Nabu Hambergen Einsatz auf der Streuobstwiese

Naturschützer des Nabu Hambergen haben bei einem Einsatz auf der Streuobstwiese neben dem alten Rathaus einige Bäume mit einer neuen Schutzhülle gegen Verbiss ausgestattet.
07.05.2019, 15:50
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Von Christa Neckermann

Hambergen. Neben dem alten Rathaus in Hambergen, versteckt hinter Hecken, stehen etwa 60 Bäume auf einem 1,4 Hektar großen Gelände. Ihre Stämme sind von Drahthüllen umgeben, die sie vor schädlichem Verbiss schützen sollen. Gewöhnlich stehen auch noch zehn Schafe als lebende Rasenmäher auf der Wiese.

Die Nabu-Ortsgruppe Hambergen hat auf diesem Areal eine Streuobstwiese angelegt. 2002 konnten die Naturschützer die Wiese für 30 Jahre zum Nulltarif von der Gemeinde pachten. Ein Rundweg wurde ausgekoffert, dabei stieß man damals auf eine Wasserquelle, die inzwischen einen kleinen Teich speist, in dem sich einige Fische und ein paar Frösche wohlfühlen. „Den restlichen Aushub haben wir auf 220 Meter um das gesamte Gelände herum verteilt und damit eine Art Schutzwall um das Gelände gezogen“, berichtete Dietmar Wonneberger, der seit gut 40 Jahren Mitglied im Nabu Hambergen ist und die Geschicke der Streuobstwiese von Anfang an mitgestaltet hat.

Es gibt diverse alte Apfelsorten auf der Wiese, dazu Birnbäume, Pflaumenbäume, Kirschen und einen Walnussbaum. Auch ein paar Kopfweiden stehen hier. „Die haben wir damals für die Vögel gesetzt. Sie finden in den Höhlungen gute Nistmöglichkeiten“, erläuterte Dietmar Wonneberger. Baumfachmann Kurt Erfurt berät die Ortsgruppe Hambergen bei der Auswahl der Bäume. „Im Herbst veranstalten wir auf dem Gelände gern eine Apfelverkostung. Dann rösten wir die Äpfel auch, und die Leute sind immer wieder von der geschmacklichen Vielfalt der alten Apfelsorten, die hier wachsen, begeistert“, so Frank Werner.

Früher stellte der Nabu aus den Äpfeln Saft her, der an die Kindergärten der Gemeinde ging oder auf dem Weihnachtsmarkt an den Mann gebracht wurde.

Die ehemalige Hütte des Nabu, mit der er auf dem Weihnachtsmarkt vertreten war, steht jetzt auf dem Gelände – als Treffpunkt nach anstrengende Arbeitseinsätzen, so wie etwa am vergangenen Samstag.

„Wir haben bei unseren Arbeitseinsätzen immer so zwischen acht und 15 Personen hier“, sagte Frank Martin, Vorsitzender des Nabu Hambergen. Diesmal galt die Aktion dem Verbissschutz an einigen Bäumen. Auch die Stützstangen müssen regelmäßig einer Überprüfung unterzogen werden. „Bäume wachsen ja, daher müssen wir uns alle paar Jahre um den Baumschutz kümmern, damit die Schafe, die einem Nabu-Mitglied gehören, hier keinen Schaden anrichten“, erklärte Frank Martin. Dazu gibt es mehrere Aktionstage im Jahr auf der Streuobstwiese. Manchmal können die Arbeitseinsätze geplant werden, manchmal ergeben sie sich spontan aus dem Bedarf heraus, so wie vor ein paar Wochen, als der schwere Sturm eine Plane am Häuschen auf dem Gelände wegriss.

„Das Gelände soll ein Treffpunkt für die Hamberger werden. In diesem Jahr wollen wir noch eine Bank aufstellen und den Unterstand verschönern. Und wir hoffen, dass wir mit diesen Aktionen weitere engagierte junge Menschen ansprechen“, erläuterte Frank Martin.

Norbert Voll aus Lübberstedt steht ganz und gar hinter der Arbeit des Nabu. „Der Mensch hat heutzutage seinen Bezug zur Natur verloren. Es ist großartig, was die Mitglieder des Nabu hier für die Gemeinschaft leisten“, begeisterte sich der Rentner. Deshalb hat er tief in die eigene Tasche gegriffen und Frank Werner und Heiko Ilchmann einen Scheck über 500 Euro überreicht. „Damit können die Mitglieder des Nabu wieder einiges Verbrauchsmaterial besorgen, so etwa diese Latten und den Draht für den Verbissschutz“, freute sich der Rentner.

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