TSV Dannenberg Ein Verein in Aufbruchstimmung

Es gibt wohl kaum eine Fußballabteilung eines anderen Vereins im Landkreis Osterholz, die so aufblüht, wie die des TSV Dannenberg. Beide Herrenteams können sich kaum vor Kickern retten.
09.02.2021, 08:37
Lesedauer: 4 Min
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Von Karsten Hollmann

Dannenberg. Wohl kaum eine Fußballabteilung eines Vereins aus dem Landkreis Osterholz blüht derzeit auf wie die des TSV Dannenberg. Beide Herrenteams können sich kaum vor Kickern retten. Dazu gesellen sich eine Damenformation sowie immerhin sieben Jugendteams, darunter zwei bei den Mädchen. Dabei zählt Dannenberg als Ortsteil der Gemeinde Grasberg gerade einmal 610 Seelen.

„Bei uns herrscht ein sehr gutes Klima. Die Mannschaften verstehen sich auch untereinander hervorragend. Unsere Jugendleiter Mike Schuster und Marko Köster machen eine super Arbeit“, schwärmt TSV-Spartenleiter Karsten Frerks. Während Coach Steffen Mehrdorf im ersten Team auf 28 Spieler zurückgreifen kann, verfügt Andreas Sommer über 25 Akteure in der zweiten Mannschaft. „Deshalb sieht man bei uns auch mal eine komplette Elf, die es nicht in den Kader schafft und deshalb ohne Trikot zuschauen muss“, berichtet Frerks.

Für Unruhe sorge diese Tatsache aber nicht. Und nun drängen auch noch die A-Junioren nach. „Es kommt im Hinblick auf die nächste Saison eine komplette A-Jugend in den Herrenbereich hoch“, informiert Karsten Frerks. A-Junioren wie Maris Meyerdierks, Kevin Wagener und Leon Wahren sammeln auch jetzt schon Erfahrungen im ersten Herrenteam.

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„Es ist einfach unglaublich, mit welcher Energie diese jungen Spieler auf den Platz gehen. Sie sind die Zukunft der Mannschaft und bringen neuen Schwung rein“, erklärt der Abteilungsleiter. Der 39-Jährige fühle sich an seine eigene aktive Zeit beim TSV Dannenberg vor etwa zehn Jahren erinnert, als die jungen Wilden wie Patrick und Sebastian Schriefer in den Herrenbereich aufrückten. „Da ging noch einmal ein Ruck durch die Mannschaft. Es war eine zusätzliche Motivation für uns Altgediente“, so Frerks.

Für den Fußballfachwart sei es sehr wichtig, die großen Talente im Verein zu halten. „Es ist ja leider oft so, dass diese Spieler dann von anderen Vereinen abgeworben werden“, gibt Karsten Frerks zu bedenken. Maris Meyerdierks, Kevin Wagener und Leon Wahren kickten bereits als Leihspieler für den VSK Osterholz-Scharmbeck in der A-Junioren-Landesliga. Maris Meyerdierks erholte sich gerade von einem komplizierten Kreuzbandriss. „Diese Spieler sollen bei uns den Umbruch einleiten“, teilt Frerks mit.

Qualität in beiden Herren-Teams

Die beiden Herrenmannschaften fallen aber nicht nur durch ihre enormen Kadergrößen, sondern auch durch Qualität auf. So mischt die erste Formation als Vierter der Kreisliga Osterholz mit nur einer Niederlage in sieben Partien und einem Rückstand von nur einem Zähler auf den Spitzenreiter TSG Wörpedorf-Grasberg-Eickedorf um den Titel mit. Dabei hat alleine der Ort Grasberg mit 3444 Einwohnern fast sechsmal so viele Einwohner wie Dannenberg.

Dass die Dannenberger ganz oben mitmischen, ist nicht zuletzt auch ein Verdienst von Sinan-Kai Schausberger. Der Goalgetter führt mit zehn Treffern die Torjägerliste der Kreisliga Osterholz an. Der Youngster war vor einem Jahr als Leihspieler vom SV Lilienthal-Falkenberg gekommen, um für die A-Junioren aufzulaufen. Da das Team aber nicht zustande kam, ging er dann schon alsbald für die Herrenformation auf Torejagd. Dabei ist er gar kein Stürmer, sondern offensiver Mittelfeldspieler. „Wie Sinan auf der Zehn spielt, ist schon phänomenal. Es macht einfach Spaß, ihm zuzuschauen“, sagt Karsten Frerks.

Auch das zweite Team ist in der 1. Kreisklasse Osterholz erfolgreich. Wenngleich mehrere Spieler von der TSG Wörpedorf-Grasberg-Eickedorf III dazustießen, die bis vor kurzem noch in der 3. Kreisklasse im Einsatz waren, hat die Mannschaft von Trainer Andreas Sommer als Fünfter Tuchfühlung zur Spitzengruppe. Eigentlich sollte Daniel Schweppe sich um die Mannschaft kümmern. „Doch da es ihm zu viel wurde, wollte er nur noch als Unterstützung für einen Trainer agieren“, lässt Karsten Frerks wissen.

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Also wurde Andreas Sommer überredet, seine bereits beschlossene Fußballrente aufzuheben. „Seine Zeit beim VfR Seebergen/Rautendorf hat ihn ganz schön ausgelaugt“, so Frerks. Doch in Dannenberg fand der 52-Jährige plötzlich zu alter Freude an seiner Arbeit zurück. „Es macht einfach Spaß, mit diesen wissbegierigen Spielern zu arbeiten. In diesem Verein entsteht gerade etwas“, frohlockt Andreas Sommer. Auch die Zusammenarbeit mit Steffen Mehrdorf funktioniere fabelhaft. „Steffen ist auch einfach ein super Typ“, betont Sommer.

Kein Masterplan

Angesichts der vielen Spieler in den beiden Herrenmannschaften gibt es schon die Überlegung, ein drittes Team zu eröffnen. „Das hatten wir aber schon einmal. Die dritte Mannschaft wollte sich eigenständig um sich kümmern. Das hat aber nicht geklappt“, teilt Karsten Frerks mit. Trotz der erfolgreichen Arbeit gebe es keinen Masterplan für den Sprung in die Bezirksliga 3. „Das wäre aber natürlich schon ein Highlight für den Verein. Aber wir haben schon am Beispiel der TSG Wörpedorf-Grasberg-Eickedorf gesehen, die nach ihrem Aufstieg gleich wieder abgestiegen ist, dass der Sprung von der Kreisliga in die Bezirksliga sehr groß ist“, betont der Baustellenleiter im Hochbau.

Bei allem geplanten Umbruch im ersten Team wollen die Dannenberger auf keinen Fall ihre Routiniers vergraulen. „Die Erfahrenen müssen alle bleiben“, urteilt Karsten Frerks. Dazu gehören auch Torhüter Ruven Voß sowie Eike Lück. „Eike übernimmt auch viel Organisatorisches rund um die Mannschaft. Solche Leute müssen wir bei der Stange halten“, sagt der Fan des FC Bayern München.

Auch der Damen- und Mädchenbereich spiele im Verein keine untergeordnete Rolle. „Wir haben einen super Zusammenhalt mit den Damen“, versichert Karsten Frerks. Er lobte auch die Arbeit der Jugendleiterin für die Mädchen sowie die von Damenleiterin Ulrike Meier.

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