Vortragsreihe Demenz besser verstehen

Die Alzheimer-Gesellschaft Lilienthal und Umzu will über Demenz informieren und startet dazu eine Aktion in Hambergen. Sie soll viele Facetten der Krankheit beleuchten.
03.05.2019, 17:53
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Peter von Döllen

Hambergen. Heute sieht alles viel schöner und optimistischer aus. 2004 bei der Gründung einer Selbsthilfegruppe in Lilienthal war alles noch grau und trist. Demenz war ein Tabuthema - keiner wollte darüber reden oder zugeben, dass es einen Betroffenen in der Familie oder im Bekanntenkreis gibt. Das habe etwas mit unserer Leistungsgesellschaft zu tun, in der jeder funktionieren müsse, glaubt Ingeborg Manowski, die zweite Vorsitzende des Vereins Alzheimer-Gesellschaft Lilienthal und Umzu. Beschönigen will sie das Thema aber nicht. „Die Krankheit ist immer noch nicht heilbar, aber behandelbar“, sagt sie. Und: „Da ist viel Lebensqualität für Betroffene vorhanden.“

Heute hilft der Verein Betroffenen und Angehörigen auf vielfältige Art und Weise, auch in der Samtgemeinde. Jetzt wollen die Vereinsmitglieder das Thema in Hambergen verstärkt in die Öffentlichkeit bringen. Eine Veranstaltungsreihe mit Vorträgen und Tagesseminaren soll Demenz mit ihren vielen Facetten beleuchten.

Start ist am Montag, 6. Mai, um 19.30 Uhr im Hamberger Rathaus. Die Ärztin Margot Kempff-Synofzik gibt erste Informationen zur Krankheit und zeigt den Film „Eines Tages ...“. Es folgen weitere Veranstaltungen, jeweils von 19.30 bis 21.30 Uhr im Rathaus, die ein Basiswissen zur Demenz vermitteln.

Folgende Vorträge sind vorgesehen: Wissenswertes über Demenz (13. Mai), Demenz verstehen?! (20. Mai), Hilfe für den Alltag I – Kommunikation und wertschätzendes Verhalten (3. Juni), Wer bin ich? (17. Juni, Dozentin Beate Brokmann) und Hilfe für den Alltag II (24. Juni). Wer das Basiswissen erwirbt, kann laut Verein einen Nachweis als Demenz-Partner erhalten und Teilnehmer der weltweiten Aktion Dementia Friends werden.

Die Vorträge sind für alle Interessierte offen, die Teilnahme ist kostenlos. Niemand könne wissen, ob er einmal selbst oder ein Angehöriger oder eine nahe stehende Person betroffen sein wird: „Es ist sinnvoll, sich mit dem Thema Demenz vertraut zu machen“, findet Ingeborg Manowski. Verständnis könne Alltagssituationen entschärfen, etwa wenn ein Betroffener in einem frühen Stadium an der Supermarktkasse steht und Geld nicht mehr begreift. In der Not könnte er der Kassiererin seine Geldbörse in die Hand drücken und behaupten, die Brille vergessen zu haben.

Nach dem Basiswissen geht es mit Fachvorträgen weiter, die um 19.30 Uhr im Gemeindehaus der Kirchengemeinde stattfinden. Am Montag, 1. Juli, will Beate Brokmann zeigen, wie man Menschen mit Demenz verstehen kann. Es folgen die Vorträge: „Depression“ (Montag, 19. August), „Anders als Alzheimer“ (Montag, 26. August) und „Wo geht's denn hier nach Königsberg?“ (Freitag, 30. August). Am Sonnabend, 31. August, geht es in einem weiteren Seminar von 10 bis 17 Uhr um Gefühle.

Schließlich soll die Arbeit der Alzheimer-Gesellschaft Lilienthal und Umzu vorgestellt werden. Zunächst geht es am Montag, 2. September um das Vereinsprojekt zur Begleitung von Menschen mit Demenz im Krankenhaus. Das niedrigschwellige Betreuungskonzept der Alzheimer-Gesellschaft wird am Montag, 9. September vorgestellt. Beide Termine finden von 19.30 bis 21.30 Uhr im Gemeindehaus der Kirchengemeinde statt.

Weitere Informationen zur Alzheimer-Gesellschaft gibt es unter www.alzheimer-gesellschaft-lilienthal.de

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+