Baumdebatte im Wiesendamm in Grasberg

Nicht alle Anwohner zur Versammlung eingeladen

Zur Anwohnerversammlung über die Ersatzbäume im Wiesendamm sind nur die Haushalte von der Wörpeseite ins Grasberger Rathaus eingeladen. Das kommt nicht überall gut an.
24.08.2020, 19:32
Lesedauer: 1 Min
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Von Undine Mader
Nicht alle Anwohner zur Versammlung eingeladen

Seit Mitte Februar ist es kahl am Rand des Grasberger Wiesendamms, 35 Bäume wurden gefällt. Über Nachpflanzungen soll auf einer Anwohnerversammlung informiert werden. Dazu eingeladen wurden jedoch nur die Bewohner der betroffenen Straßenseite.

CARMEN JASPERSEN

Grasberg. Mitte Februar ließ die Gemeindeverwaltung im Grasberger Wiesendamm 35 Bäume fällen. Die Verwaltung hatte das als ein „Geschäft der laufenden Verwaltung“ entschieden. Die Anwohner wurden zwei Wochen vor der Fällung per Brief informiert. Wolfgang Fischer fühlte sich davon „komplett überfahren“. Gemeinsam mit Nachbarin Gudrun Kriete sammelte er seinerzeit Unterschriften und war auch in der Ratssitzung Anfang März zugegen, in der der Ratsvorsitzende Klaus Feldmann (CDU) sagte, dass bei den Neuanpflanzungen die Anwohner mitreden sollen. Nun sind Kriete und Feldmann neuerlich unzufrieden.

Per Schreiben hat die Gemeinde zu einer Anwohnerversammlung für diesen Dienstag, 25. August, ins Rathaus eingeladen. Aber nicht alle Bewohner des Wiesendamms, sondern nur jene der „Wörpe-Seite“, an der die Bäume gefällt worden sind und an der Ersatzbäume auch teils auf privatem Grund nachgepflanzt werden sollen. Kriete kritisiert: „Diese Bürgerbeteiligung haben wir uns aber anders vorgestellt, nämlich mit allen betroffenen Anliegern. Auch in Corona-Zeiten hätte man erst einmal die Zahl der Anmeldungen abwarten können und nicht von vornherein die halbe Straße ausschließen sollen. Bei zu vielen Anmeldungen wäre auch ein anderer Veranstaltungsort möglich gewesen.“

28 Anmeldungen liegen vor und mehr sei im Sitzungssaal coronabedingt nicht möglich, sagt Bürgermeisterin Marion Schorfmann auf Nachfrage. Für das Rathaus habe man sich entschieden, weil dort ein eingeübtes Hygienekonzept bestehe. Aufgrund des Infektionsgeschehens in Schulen, Turnhallen, Kitas oder Feuerwehrhäuser auszuweichen, sei nicht zu verantworten. Da eine Anwohnerversammlung keine öffentliche Veranstaltung sei, könne auch nicht ins Freie ausgewichen werden. Nach der Versammlung aber sollen die Informationen zusammengestellt und an alle Haushalte im Wiesendamm verteilt werden. Zudem könne man sie jederzeit anrufen.

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