Dart beim FC Hambergen Home-Tour mit Streaming

Bereits seit Jahren gibt es eine engagierte Gruppe beim FC Hambergen, die Dart spielt. Der Clou dieses Jahr: Sämtliche Partien werden live gestreamt, sodass sie alle anderen Teilnehmer live mitverfolgen können.
19.03.2021, 15:32
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Home-Tour mit Streaming
Von Tobias Dohr

Dart boomt – die jüngste Weltmeisterschaft in London rund um den Jahreswechsel bescherte den übertragenden Sendern wieder einmal Rekordeinschaltquoten. Auch im Landkreis Osterholz sprießen in den Vereinen eigene Dart-Sparten aus dem Boden. Beim FC Hambergen gibt es sogar schon seit vielen Jahren eine ziemlich engagierte Gruppe, die seit 2015 zudem einen großes, vereinsinternes Turnier ausspielt.

Hauptsächlich dafür verantwortliche ist René „Faxe“ Wendelken. 2015 startete der 27-Jährige damit bei sich zuhause. „Zehn Spieler, eine Dartscheibe, fertig“, erinnert sich Wendelken. Im Jahr darauf waren es dann schon 16 Teilnehmer. Die Gruppe zog ins Hamberger Laubenstübchen um, wo auch zwei Scheiben zur Verfügung standen. 2020 war es es dann bereits 22 Spieler, die sich – immer im Januar – gerne im Duell mit den Pfeilen messen wollten. Und dieses Jahr?

„Ich wollte irgendwas auf die Beine stellen“, berichtet Wendelken. Und da der große Dart-Fan im vergangenen Jahr aufmerksam verfolgte, wie die Profis den ersten Lockdown überbrückten, nämlich mit einer „Home-Tour“, war die Idee geboren: Die siebte Auflage des Hamberger Turniers sollte online stattfinden. „Da sich jetzt ja wieder zwei Erwachsene treffen dürfen, haben wir gesagt, es wird immer bei einem der beiden zuhause gespielt“; erklärt René Wendelken. Der Clou: Sämtliche Partien werden live gestreamt, sodass alle anderen Teilnehmer live mitverfolgen können, wie sich die Konkurrenz schlägt.

So kam es, dass am vergangenen Dienstagabend im ersten Achtelfinale Initiator Wendelken gegen Boris Gerschkowitsch spielte – und mit 2:1-Sätzen gewann. „Ich war aber schon deutlich nervöser, als bei einem normalen Spiel. Man weiß halt, dass da 18 andere sitzen und zuschauen“, so Wendelken. Und das führt unter Umständen dann auch mal zu ziemlich erheiternden Momenten. Zum Beispiel im Spiel Kevin Struß gegen Luca Lüllmann. Im alles entscheidenden Leg benötigte Struß unglaubliche 111 Darts, um die 501 Punkte durch das richtige Doppelfeld zu löschen. Zum Vergleich: Ein Profi benötigt dafür 10 bis 15 Darts, ein guter Amateurspieler selten mehr als 40 Darts. Im besten Fall kann die 501 durch den sogenannten 9-Darter geschafft werden.

Zum Favoritenkreis beim Hamberger Turnier gehören beziehungsweise gehörten übrigens mit Finn-Niklas Klaus, Steffen Kaluza, Frederik Nagel oder Jan-Henrik Gantzkow in der hiesigen Fußballszene durchaus bekannte Namen. Finn-Niklas Klaus hat sogar zwei der bisherigen sechs Turniere gewinnen können, ist aber nun - ebenso wie Nagel - bereits ausgeschieden. Und das obwohl er im mit 1:2 Sätzen verloren gegangenen Spiel gegen Steffen Kaluza sogar eine 180 warf. „Das war schon fast das vorgezogene Finale“, zeigte sich Jan-Henrik Gantzkow beeindruckt von der niveauvollen Partie. Gantzkow hält derzeit übrigens den Rekord für das höchste Finish, im letzten Leg gegen Nagel löschte er die 79 vom Board.

Je eine Partie dienstags, mittwochs, donnerstags und sonntags wird ausgetragen, immer im Satzmodus, wie bei der WM. Um einen Satz zu gewinnen, muss man drei 501er-Legs für sich entscheiden. „Wir müssten ungefähr gegen Ostern durch sein“, sagt René Wendelken und fügt hinzu: „Die Guten bei uns spielen einen Schnitt um die 50.“ Das Finale, das über fünf Gewinnsätze geht, könne so schon mal locker drei Stunden dauern.

René Wendelken, der sich selbst auch gute Chancen ausrechnet, hat übrigens noch einen anderen großen Traum im Hinterkopf: "Ein großes Landkreis-Dartturnier in der Stadthalle Osterholz-Scharmbeck mit anschließender Party – das wäre ein echtes Highlight." Und sicher eines, dass sich großer Beliebtheit erfreuen würde. Doch vorerst wird aus dem eigenen Wohnzimmer gestreamt. "Alle haben sich dafür extra eine Konstruktion gebaut, damit man das Dartboard und möglichst auch den Punktestand erkennt. Wie eben aus dem Fernsehen bekannt. Und falls das mal nicht so klappt, soll es auch schon mal vorkommen sein, dass eine Freundin beziehungsweise Frau die ganze Zeit das Handy gehalten hat.

Info

Zur Sache

Qualifizierungsrunde

Dirk Böttjer – Jonas Blank 0:1

Luca Lüllmann – Kevin Struß 0:1

Jonas Blank – Kevin Struß 0:1

Achtelfinale

René Wendelken – Boris Gerschkowitsch 2:0

Jorit Bierwald – Tim Brandhorst 2:1

Timon Pretzel – Kevin Struß 0:2

Nils Otten – Torben Bruse 2:0

Finn Niklas Klaus – Steffen Kaluza 1:2

Tobias Prigge – Paul Persdotter 1:2

Jan Henrik Gantzkow – Frederik Nagel 2:1

Martin Wendelken – Tjark Steljes So.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+