Plan für Gewerbegebiet in Grasberg

Entscheidung bis zum Sommer

Die Gemeinde Grasberg treibt ihren Plan für ein neues Gewerbegebiet voran. Bis Sommer soll die Bauleitplanung beschlossen sein. Ab jetzt können sich auch die Bürger dazu äußern.
19.12.2020, 08:00
Lesedauer: 3 Min
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Entscheidung bis zum Sommer
Von André Fesser
Entscheidung bis zum Sommer

Ein solches Schild könnte in absehbarer Zeit auch an der Wörpedorfer Straße in Grasberg stehen. Denn auch dort soll ein Gewerbegebiet entstehen. Die Planung schreitet voran, sie ist aber umstritten.

Jens Wolf/dpa

Grasberg. Die Planungen für ein neues Gewerbegebiet in Grasberg gehen in die nächste Runde. An diesem Montag startet die Gemeindeverwaltung die Öffentlichkeitsbeteiligung. Interessierte Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, sich die Unterlagen anzusehen, die für die Änderungen des Flächennutzungsplans und des Bebauungsplans bislang vorliegen. Im Januar will die Gemeinde dann auch Einwohnerversammlungen veranstalten, um Fragen zu den Planungen zu beantworten und Anregungen aufzunehmen.

Das neue Gewerbegebiet soll für die Gemeinde ein Meilenstein in Sachen Zukunftssicherung sein. Laut Aussagen aus dem Rathaus ist das Interesse an einer Gewerbeansiedlung in Grasberg groß, mangels Flächen kann die Gemeinde den Unternehmen aber bislang kein Angebot machen. Nach der Prüfung verschiedener Flächen im Ort blieb ein Gebiet an der Wörpedorfer Straße übrig. Auf knapp neun Hektar sollen sich dort Betriebe ansiedeln können. Auch die Verlegung des bislang auf der anderen Seite des Wörpedorfer Verkehrskreisels gelegenen Edeka-Markts in das Gebiet ist in die Planungen inbegriffen. Das Vorhaben ist aber umstritten. Vor allem einige Anwohner des rückwärtig des geplanten Gewerbegebiets verlaufenden Wiesendamms sind mit den sich abzeichnenden Veränderungen nicht einverstanden.

Für die Gemeinde wiederum deutet sich an, dass sich der Einsatz lohnen könnte. Nach Angaben von Stefan Ritthaler, des Allgemeinen Vertreters der Bürgermeisterin, hat das Interesse an einer Ansiedelung in dem Plangebiet in den vergangenen Wochen stetig zugenommen. Mit einer Festlegung ist er noch zurückhaltend, dennoch lässt er durchblicken, dass es für zwei Drittel der Fläche bereits jetzt ernsthafte Interessenten gibt. „Dabei haben wir“, so Ritthaler, „noch keinen Funken Werbung dafür gemacht.“

Womöglich ist auch das ein Grund, warum die Gemeinde jetzt aufs Tempo drückt. Nachdem der Gemeinderat entschieden hat, die Bauleitplanung in Gang zu bringen, geht es nun mit der Öffentlichkeitsbeteiligung weiter – die Unterlagen sind bereits auf der Webseite der Gemeinde einsehbar. Ab dem 28. Dezember können sich Interessierte die Unterlagen nach Anmeldung auch direkt im Rathaus ansehen. Sollte es der Pandemieverlauf zulassen, will die Gemeinde darüber hinaus am Montag, 18. Januar, auch drei Einwohnerversammlungen veranstalten. Drei Veranstaltungen deshalb, um den Publikumsverkehr im Sinne des Infektionsschutzes zu entzerren und zugleich möglichst vielen Menschen die Chance zu geben, Antworten auf ihre Fragen zu bekommen. Der Gemeindespitze ist nach eigenen Angaben an Transparenz gelegen: „Wir wollen nicht den Eindruck erwecken, wir würden das im Verborgenen vorantreiben“, sagt Stefan Ritthaler. Er betont, dass der Gesetzgeber derartige Veranstaltungen eigentlich nicht verlangt.

Der Zeitplan ist – vor allem in Pandemiezeiten – ambitioniert. Nach der Beteiligung von Bürgern und anderen Interessenträgern wie dem Landkreis oder der Straßenverkehrsbehörde würde der Plan überarbeitet und im März abermals dem Planungsausschuss der Gemeinde vorgelegt. Dann schließt sich eine weitere Öffentlichkeitsbeteiligung an, bevor der Planungsausschuss im Juni und schließlich der Gemeinderat im Juli die Änderungen beschließen sollen. Das Gewerbegebiet an der Wörpedorfer Straße könnte damit gebaut werden. Ziel sei es, so Ritthaler, den Beschluss bis zu den Sommerferien herbeizuführen, zumal im Herbst die Kommunalwahlen stattfinden und es sich nicht gehöre, einen neuen Rat mit einem derart weitreichenden Vorhaben zu konfrontieren, das die früheren Mandatsträger über Monate begleitet haben.

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Hier gibt es Informationen

Interessierte können die Planungsunterlagen unter www.grasberg.de einsehen. Sie sind auf der Startseite verlinkt. Wer möchte, kann die Papiere zwischen dem 28. Dezember und dem 31. Januar auch im Rathaus ansehen. Pandemiebedingt bedarf es dazu einer Terminvereinbarung unter 04208/ 917513. Für den 18. Januar sind Einwohnerversammlungen im Rathaus um 9, 15 und 19 Uhr geplant. Hierzu wird um Anmeldung gebeten: anmeldung@grasberg.de oder 04208/ 917513.

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