vorsitzende des KSB, Edith Hünecken, und die stellvertretende Vorsitzende Bildung, Elisabeth Fischmann, den Landkreis Osterholz deshalb um ein „zeitnahes Gespräch bezüglich dieser Thematik“ und wollen dazu auch die Kommunen mit ins Boot holen.

Wie berichtet, hatte die Turn- und Sportgemeinschaft Wörpedorf-Grasberg-Eickedorf (TSG WGE) auf der jüngsten Grasberger Gemeinderatssitzung die Anordnung des Landkreises zum Energiesparen und die damit einhergehende Sperrung der Findorffhalle kritisiert. Laut Kreissportbund gelten diese Einschränkungen auch für den TV Falkenberg, der die Halle Ostlandstraße an der IGS in Lilienthal nutzt. Verärgert ist der Dachverband des organisierten Osterholzer Sports nach eigenen Angaben vor allem darüber, dass er nur über die Vereine von den angeordneten Maßnahmen erfahren habe. Man sei "sehr enttäuscht", dass Landrat Bernd Lütjen und die Erste Kreisrätin Heike Schumacher den KSB nicht im Vorfeld informiert haben, so Edith Hünecken.

Ohnehin schwere Zeiten für Sportler

Die Sportlerinnen und Sportler hätten es in den vergangenen zwei Jahren nicht leicht gehabt, führen Edith Hünecken und Elisabeth Fischmann weiter aus. Erst habe es hohe Auflagen des Landkreises zu Coronazeiten für die Benutzung der Kreishallen gegeben, „dann verbieten Sie die Nutzung der Hallen in den Ferien“ – und nun werde das Duschen mit warmem Wasser untersagt, ohne die Individualität der Standorte zu prüfen.

Gemeinsam mit der Kreisverwaltung wolle der Kreissportbund „im Interesse unserer Vereine“ nach Nachbesserungen und Lösungen suchen, „die sowohl Energie sparen als auch weiterhin den Sportbetrieb aufrechterhalten lassen und einem weiteren Mitgliederverlust entgegenwirken“. So regt der KSB beispielsweise an, für Wettkampfmannschaften zu Punktspielterminen in einem kurzen Zeitfenster Warmwasser zur Verfügung zu stellen. Dies sollte auch für besondere Trainingsgruppen gelten. Ganze Hallenschließungen würden gar zu Wettbewerbsverzerrungen führen und ließen sich eventuell durch individuelle Absprachen zum Beispiel mit den Hausmeistern regeln. Aber auch grundsätzlich äußern sich die KSB-Vertreter: Gerade jetzt, wo langsam der Sportbetrieb wieder in Gang komme, Kinder, Jugendliche und Ältere sich wieder trauten, zum Sport zu gehen, sei die Schließung der kreiseigenen Hallen nicht nachzuvollziehen.

KSB wünscht sich konstruktive Lösungen

„Wir bitten Sie, die geplanten Regelungen zu Energiesparmaßnahmen für Sportstätten zu überprüfen und mit uns und den Vereinen konstruktive Lösungen zu finden, die auch von den Kommunen übernommen werden können“, schreibt der Vorstand in seinem Brief an die Verwaltung. Und weiter heißt es: „Jedem von uns sollte bewusst sein, wie wichtig Sporttreiben für die Gesellschaft, vor allem für Kinder und Jugendliche, aber auch für Ältere ist.“

Mit knappen Worten reagiert der Landkreis auf Nachfrage der WÜMME-ZEITUNG auf das Schreiben des KSB. "Wir haben die betroffenen Vereine direkt informiert beziehungsweise in Grasberg die Gemeinde, die die dortige Hallenvergabe organisiert. Alles Weitere werden wir, wie vom Kreissportbund gewünscht, mit diesem besprechen", teilt Sven Sonström mit. Deutlich ausführlicher äußert sich der Kreissprecher zu der am vergangenen Donnerstag im Grasberger Gemeinderat kritisierten Hallensituation. Es sei richtig, dass die gesetzlichen Vorgaben der Verordnung zur Sicherung der Energieversorgung über kurzfristig wirksame Maßnahmen (EnSikuMaV) nicht für Schulen einschließlich deren Sporthallen gelten. Dennoch hätten sich alle Schulleitungen im Gespräch mit der Kreisverwaltung dazu bereit erklärt, "Energiesparmaßnahmen umzusetzen und damit auch in ihrem Bereich der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung nachzukommen". Aus diesem Grund werde die Hallentemperatur auf 17 Gras Celsius gesenkt, zudem wurde in sämtlichen Sporthallen des Landkreises seit dem 9. September die Warmwasserbereitung abgeschaltet. "Dies wurde allen Vereinen, die die Sporthallen nutzen, per E-Mail im Vorfeld mitgeteilt. Die Hallennutzung bleibt für die Vereine möglich, und wir hoffen, dass uns nicht die Energiesituation noch zu anderen Maßnahmen zwingt", so Sonström.

Besondere Situation in Grasberg 

Gute Nachrichten hat der Kreissprecher allerdings für die Sportler der TSG WGE: Sie können die Halle an der IGS während der Herbstferien weiterhin nutzen. "Angesichts der aktuell besonderen Situation in Grasberg mit der derzeitigen Sanierung der gemeindeeigenen Sporthalle an der Grundschule haben wir aktuell geprüft, inwiefern die Findorffhalle in den Herbstferien den Vereinen zur Verfügung gestellt werden kann und eventuell dort geplante Maßnahmen verschoben werden können", so Sonström. Da dies der Fall sei, müsse die Halle nicht gesperrt werden. Der Kreis hat Sonström zufolge die Vereine bereits im März darüber informiert, dass die in seine Verantwortlichkeit fallenden Hallen in den Ferien geschlossen bleiben. Die Schließungen in diesen Zeiträumen seien nichts Neues, weil dann in der Regel größeren Reinigungs- und Reparaturarbeiten stattfinden, so der Kreissprecher.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Zur Newsletter-Übersicht