Weihnachtsstern-Aktion in Grasberg Wo Wünsche wahr werden

Das Grasberger Bündnis für Familie initiiert wieder eine Geschenkaktion für finanziell benachteiligte Kinder und Senioren.
01.12.2020, 16:51
Lesedauer: 2 Min
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Von Irene Niehaus

Grasberg. Mit der Weihnachtsstern-Aktion will das Grasberger Bündnis für Familie wieder Kindern aus einkommensschwächeren Familien helfen, dass ihr Weihnachtswunsch erfüllt wird. Denn Kinderarmut gebe es auch in Grasberg in der Nachbarschaft, sagen die Organisatorinnen Evelin Meyer und Kerstin Tönjes. Es solle allen Kindern und Jugendlichen bis einschließlich 14 Jahre, die von Hartz IV leben, ein Wunsch erfüllt werden, so die Gleichstellungsbeauftragte und die Diakonin. Denn von dieser staatlichen Hilfe könne man zwar leben, aber für Geschenke reiche es kaum.

Die Kinder oder deren Eltern können einen Wunsch bis zu 30 Euro auf einen Stern schreiben. Dieser wird von Menschen erfüllt, denen es finanziell besser geht. Die Kinder erhalten das Geschenk kurz vor Weihnachten.

62 Mädchen und Jungen aus Familien, die Sozialleistungen beziehen und wenig Mittel zur Verfügung haben, wurden angeschrieben. In dem Umschlag lag zudem ein Stern, auf dem sie ihren Wunsch notieren können. Einige Kinder schickten ihn schon zurück. Sie hoffen auf eine Puppe, auf eine Rennbahn, auf Bastelbänder oder auf ein Kindertablet zum Buchstabenlernen. Gutscheine sollen Kinder unter zwölf Jahren bei der 14. Weihnachtssternaktion nicht mehr erhalten. Anders die älteren Jugendlichen, sie sollen sich selbst etwas aussuchen können.

Die Sterne, die an das „Familienfreundliche Grasberg“ zurück­kamen, hingen zum Gottesdienst am 1. Advent am Weihnachtsbaum in der Kirche und konnten dort gepflückt werden. Jetzt ist der Baum bis zum 4. Dezember im Rathaus zu finden. Danach steht er für die Dauer des Weihnachtsbasars im Gemeindehaus der Kirchengemeinde, vorausgesetzt der Markt fällt coronabedingt nicht aus. Ihre Geschenke können Spender bis zum 14. Dezember im Rathaus abgeben. Die Präsente sollen anschließend in der letzten Woche vor Weihnachten die Familien erreichen.

Ein positiver Trend hält seit Jahren an. Die Gemeinde Grasberg zählt immer weniger bedürftige Kinder und Jugendliche. Mit Beginn der Weihnachtsstern-Aktion vor 13 Jahren schrieben die Organisatoren noch 140 Kids an. Jetzt sind es weniger als die Hälfte, die Hartz IV beziehen. „Viele geflüchtete Familien sind weggezogen“ weiß die Gleichstellungsbeauftragte Evelin Meyer, andere Bedürftige hätten in den letzten Monaten eine Arbeit gefunden.

Zum achten Mal übrigens werden auch Bedürftige ab 65 Jahren einbezogen, deren Rente für den eigenen Lebensunterhalt nicht ausreicht. Denn auch Altersarmut gebe es in Grasberg, wissen die Organisatorinnen. 46 ältere Grasberger erhielten inzwischen ebenfalls einen Wunschzettel, aber nicht für ein Geschenk, sondern einen Gutschein. Die Spanne reicht von einem Restaurantbesuch über einen Gutschein für eine Fußpflege oder für einen Friseur bis hin zu einem Zeitschriftenabo. Die von Spenden finanzierten Wünsche landen ebenfalls auf pflückbaren Sterntalern. Gutes mit Gutem vergilt dabei ein Senior seit Jahren. Er spendet sein Geld weiter und reicht einen Überweisungsträger für einen guten Zweck ein, dieses Mal für die Uno-Flüchtlingshilfe, weiß Evelin Meyer. Um die Präsente für Bewohner einer Grasberger Pflegeeinrichtung, die nur wenig Taschengeld haben, kümmern sich Gisela Bruns und Uta Eckhoff. „Manche wünschen sich Süßigkeiten, andere hoffen auf gestrickte Strümpfe oder Hosenträger“, erzählt Evelin Meyer.

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